TPendler-Frust beim RE5: Neue Zahlen zeigen Ausmaß der Probleme
Pendlerfrust auf der RE5-Strecke: Verspätungen, Zugausfälle und lange Wartezeiten prägen den Alltag zwischen Cuxhaven, Stade und Hamburg – die Bauarbeiten dauern an. Foto: Marks/dpa
Reisende stranden in Stade, XXL-Verspätung in Buxtehude: Das sagt die Bahn zum Chaos auf der Strecke zwischen Cuxhaven und Hamburg.
Stade/Cuxhaven. Die Probleme auf der Bahnstrecke zwischen Cuxhaven und Hamburg reißen nicht ab. Nachdem die „Cuxhavener Nachrichten“ über massive Einschränkungen beim Regionalexpress RE5 berichtet hatten, hat die Deutsche Bahn jetzt auf einen umfangreichen Fragenkatalog der CNV-Medien-Redaktion geantwortet. Die Zahlen zeigen, wie stark die Strecke derzeit beeinträchtigt ist.
Allein seit Beginn der aktuellen Bauarbeiten am 12. Oktober mussten nach Angaben der Bahn 20 RE5-Fahrten vorzeitig in Stade enden. Der nicht bediente Streckenabschnitt werde jeweils als baubedingter Teilausfall erfasst. Hinzu kommen erhebliche Verspätungen.
„Seit dem 12. Oktober sind nahezu 70 Prozent der auf der RE5 entstandenen Verspätungen auf die derzeitigen Baumaßnahmen zurückzuführen“, erklärt die Bahn-Pressestelle. Die übrigen Verzögerungen hätten auch andere Ursachen, etwa externe Störungen.
Gleich acht RE5-Fahrten fielen am Donnerstag aus
Wie angespannt die Situation bleibt, zeigte sich erneut am Donnerstag. Wegen eines kurzfristigen Fahrzeugausfalls strich DB Regio Nord Unterelbe gleich acht RE5-Fahrten zwischen Cuxhaven und Hamburg-Harburg. Betroffen waren vier Verbindungen ab Cuxhaven um 5.09, 8.09, 10.09 und 13.09 Uhr sowie vier Gegenrichtungen ab Harburg um 7.23, 10.23, 12.23 und 15.23 Uhr. Für die ausgefallenen Zugfahrten wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.
Zwischen Stade und Hamburg sollten die Reisenden auf die S-Bahn-Linie S5 ausweichen. Für Pendler bedeutete das erneut Umsteigen, längere Fahrzeiten und zusätzlichen Organisationsaufwand.
Bereits am Dienstag hatten Reisende von erheblichen Problemen berichtet. Nach Angaben der Bahn war der Ersatzverkehr zwischen Cuxhaven und Cadenberge wegen der geplanten Gleiserneuerung vorgesehen. Dass einzelne Züge schon in Stade endeten, begründet das Unternehmen ebenfalls mit den laufenden Bauarbeiten. Für die betroffenen Abschnitte würden Ersatzbusse bereitgestellt.
Die Bauarbeiten sollen pünktlich enden
Immerhin gibt es bei den aktuellen Arbeiten zwischen Cadenberge und Hechthausen eine vorsichtig positive Nachricht. Auf die Frage, ob der ursprünglich vorgesehene Abschluss am Montagmorgen (26. Oktober) eingehalten werden kann, antwortet die Bahn: „Aktuell gehen wir daher davon aus, dass die Arbeiten wie geplant am 26. Oktober, circa 5 Uhr, abgeschlossen sein werden.“
Entwarnung für die Fahrgäste bedeutet das allerdings nicht. Bis zum 8. November stehen nach Angaben des Unternehmens weitere Gleiserneuerungen sowie Brücken- und Instandhaltungsarbeiten an. Betroffen sind vor allem Abschnitte zwischen Cuxhaven und Stade, unter anderem bei Hechthausen und Himmelpforten. Je nach Bauphase müsse mit weiteren Ausfällen und Ersatzverkehr gerechnet werden.
Hinzu kommt die nächste Großbaustelle in Hamburg. Zwischen dem 25. Oktober und dem 21. November erneuert die DB InfraGO südlich des Hamburger Hauptbahnhofs Weichen und Kreuzungen. Die Auswirkungen auf den Regionalverkehr dauern nach dem veröffentlichten Fahrplan vom 26. Oktober bis einschließlich 22. November. Der RE5 aus Cuxhaven beginnt und endet in dieser Zeit in Hamburg-Harburg. Die Bahn begründet die Maßnahme mit eingeschränkten Gleiskapazitäten am Hauptbahnhof. Zwischen Harburg und der Hamburger Innenstadt müssen Reisende auf die S-Bahn ausweichen.
Unbefugtes Betreten von Bahnanlagen ist gefährlich
Dass nicht jedes Problem auf der RE5 durch Bauarbeiten verursacht wird, zeigte ein Vorfall am Dienstag bei Cuxhaven-Altenbruch. Nach Erkenntnissen der Bahn überquerten zwei Personen kurz vor einem herannahenden Regionalexpress die Gleise.
Nach Informationen der „Cuxhavener Nachrichten“ sollen sich in dem Bereich Jugendliche aufgehalten und an den Bahnschienen geangelt haben. Ein Leser berichtete der Redaktion von entsprechenden Beobachtungen. Ob diese im Zusammenhang mit dem Vorfall stehen, ist bislang nicht bestätigt. „Das unbefugte Betreten von Bahnanlagen ist gefährlich und deshalb verboten“, betont eine Bahnsprecherin. Der Vorfall werde als gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr zur Anzeige gebracht. Der betroffene Zug hatte in Otterndorf bereits 64 Minuten Verspätung, in Buxtehude waren es schließlich 86 Minuten.
Für die Pendler bleibt die entscheidende Frage offen: Wann fährt der RE5 zwischen Cuxhaven und Hamburg wieder dauerhaft zuverlässig? Einen konkreten Termin dafür nennt die Bahn nicht.
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