Stadtentwicklung

TBuxtehude vor Extremhitze schützen: Antworten auf 5 Fragen

Mit einem Klimaanpassungskonzept will sich die Stadt auf Extremhitze vorbereiten.

Mit einem Klimaanpassungskonzept will sich die Stadt auf Extremhitze vorbereiten. Foto: Jens Kalaene/dpa

Mit einem Klimaanpassungskonzept will sich Buxtehude auf Hitze und Starkregen vorbereiten. Wie bringt man Schatten in ein Gewerbegebiet?

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Von Thomas Sulzyc
29.06.2026, 05:00 Uhr

Buxtehude. In Zukunft erwarten die Menschen in Deutschland mehr Hitzetage mit mehr als 30 Grad Celsius - darauf haben 150 Organisationen, darunter die Bundesärztekammer, in diesem Monat beim vierten bundesweiten Hitzeaktionstag hingewiesen.

Der Rat der Stadt hat am Dienstagabend mit großer Mehrheit bei einer Gegenstimme beschlossen, ein Klimaanpassungskonzept umzusetzen.

Linda Malessa ist seit Juni 2025 Klimaanpassungsmanagerin der Stadt Buxtehude. Ihre Stelle wird bis Juni 2030 verlängert.

Linda Malessa ist seit Juni 2025 Klimaanpassungsmanagerin der Stadt Buxtehude. Ihre Stelle wird bis Juni 2030 verlängert. Foto: Sulzyc

Einzelne Maßnahmen sind damit nicht beschlossen - das Konzept ist noch in Bearbeitung. Voraussichtlich Ende des Jahres soll es vorliegen. „Mögliche Maßnahmen fehlen vollständig“, kritisierte die AfD-Fraktionsvorsitzende Anke Lindszus und stimmte als Einzige gegen den Auftrag an das Unternehmen OCF Consulting aus Hamburg.

Wie kann sich Buxtehude vor Extremhitze und Starkregen schützen? Das TAGEBLATT sprach mit Buxtehudes Klimaanpassungsmanagerin Linda Malessa.

Wo in Buxtehude ist das Hitzerisiko besonders hoch?

In einer Präsentation in diesem Monat im Stadtentwicklungsausschuss hat das Unternehmen OCF Gebiete mit hohen Hitzerisiken gezeigt. Dazu zählt die Altstadt. Die Hitze staut sich, wird von den Mauern hoher Gebäude reflektiert, was zu höheren Temperaturen führt.

Mögliche Schutzmaßnahmen: Bäume pflanzen oder Sonnensegel installieren, um Plätzen und Wegen Schatten zu spenden.

OCF-Geschäftsführer Manuel Gottschick nannte bei der Präsentation den Schafmarktplatz in Altkloster, an dem Beispiele zur Verschattung erklärt werden sollen.

Wie schützt man ein Gewerbegebiet vor Hitze?

Im Gewerbegebiet Alter Postweg gilt das Hitzerisiko ebenfalls als sehr hoch. Hitzeschutz ließe sich an vorhandenen Gewerbehallen und Industrieanlagen installieren. „Fassaden begrünen“, sagt Linda Malessa. An hohen Hallen können Seilkonstruktionen den Pflanzen den Weg vorgeben. Dachbegrünung erhöhe den Wirkungsgrad von Photovoltaikanlagen. Pausenräume, die für Mitarbeiter zu heiß sind, können umgebaut werden. Eine technische Lösung seien Nachtlüftungssysteme.

Aus dem Klimaanpassungskonzept leiten sich keine Pflichten für Unternehmen ab. „Ich bin optimistisch, dass es uns gelingt, mit Unternehmen zu Kooperationen zu kommen“, sagte Stadtbaurätin Michaela Springhorn im Stadtplanungsausschuss.

Sind Stadtgebiete bei Hitze gefährlicher als andere?

Nein. Man könne aus Risikoflächen nicht ableiten, was das für einzelne Personen bedeute, sagt Linda Malessa.

Hitzerisikoflächen seien überall dort, wo sich Altenheime, Kindertagesstätten und Schulen befinden. Ältere Menschen müssten vor Hitze besonders geschützt werden. Ebenso Kinder, weil ihre Körper noch nicht so gut regenerieren können.

Was bietet Schutz bei Starkregen?

Das Klimaanpassungskonzept wird auch Maßnahmen zum Schutz vor Überschwemmungen bei Starkregen nennen. „Grundeigentümer müssen Wasser dort zurückhalten, wo kein Schaden entstehen kann“, sagt Linda Malessa.

Starkregen hat im Jahr 2025 die B73 in Hedendorf überschwemmt und den Verkehr behindert.

Starkregen hat im Jahr 2025 die B73 in Hedendorf überschwemmt und den Verkehr behindert. Foto: Feuerwehr Buxtehude/Gerken

Mögliche Maßnahmen seien der Einbau von druckdichten Türen und Fenstern. Schutz können auch Rückstauklappen bieten. Das sind Vorrichtungen, die in Abwasserkanäle eingesetzt werden. Die Klappe verhindert, dass Schmutzwasser zurück in die Toilette fließt. Regelmäßig die Dachrinnen zu reinigen, wird an Bedeutung gewinnen.

Was kostet das Klimaanpassungskonzept?

Der Rat der Stadt Buxtehude hat am Dienstagabend beschlossen, die Klimaanpassung bis 2030 fortzuschreiben. Dazu beantragt die Stadt Förderung. Gefördert werden Kosten für die Klimaanpassungsmanagerin, deren Stelle 2027 endet. Ihr Vertrag soll bis 2030 verlängert werden. Zusätzlich sieht die Förderung Geld für Öffentlichkeitsarbeit, externe Dienstleister, Dienstreisen und Fortbildungen vor.

Die Förderrichtlinie sieht eine Förderung von bis zu 80 Prozent der Gesamtkosten vor, maximal bis 275.000 Euro. Bei geschätzten Gesamtkosten von 343.750 Euro ergibt sich nach Angaben der Verwaltung ein Eigenanteil der Stadt von höchstens 68.750 Euro, verteilt auf vier Haushaltsjahre.

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