Darum blitzte es so selten im Kreis Stade
Für den Landkreis Stade registrierte der Infodienst Aldis/Blids insgesamt 153 Erdblitze - außergewöhnlich wenige. (Symbolbild) Foto: Patrick Pleul/dpa
Die Statistiker nennen es außergewöhnlich: Im Norden ließen sich die Blitze teils mit der Hand abzählen. Und wie sieht die Gewitter-Bilanz im Landkreis aus?
2025 hat es in Niedersachsen ungewöhnlich selten geblitzt. Rund 9000 Erdblitze – also Einschläge und keine Entladungen in den Wolken – zählte der Informationsdienst Aldis/Blids im Jahresverlauf. Das war gerade mal ein Drittel der Blitze des Vorjahres, als das Sensornetzwerk der in Österreich ansässigen Experten noch rund 27.000 Einschläge registriert hatte.
Auch in den für Niedersachsen bis 2006 zurückreichenden Daten von Aldis/Blids findet sich kein Jahr, in dem es auch nur annähernd so wenige Blitze gab wie im vergangenen.
Blitz-Spitzenreiter in Niedersachsen
Der Landkreis Schaumburg war 2025 die Region Niedersachsens mit der größten Blitzdichte. Laut Aldis/Blids schlugen dort 0,51 Blitze pro Quadratkilometer ein. Am geringsten war die Blitzdichte demzufolge in der Stadt Wilhelmshaven, wo 0,06 Blitze pro Quadratkilometer zu Boden gingen.
Auf den Plätzen zwei und drei der Blitzdichte pro Quadratkilometer liegen die Landkreise Ammerland (0,38) und Oldenburg (0,36). Die Stadt Delmenhorst kommt laut Statistik ebenfalls auf einen Wert von 0,36, im Landkreis Emsland schlugen 0,35 Blitze pro Quadratkilometer ein.
So oft hat es im Kreis Stade geblitzt
Im Landkreis Stade wurden 2025 153 Erdblitze gezählt. Das macht eine Dichte von 0,12 Quadratkilometer. Damit sei das blitzärmste Jahr der vergangenen zehn Jahre erreicht worden. Die höchste Blitzdichte im Landkeis habe es laut Aldis/Blids 2021 gegeben - 1384 gezählte Blitze, 1,05 Quadratkilometer.
- Bundesweit hatte Kaufbeuren im bayerischen Allgäu die höchste Blitzdichte (1,23). Auch dieses Jahr finden sich unter den blitzreichsten Städten und Kreisen vor allem solche aus dem Süden - insbesondere dem bayerischen Alpenvorland.
- Wer Angst vor Blitzen hat, war dagegen 2025 in Kiel am sichersten. Dort zählten die Experten insgesamt nur sechs Blitze - also 0,05 pro Quadratkilometer. Ebenfalls sehr blitzarm waren Magdeburg, Neumünster, Wilhelmshaven und Plön mit je 0,06 Blitzen pro Quadratkilometer. Auf 0,07 Blitze kamen Segeberg, Witmund, Schwerin und Herne. Vier der neun blitzärmsten Städte und Kreise finden sich damit in Schleswig-Holstein, zwei in Niedersachsen und je einer in NRW, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt.

Blitzärmste Orte in Deutschland im Jahr 2025. Foto: Aldis/Blids
Insgesamt war 2025 ein sehr blitzarmes Jahr. In den meisten der gewitterträchtigen Monate von Mai bis September war es im vergangenen Jahr nach Expertenangaben zu trocken. Zum Entstehen von Gewittern sind feuchte und energiereiche Luftmassen notwendig.
Es war für Blitze meist zu trocken
Doch warum war 2025 so blitzarm?
Das Wetter ist komplex, die Antwort also vielschichtig, doch ein wichtiger Effekt ist relativ klar: in den meisten der gewitterträchtigen Monate war es diesmal schlicht zu trocken. Hohe Blitzzahlen gibt es typischerweise von Mai bis September, die allermeisten im Juni, Juli und August.
Laut Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war es bundesweit – abgesehen vom Juli und September – deutlich trockener als sonst. Und ausgerechnet im Juli war es zwischenzeitlich eher kalt.
Feuchte, Energie und ein Hebeimpuls
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Damit fehlte also relativ oft eine der zentralen Zutaten für Blitze: Für Gewitter brauche man feuchte und energiereiche Luftmassen, erklärt Tanja Egerer vom DWD. Zudem benötigen Blitze demnach große Temperaturunterschiede zwischen oben und unten und einen Hebungsimpuls, der dafür sorgt, dass die Luft vom Boden nach oben kommt.
Letzteres kann etwa ein Gebirge, Hitze am Boden oder auch ein Impuls aus höheren Luftschichten sein. „Oft geht es um die Mittagszeit im Bergland mit Gewittern los, die dann abhängig von den Strömungsverhältnissen ins Umland ziehen“, erklärt die Meteorologin.
Nur Erdblitze gezählt
Die von Aldis/Blids erhobenen Zahlen unterscheiden sich von anderen Blitzstatistiken, die daher teils zu deutlich anderen Ergebnissen kommen. In dieser Statistik zählen nur Erdblitze und jeder Blitz nur einmal.
Es kommt nämlich häufig vor, dass durch einen Blitzkanal in kürzester Zeit mehrere Entladungen fließen. Für Beobachter sieht das dann wie ein Flackern des Blitzes aus. Manche Statistiken zählen dann mehrere Blitze, die hier vorliegende nur einen. (dpa/tip)
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