TPfingstmarkt in Neukloster: Waffen- und Cannabisverbot an der B73
Für den Pfingstmarkt in Neukloster wird sogar die Bundesstraße B73 für drei Tage gesperrt. Foto: Heimatverein Neukloster
Die Waffenverbotszone für den Pfingstmarkt in Neukloster wird erweitert. Die Polizei erhält dadurch mehr Kontrollmöglichkeiten auf dem Festgelände und den Zugangswegen.
Buxtehude. Die Waffenverbotszone für den Pfingstmarkt in Neukloster wird ausgeweitet. Der Stader Kreistag beschloss dies einstimmig in einer Eilentscheidung. Auf dem Pfingstmarktplatz gilt das Verbot bereits. Nun umfasst die Zone auch die Jorker Straße zwischen den Bahngleisen in Neukloster und der Bundesstraße B73.
Der Pfingstmarkt zieht jährlich knapp 100.000 Besucher an, viele reisen mit der S-Bahn an. Damit zählt das Fest zu den beliebtesten Volksfesten Norddeutschlands. Veranstalter ist der Heimatverein Neukloster, der die Ausweitung der Waffenverbotszone beantragte. In diesem Jahr findet der Markt von Samstag, 23. Mai, bis Pfingstmontag, 25. Mai, statt. Während dieser drei Tage bleibt die B73 voll gesperrt. In diesem Jahr gibt es die Veranstaltung zum 147. Mal.
Warum die neue Verbotszone wichtig ist
„Wir unterstützen den Antrag des Heimatvereins Neukloster, die Waffenverbotszone vom Bahnhof bis zum Festplatz auszuweiten“, erklärt Rainer Bohmbach, Sprecher der Polizeiinspektion Stade. Die erweiterte Waffenverbotszone erleichtert der Polizei die Kontrollen, da sie bereits auf den Zufahrtswegen eingreifen kann, so Bohmbach. Martin Rühs vom Heimatverein: „Der Pfingstmarkt ist immer ein sehr ruhiger Markt und das soll auch bleiben.“
Kontrollen ohne Verdacht möglich
In einer Waffenverbotszone darf die Polizei Personen ohne konkreten Verdacht anhalten, befragen und durchsuchen. So setzt sie das Verbot von Waffen und gefährlichen Gegenständen wie Messern oder Schlagstöcken durch. Auch Reizstoffsprühgeräte, die nicht unter das Waffengesetz fallen, sind verboten.

Den Pfingstmarkt besuchen jedes Jahr knapp 100.000 Menschen. Foto: Felsch
Ausnahmen gibt es nicht. Selbst wer behauptet, ein Taschenmesser nur zum Apfelschälen zu nutzen, muss es abgeben. Die Polizei bewahrt solche Messer auf, der Besitzer kann sie am nächsten Tag abholen. Gefährlichere Messer oder Waffen werden nicht zurückgegeben. Zudem drohen Bußgelder oder Strafanzeigen.
Ende des Monats soll es außerdem ein landesweites Waffenverbot in Bussen und Bahnen des Nahverkehrs geben. Das kündigte Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens an. In Hamburg gibt es dieses Verbot bereits seit 2024. Somit darf schon bei der Anfahrt per S-Bahn zum Pfingstmarkt keine Waffe mitgenommen werden.
Schnelle Entscheidung des Kreistags
Die Polizei meldete den Bedarf für die Ausweitung der Zone in einer Vorbereitungssitzung an. Da der Kreistag regulär erst nach Pfingsten wieder tagt, war Eile geboten. Am Montag unterbrach der Kreistag des Landkreises Stade darum seine Sitzung für eine kurze Beratung im Kreisausschuss. Dieser Schritt war nötig, da Anträge formal erst im Ausschuss behandelt werden müssen. Anschließend stimmte der Kreistag ohne Debatte zu. Ohne dieses Verfahren hätte eine Sondersitzung einberufen werden müssen.
Inhaltlich ist die Ausweitung der Verbotszone unumstritten. Birgit Butter (CDU), Ortsbürgermeisterin des Nachbarorts Hedendorf und stellvertretende Landrätin, hatte das Eilverfahren angeschoben.
Cannabis-Verbot auf dem Festgelände
Der Konsum von Cannabis bleibt auf dem Pfingstmarkt wie schon 2025 verboten. Obwohl das neue Cannabis-Gesetz den Konsum für Erwachsene grundsätzlich auf dem Pfingstmarkt erlaubt, gilt dies nicht für das Familienfest. Das hat der Veranstalter Heimatverein entschieden. Polizei und Sicherheitsdienst werden auch dies überwachen.
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