Zähl Pixel
Silvester

Bündnis fordert Aus für Böller - Vorbild Niederlande

Das Bündnis #böllerciao setzt sich für ein bundesweites Verbot privater Silvesterböller und -raketen ein. Das Aus für das Feuerwerk an Silvester? (Symbolfoto)

Das Bündnis #böllerciao setzt sich für ein bundesweites Verbot privater Silvesterböller und -raketen ein. Das Aus für das Feuerwerk an Silvester? (Symbolfoto) Foto: Paul Zinken/dpa

Für viele sind Feuerwerk und Böllerei an Silvester Tradition. Manche greifen dafür tief in die Tasche. Andere führen Feinstaubbelastung, Lärm und Polizeieinsätze ins Feld. Maßnahmen werden gefordert.

Von dpa 02.12.2025, 14:00 Uhr
12 Monate Premium-Zugriff für nur 1,00 € pro Woche! Langfristig sparen!

Berlin/Radolfzell. Knapp einen Monat vor Silvester entfacht sich erneut die Diskussion um ein Böllerverbot in Deutschland. Das Bündnis #böllerciao will den Druck auf die Innenministerinnen und Innenminister der Länder erhöhen. Es fordert, dem Beispiel der Niederlande zu folgen, und ruft die Minister dazu auf, sich bei ihrer Konferenz (3. bis 5. Dezember) für ein bundesweites Verbot privater Silvesterböller und -raketen starkzumachen. Der Bundesverband für Pyrotechnik und Kunstfeuerwerk warnte vor „populistischen Scheinlösungen“. 

In den Niederlanden dürfen Privatleute ab Silvester 2026/2027 kein Feuerwerk und keine Böller mehr zünden. Anlass für das Verbot war die zunehmende Gewalt in dem Nachbarland zu Silvester. 

Breites Bündnis für Verbot

„Die Niederlande handeln und schützen ihre Bevölkerung, ihre Tiere, die Einsatzkräfte und die Umwelt. Deutschland hingegen lässt weiter zu, dass für den Spaß einer sehr kleinen Minderheit jedes Jahr tausende Menschen verletzt werden, Städte im Feinstaub versinken und Millionen Tiere in panische Flucht geraten“, erklärte Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH). 

Die Organisation gehört gemeinsam mit der Gewerkschaft der Polizei (GdP), dem Deutschen Kinderhilfswerk, Ärztevertretern und der Tierschutzstiftung Vier Pfoten sowie etwa 50 weiteren Initiativen dem Bündnis #böllerciao an. Dieses verweist auf Umfragen, wonach sich die Mehrheit der Bevölkerung gegen private Böller und Raketen ausspricht. 

Hunderttausende unterschreiben Petition 

Mit einer Petition will das Bündnis seiner Forderung an Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) für ein flächendeckendes Verbot untermauern. Nach den Angaben haben diese bislang mehr als 674.200 Menschen unterzeichnet. 

Der Verkauf und das Abbrennen von Feuerwerk an Silvester ist in einem Bundesgesetz geregelt. Einige Bundesländer versuchen, dies zu ändern. Sie wollen entscheiden können, ob sie Verbote erlassen. Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hofft, dass diese Möglichkeit im Jahr 2026 besteht. In der Hauptstadt wurden in den vergangenen Jahren mehrere einzelne Böllerverbotszonen an Orten mit viel Randale bestimmt. 

Kritik an „einseitigem Bild“

Die Gewerkschaft der Polizei kämpft schon länger wegen der Entlastung der Polizei für ein Pyrotechnikverbot für den Privatgebrauch. Auch Ärzte machen sich dafür stark. „Kinder und Jugendliche gehören zu den besonders gefährdeten Gruppen durch Silvesterböller“, so der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, Holger Hofmann. 

Die Tierschutzstiftung Vier Pfoten sieht im Silvesterfeuerwerk auch „ein ernstes Tierschutzproblem“. Buntes Feuerwerk und laute Böllerschüsse bedeuteten für viele Tiere „einen?tagelangen Ausnahmezustand“. 

Der Bundesverband für Pyrotechnik und Kunstfeuerwerk kritisierte hingegen ein „einseitiges Bild“ vom Jahreswechsel: „Aus einer Nacht kontrollierter Ausnahme und Freude konstruieren Feuerwerksgegner einen Dauernotstand“, erklärte Geschäftsführer Christoph Kröpl. „Das Fehlverhalten Einzelner wird zum Allgemeinzustand verzerrt, auch auf dem Rücken migrantischer Jugendlicher.“ Nötig seien wirksame Maßnahmen gegen illegales Feuerwerk und Täter, die Straftaten mit Böllern und Raketen begingen.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Hape Kerkeling: „Bleiben Sie mutig“

Der Komiker setzt sich unerbittlich für die freiheitliche Demokratie in Deutschland ein. Er sagt: Es braucht Mut, damit sich die Geschichte nicht wiederholt.

Hausgeburt mit Feuerwehr

Die Besatzung eines Rettungswagens wird in eine Hamburger Wohnung gerufen. Doch statt eines Krankheitsfalls erwartet sie eine Hausgeburt.

Prinz Harry will Zwist mit Vater und Bruder lösen

Der Zoff im Hause Windsor könne viele Menschen an ihre eigenen Verhältnisse erinnern, glaubt Harry. Der Herzog von Sussex sieht sich in einer Art Vorbildrolle für eine Lösung des familiären Konflikts.

Hacker greifen E-Mail-Konten der AfD an

Die AfD ist Opfer eines Hackerangriffs geworden. Im Netz brüsten sich Unbekannte, rund 421.000 AfD-E-Mails veröffentlicht zu haben. Ob die Dateien echt sind, ist allerdings noch unklar.