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Meinung

TDieses Talent stand schon als Dreijährige für den BSV vor der Kamera

Für Tessa Pieperjohanns hat sich ein Kindheitstraum erfüllt.

Für Tessa Pieperjohanns hat sich ein Kindheitstraum erfüllt. Foto: Felix Schlikis/Lobeca.de

Tessa Pieperjohanns (18) feierte kürzlich ihr Bundesliga-Debüt. Was kaum jemand weiß: Schon als Dreijährige trat sie in einem Imagefilm des BSV auf.

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Von Tim Scholz
Mittwoch, 07.01.2026, 05:50 Uhr

Buxtehude. Der Fanbus rollt Richtung Halle, mehrere Stunden Fahrt nach Sachsen-Anhalt. Der BSV spielt auswärts.

Vorne im Bus sitzt Ahmet Senman, gelernter Konditor, inzwischen im Ruhestand. Für die Fahrt hat er einen saftigen Käsekuchen mit Fruchtcocktail und Butterstreuseln gebacken. Am Steuer: Klaus Ubert, 74 Jahre alt, begeisterter Handballfan. Und ganz hinten die Eltern einiger junger Spielerinnen.

Auf dem Rastplatz Allertal West kommt es zu einer Begegnung. Iris Pieperjohanns fragt den Reporter während der Pause, ob er sich an einen Imagefilm erinnern könne, den er vor rund 15 Jahren für den BSV produziert habe. Im Sommer 2011.

Das Mädchen von damals spielt heute Bundesliga

In dem Film stellt ein dreijähriges Mädchen die damalige Bundesliga-Mannschaft vor. „Jana Krause steht im Tor, hüpft immer rum und schreit.“ „Jessica Oldenburg ist die Größte in der Mannschaft.“ „Randy Bülau spielt in der Mitte, sie kämpft um jeden Ball.“ „Friederike Lütz kommt aus Dortmund. Dortmund ist deutscher Fußballmeister. Wann werdet ihr Deutscher Meister?“

Am Ende winkt das Mädchen in die Kamera und sagt: „Kommt alle in die Halle Nord.“

Das Mädchen von damals ist ihre Tochter, Tessa Pieperjohanns. Vergangene Woche feierte sie vor 1500 Zuschauern gegen Bensheim ihr Debüt in der Bundesliga - für den Buxtehuder SV. Wenige Sekunden nach ihrer Einwechslung warf sie ihr erstes Tor. Der Traum, den sie schon vor Jahren ausgesprochen hatte, wurde Wirklichkeit.

„Viele Bekannte sagen, wir seien verrückt“

Ihre Mutter Iris steht im Schneematsch vor dem Bus und erzählt von einem Leben für den Handball. Acht Trainingseinheiten pro Woche, schlechte Busverbindungen aus dem Alten Land, wo die Familie wohnt. Eltern-Taxis, Teilzeitarbeit, um das alles möglich zu machen. „Viele Bekannte sagen, wir seien verrückt“, sagt die Mutter. „Aber ich finde, man sollte so viel spielen, wie man kann. Denn irgendwann ist Schluss.“

Heute ist Tessa Pieperjohanns 18 Jahre alt, spielt am Kreis und ist zum Jahreswechsel in den Bundesliga-Kader gerückt, weil auf ihrer Position alle verletzt sind. Offiziell gehört sie noch nicht zum festen Aufgebot.

Wie würde sie ihre Mannschaft heute beschreiben? Vielleicht so: „Das ist Teresa von Prittwitz, sie ist die Kapitänin und ganz schnell.“ „Das ist Isi Dölle, sie kann ganz hart werfen.“ Und was würde sie über die aktuelle Saison sagen? Buxtehude ist Tabellenletzter, zehn Spiele, kein Sieg. Vielleicht würde sie sagen: „Es ist schwer, aber es ist auch eine Chance für mich.“

Für Tessa Pieperjohanns hat sich ein Kindheitstraum erfüllt.

Für Tessa Pieperjohanns hat sich ein Kindheitstraum erfüllt. Foto: Felix Schlikis/Lobeca.de

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