TMutmaßlicher Todesschütze hielt sich unerlaubt in Deutschland auf
Trauer: Blick auf die Mutter-Kind-Einrichtung in der Dankersstraße in Stade. Foto: Vasel
Der mutmaßliche Todesschütze von Stade hat sich illegal in Deutschland aufgehalten. Damit nicht genug: Auch in seiner Heimat ist der 45-Jährige im Visier der Justiz.
Stade. Gegen den in der Untersuchungshaft sitzenden mutmaßlichen Todesschützen von Stade liegt in der Türkei ein Haftbefehl vor. Das hat die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Stade, Julia Lüth, am Montag dem TAGEBLATT bestätigt. Es handelt sich laut Staatsanwältin allerdings um einen „nationalen“ Haftbefehl. Warum dieser in der Türkei ausgestellt worden ist und ob er auf einer rechtsstaatlichen Entscheidung oder einem Urteil fuße, entziehe sich ihrer Kenntnis.
Keine Angaben zu Hintergründen
Innen- und Justizministerium hätten ihnen nicht mehr mitgeteilt. Lediglich das Vorliegen könnten die Stader der Öffentlichkeit mitteilen, sagte Lüth. Damit ist klar: Es gab keinen internationalen Haftbefehl gegen den Mann aus Garbsen. Dieser wäre ein weltweites Ersuchen zur vorläufigen Festnahme. Über eine Auslieferung hätten deutsche Behörden zu entscheiden.
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Außerdem hat die Sprecherin der Stader Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass der Tatverdächtige keinen Aufenthaltstitel besitzt. Das heißt: Der 45 Jahre alte, in Deutschland geborene türkische Staatsbürger hielt sich demnach illegal im Land auf. Laut Aufenthaltsgesetz ist das eine Straftat, die mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr bestraft werden kann.
Aktuell wird gegen den mutmaßlichen Todesschützen wegen des Vorwurfs des sechsfachen Mordes in einer Mutter-Kind-Einrichtung in der Dankersstraße in Stade am 29. Juni 2026 ermittelt.
Beim Hilfeplan-Termin soll der Kurde sechs Menschen mit einer Pistole getötet haben. Seine Opfer arbeiteten für die Einrichtung und das Jugendamt Hannover. Seine drei Monate alte Tochter war seit Mitte Mai in Stade untergebracht - zunächst ohne die 34-jährige Mutter. Die Eltern gingen gegen den Entzug des Sorgerechts gerichtlich vor.
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Trauer: Blick auf den abgesperrten Tatort in der Stader Dankersstraße am Abend des 29. Juni. Foto: Vasel