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Handball-Bundesliga

TErster BSV-Sieg: „Ich muss aufpassen, dass ich nicht weine“

Große Erleichterung: Lin Lück (links) und die verletzte Larissa Kroepel feiern den Heimsieg gegen Oldenburg.

Große Erleichterung: Lin Lück (links) und die verletzte Larissa Kroepel feiern den Heimsieg gegen Oldenburg. Foto: Jan Iso Jürgens

Trainer Andersson bekommt viel Lob, Manager Prior kann seine Emotionen kaum verbergen - und auch Betreuer Gubernatis hat seinen Anteil am ersten Saisonsieg des BSV.

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Von Tim Scholz
Donnerstag, 05.02.2026, 15:40 Uhr

Buxtehude. Schaut man auf die Bank des BSV, sitzt dort jemand, der den Verein so gut kennt wie kaum ein anderer: Andreas Gubernatis. „Ein Kind des Vereins“, nannte ihn Manager Peter Prior einmal. Gubernatis spielte selbst in der BSV-Jugend, heiratete später die frühere BSV-Handballerin Friederike Gubernatis und ist seit vergangener Saison Betreuer der Bundesliga-Mannschaft. Einer, der den BSV lebt.

„Es ist eine Herzensangelegenheit“, sagt Gubernatis, während sich die Halle Nord nach dem Derby leert. In den vergangenen Wochen und Monaten habe er unheimlich mit der Mannschaft gelitten. Er steht am Rand, motiviert, feuert an, kassiert auch mal eine Gelbe Karte. „Push!“, „Fight!“ Doch 14 Spiele lang reichte es nicht. Bis zum Mittwochabend.

Die Fans singen, der Manager emotional

Im 65. Nordderby spielte sich der BSV kurz nach der Pause in einen Rausch. Von 18:21 (36.) stürmte Buxtehude auf 26:21 (45.) davon, ein 8:0-Lauf, der das Spiel entscheiden sollte. Maj Nielsen und Teresa von Prittwitz liefen Gegenstoß um Gegenstoß, selbst Torhüterin Annie Linder traf ins leere VfL-Tor. Oldenburgs Trainer Niels Bötel nahm innerhalb weniger Minuten beide Auszeiten, fand aber kein Mittel mehr. „Aufwachen!“, brüllte er. Die Halle Nord tobte.

Buxtehuder SV - Oldenburg

Foto: Jürgens

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Buxtehuder SV - Oldenburg Foto: Jürgens

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Buxtehuder SV - Oldenburg
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Buxtehuder SV - Oldenburg
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Buxtehuder SV - Oldenburg
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Buxtehuder SV - Oldenburg
Buxtehuder SV - Oldenburg Foto: Jürgens

Mit der Schlusssirene fiel die Last von den Schultern der Spielerinnen. Ein Sieg. Zum ersten Mal seit dem 3. Mai 2025, zum ersten Mal in der neuen Halle. Der BSV gewann mit 35:31 gegen den Nordrivalen. Anika Hampel und Carina Senel herzten Manager Prior, der an diesem Abend seine Emotionen kaum verbergen konnte. Der Fanblock skandierte: „So sehen Sieger aus!“ Selbst der VfL-Anhang klatschte die BSV-Spielerinnen anerkennend ab.

Weintrauben und Bananen auf dem Hallenboden

Isabelle Dölle wurde anschließend als Spielerin des Spiels gekürt - und sorgte für einen Moment mit Symbolkraft. Als sie jubelnd auf ihre Mitspielerinnen zulief, fiel ihr der obligatorische Obstkorb aus den Händen. Weintrauben, Bananen, Ananas, Kiwis und Birnen verteilten sich auf dem blauen Spielfeld. Ein kurzes Raunen ging durch die Halle, doch schon im nächsten Moment nahmen es die Spielerinnen mit Humor, jubelten, lachten und sammelten alles gemeinsam wieder ein.

Jubel nach der Schlusssirene: Der BSV hat Monate auf den ersten Sieg gewartet.

Jubel nach der Schlusssirene: Der BSV hat Monate auf den ersten Sieg gewartet. Foto: Jan Iso Jürgens

„Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft“, sagt Trainer Nicolaj Andersson. „Wir haben mental wieder einen Schritt gemacht und sind wieder nicht in ein Loch gefallen. Das wird seit vier Wochen besser und besser und besser.“ Erst die Klatsche gegen Blomberg, dann die knappen Niederlagen gegen den Thüringer HC und Neckarsulm, am Samstag das Remis gegen Göppingen - und nun der erste Sieg.

„Ich habe gehofft, dass wir jedes Mal ein paar Prozent drauflegen.“ Im Hintergrund läuft Werbung über die Bande: „Die Halle bebt. Die Festung steht!“

Dölles Gedanken: „Oh Gott, was passiert hier?“

Die Spielerinnen sind vor allem eines: glücklich. „Dieses Gefühl haben wir uns in den letzten Wochen erarbeitet“, sagt Dölle. Der Punktgewinn in Göppingen habe dem Team Selbstvertrauen gegeben und den Glauben an den ersten Sieg gestärkt.

BSV-Trainer Nicolaj Andersson feiert den Heimsieg mit seiner Mannschaft.

BSV-Trainer Nicolaj Andersson feiert den Heimsieg mit seiner Mannschaft. Foto: Jan Iso Jürgens

Und doch schossen ihr während des Monsterlaufs Gedanken durch den Kopf: „Oh Gott, was passiert hier?“ Sie behielt den Fokus, erzielte insgesamt acht Treffer und gab drei Vorlagen. „Nico hat uns das richtige Mindset mitgegeben“, sagt sie. Während des Gesprächs mit Dölle kam Andersson hinzu: „Es war Isis bestes Saisonspiel. Ich habe jedes Spiel gesehen“, lobt der BSV-Coach, der die Mannschaft seit knapp zwei Monaten trainiert.

BSV ist unberechenbarer geworden

Spielmacherin Anika Hampel sieht einen Wendepunkt. „Das Potenzial war immer da. Aber Nico hat es geschafft, den Reset-Knopf zu drücken. Die negativen Gedanken sind weg.“

Die Außenspielerinnen Maj Nielsen (rechts) und Teresa von Prittwitz liefen Gegenstoß um Gegenstoß.

Die Außenspielerinnen Maj Nielsen (rechts) und Teresa von Prittwitz liefen Gegenstoß um Gegenstoß. Foto: Jan Iso Jürgens

Zudem sei das Spiel durch die Rückkehr von Nationalspielerin Jolina Huhnstock variabler geworden. Der BSV muss weniger improvisieren und hat jetzt mehr Möglichkeiten, vorne wie hinten.

Die Kreisläuferin kann Sperren stellen und ihren Mitspielerinnen Platz zum Werfen oder für Durchbrüche verschaffen. „Noch ist nicht alles perfekt“, sagt Hampel, „aber wir sind unberechenbarer geworden.“ Offensiv und defensiv zeigte sich der BSV variabel.

Auszeit zum richtigen Zeitpunkt

Das Spiel ist seit einer halben Stunde vorbei. Andreas Gubernatis steht auf der Tribüne und sagt: „Ich muss aufpassen, dass ich vor Freude nicht weine.“ Und vielleicht hatte er auch seinen Anteil an diesem Abend.

Selbst die Oldenburger Fans gratulierten dem BSV, hier Torhüterin Annie Linder.

Selbst die Oldenburger Fans gratulierten dem BSV, hier Torhüterin Annie Linder. Foto: Jan Iso Jürgens

In der hektischen Schlussphase behielt Gubernatis die Uhr im Blick und erinnerte Andersson rechtzeitig daran, seine übrigen beiden Auszeiten zu nehmen. Denn im Handball ist es so, dass man den Timeout-Buzzer in den letzten fünf Minuten nur noch einmal drücken darf.

In Spielminute 54 kam die Erinnerung, Andersson nahm die vorletzte Auszeit. Genau im richtigen Moment, erklärt Gubernatis: „Einmal durchatmen und Ruhe reinbringen.“ Der BSV ließ danach nichts mehr anbrennen. Auch so ein Detail kann spielentscheidend sein.

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