TDer Doc hatte Bock: Stader Arzt wird fast US-Nationaltrainer
Dr. Stephan Brune war einst Co-Trainer und Mannschaftsarzt der deutschen Handball-Nationalmannschaft der Frauen. Foto: Wisser
Stephan Brune ist nicht nur Kardiologe und Sportmediziner. Er ist auch Handball-Fan. Um ein Haar hätte er sich den Traum von Olympia erfüllt.
Stade. Im Sprechzimmer der kardiologischen Praxis von Dr. Stephan Brune in Stade steht auf dem Regal ein Bild. Etwas vergilbt. Die Sonne hat ein paar Jahre zu viel auf das Mannschaftsfoto der deutschen Handball-Nationalmannschaft der Frauen geschienen. Brune steht auf dem Schnappschuss von 1997 hinten rechts. Er gehört zum Team hinter dem Team.
Der gebürtige Schwede, der sich während seines Medizinstudiums in Stade niedergelassen hatte und sich als Arzt in der Region etablierte, lächelte auf vielen Mannschaftsfotos. Nur in den vergangenen Jahren war es diesbezüglich um den heute 67-Jährigen ruhiger geworden. Für den Deutschen Handball-Bund arbeitet Brune noch als Dopingbeauftragter.
BSV-Keeperin leitet den Deal ein
Brune war Spieler, Trainer und Mannschaftsarzt. Jetzt trifft man ihn häufiger beim Buxtehuder SV in der Halle Nord als Zuschauer bei den Bundesligaspielen. Vor ein paar Monaten stand Brune im regen Austausch mit BSV-Torhüterin Sophie Fasold. Die in München geborene Keeperin mit US-amerikanischer Staatsbürgerschaft hätte dem Mediziner um ein Haar die Tür zu einem hochinteressanten Projekt geöffnet.
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Brune hätte es gemacht. Er hätte den Posten des Trainers der US-Handballnationalmannschaft der Frauen übernommen. Brune hätte den Handballexoten womöglich nicht zu Gold, Silber oder Bronze geführt.
Aber womöglich die nötigen Kniffe beigebracht, damit sie in dem einen oder anderen Spiel mithalten können. So wie vor 42 Jahren, als die US-Amerikanerinnen Fünfte wurden. In L. A. übrigens.
Die Amis hätten in Buxtehude getestet
Brune hätte ein halbes Dutzend Lehrgänge pro Jahr mit dem Team in Europa bestritten und wäre häufig über den großen Teich geflogen. Die meisten Spielerinnen stehen aber ohnehin in Europa unter Vertrag. Er hätte die Amis nach Buxtehude geholt – für Testspiele gegen den BSV oder gegen Buchholz-Rosengarten. Er hätte sich gefreut.
Wenn Brune davon erzählt, leuchten seine Augen. Der Doc hatte Bock. Die Amerikaner haben sich anders entschieden. Sarah Gascon ist es geworden. 200-fache Nationalspielerin und langjährige Kapitänin der Auswahl. Bestimmt keine Schlechte, vielleicht auch günstiger.
Es ist ja kein Geheimnis, dass selbst die Spielerinnen die Flüge zu den Lehrgängen aus eigener Tasche zahlen müssen. Sophie Fasold vom BSV kann ein Lied davon singen.
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Stephan Brune hätte es bestimmt nicht des Geldes wegen getan. Vielleicht für ein neues Foto in seinem Sprechzimmer.
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