Weniger Firmenpleiten, mehr Start-ups in der Region – Region trotzt Trend
Symbolbild. Foto: Battmer
Weniger Betriebe mussten im Jahr 2025 In der Region Insolvenz anmelden. Zusätzlich gab es mehr neue Start-ups, auch im Landkreis Stade. Die Industrie- und Handelskammer Elbe-Weser zieht Bilanz.
Landkreis. Die Zahl der beantragten Insolvenzverfahren ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Gleichzeitig hält das positive Gründungsgeschehen im Elbe-Weser-Raum weiter an. Die Anzahl der Neugründungen hat zugenommen.
„Trotz der angespannten konjunkturellen Lage in vielen Bereichen gibt es auch positive Wirtschaftsnachrichten aus dem Elbe-Weser-Raum“, berichtet IHK-Volkswirt Henrik Gerken. Im Vergleich zum Vorjahr hat der Anteil von Unternehmen im Elbe-Weser-Raum, die überschuldet oder zahlungsunfähig sind oder denen eine Zahlungsunfähigkeit droht, von Januar bis Dezember 2025 deutlich abgenommen.
Weniger Insolvenzen in der Region
Nach Angaben des Landesamts für Statistik Niedersachsen (LSN) beantragten 146 Unternehmen bei den Amtsgerichten die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Dies waren 39 Unternehmen weniger als im Jahr 2024 - das entspricht einem Rückgang von 21 Prozent.
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„Der Elbe-Weser-Raum widersetzt sich damit der Entwicklung im Rest des Landes“, so Gerken. Darüber hinaus haben noch 217 ehemals Selbstständige Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt (0,2 Prozent mehr als im Jahr 2024).
Verschiedene Gründe für Insolvenzen
„Nicht immer ist die Insolvenz der Grund, dass die Geschäftstätigkeit eingestellt wird“, erklärt Arne Reinecker, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Leiter der Abteilung Gründung und Förderung der IHK Elbe-Weser. „Neben wirtschaftlichen Problemen können auch organisatorische oder persönliche Gründe eine Rolle spielen, nicht zuletzt im Zusammenhang mit der Unternehmensnachfolge.“
Nach Angaben des LSN wurden im vergangenen Jahr 6169 Abmeldungen bei den Gewerbeämtern im Elbe-Weser-Raum abgegeben, darunter 5142 vollständige Aufgaben. Das sind 5,7 Prozent Abmeldungen mehr als im Jahr 2024.
Auf der anderen Seite hat auch die Zahl der Gewerbeanmeldungen zugenommen, und zwar um 5,1 Prozent. Neben Zuzügen und sonstigen Anmeldungen setzen sich die 7309 Gewerbeanmeldungen in erster Linie aus 6126 Neuerrichtungen (Neugründungen und Umwandlungen) zusammen.
„Gründer sorgen für frischen Wind“
Arne Reinecker freut sich, „dass die Menschen in unserer Region trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen ihren Mut nicht verlieren und immer noch Unternehmen gründen“. Gründer sorgten durch Kreativität und Innovationskraft für frischen Wind in der Unternehmenslandschaft. Erfolgreiche Nachfolgeregelungen sicherten den Unternehmensbestand und brächten neue Ideen in traditionelle Betriebe. „Beides führt zu einer permanenten Weiterentwicklung und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit unserer regionalen Wirtschaft.“
Mit 29 Fällen entfielen die meisten Unternehmensinsolvenzen auf den Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kfz), gefolgt vom Baugewerbe (26 Fälle) sowie dem Gastgewerbe und den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (je 12 Fälle).
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Gewerbeanzeigen. Die meisten An- und Abmeldungen gab es im Handel, gefolgt von den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen und dem Baugewerbe.
Trend zu Gründungen im Nebenerwerb
Auffällig ist bei den Zahlen die Zahl der Teilzeitgründungen. Sie hat im Vergleich zu 2024 noch einmal zugenommen. „Der Trend zur Gründung im Nebenerwerb hält weiterhin an“, so IHK-Volkswirt Gerken. Mittlerweile erfolgten sechs von zehn Gründungen im Nebenerwerb. „Bei der angespannten konjunkturellen Lage wollen viele Gründer ihre Geschäftsidee zunächst parallel zu Angestelltendasein, Studium oder Schule einem Praxistest unterziehen.“
Weitere Infos bei Henrik Gerken unter 04141/ 524285 oder henrik.gerken@elbeweser.ihk.de. (sal)
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