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Verkehr

48-Stunden-Warnstreik legt Hamburgs Nahverkehr lahm

„Information. Warnstreik: Kein U-Bahn-Betrieb." steht im U-Bahnhof Billstedt auf einer Anzeigetafel.

„Information. Warnstreik: Kein U-Bahn-Betrieb." steht im U-Bahnhof Billstedt auf einer Anzeigetafel. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Sind auch Konzerte und das HSV-Spiel am Wochenende betroffen? Welche Linien noch fahren und wie lange der Ausstand dauern soll.

Von dpa Freitag, 27.02.2026, 15:20 Uhr

Hamburg. Keine U-Bahnen und kaum Busse. Ein Warnstreik bei der Hamburger Hochbahn und den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein (VHH) hat den öffentlichen Nahverkehr in der Hansestadt am Freitag weitgehend lahmgelegt. Der 48-stündige Ausstand soll noch bis Sonntagmorgen, 3 Uhr, dauern. Bis dahin riet die Hochbahn Fahrgästen, auf die von der Deutschen Bahn betriebene S-Bahn oder die Hadag-Fähren auszuweichen, die beide nicht von dem Warnstreik betroffen seien.

Verdi fordert 7,5 Prozent mehr Lohn für Hochbahn-Beschäftigte

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, zogen nach Angaben der Gewerkschaft Verdi am Vormittag rund 3.000 Hochbahn- und VHH-Beschäftigte durch die Innenstadt. Verdi verlangt für die Hochbahn-Beschäftigten 7,5 Prozent mehr Lohn im Monat bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten. Angeboten worden sei bislang eine Lohnerhöhung unterhalb der Inflationsrate bei einer Laufzeit von 36 Monaten.

Beim Busunternehmen VHH will die Gewerkschaft einen neuen Manteltarifvertrag durchsetzen, der etwa die Fahrerinnen und Fahrer entlasten soll. Zudem will Verdi eine 35-Stunden-Woche für die Beschäftigten erreichen. Die nächste Verhandlungsrunde sei für den 13. März verabredet.

Busse der Hochbahn stehen auf einem Betriebshof hinter einem Zaun.

Busse der Hochbahn stehen auf einem Betriebshof hinter einem Zaun. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Teilweise Notbetrieb auf den Hochbahn-Buslinien

Ob während des Warnstreiks einzelne Fahrten stattfinden, wollte die Hochbahn je nach Lage entscheiden. Auf den Buslinien X22, 16, 43, 114, 155, 161, 180 und 561 sei ein Teilbetrieb möglich, da diese von Subunternehmen betrieben werden. Auf anderen Linien sollte ein Notbetrieb im 20-Minuten-Takt stattfinden: Dies betrifft die Linien 4 und 5, 17, 7, 24, 23, 13 und 150.

Der Schulbusverkehr am Freitag sowie die Arenen-Shuttle-Verkehre am Freitag und Samstag sollen jedoch fahren. Das ist wichtig, da in der Barclays Arena an beiden Tagen Konzerte geplant sind. Der HSV spielt am Sonntagabend zu Hause – nach Ende des Warnstreiks.

Bei den VHH fallen mehr als 100 Buslinien aus

Bei den VHH vielen nach Unternehmensangaben mehr als 100 Buslinien komplett aus und knapp 40 liefen in einer Art Notbetrieb. Ebenfalls knapp 40 Linien blieben den Angaben zufolge von dem Warnstreik unberührt. Das galt auch für den Stadtverkehr in Ahrensburg und Bargteheide (Kreis Stormarn).

Die CDU-Opposition in der Hamburgischen Bürgerschaft kritisierte den Warnstreik. „Wenn die Tarifverhandlungen noch laufen und sogar schon ein nächster Verhandlungstermin feststeht, kann es nicht richtig sein, dass mehrfache Warnstreiks teils tagelang die Stadt lahmlegen und Hunderttausende Pendler massiv darunter leiden müssen“, sagte der CDU-Verkehrsexperte Philipp Heißner. Das sollten auch die Regierungsparteien SPD und Grüne anmahnen..

KVG-Stade-Busse und Hadag-Fähren fahren

Die Hamburger S-Bahn, die von der Deutschen Bahn betrieben wird, KVG-Busse im Landkreis Stade und die Fähren der Hochbahn-Tochter Hadag sind von dem Warnstreik nicht betroffen.

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