TSporthallenbau: Stade beansprucht Buxtehudes Gold-Titel für sich
Volle Hütte in Stade: Vor allem die Basketballer locken viele Fans in den Sportcampus. Foto: Struwe
Stades Stadtrat hat buchstäblich die Goldwaage herausgeholt. Im Fokus: die neuen Hallen in Buxtehude und Stade und die Frage, ob sich jemand mit fremden Federn schmückt.
Stade. Freude und vielleicht auch ein bisschen Genugtuung waren Carsten Brokelmann im jüngsten Bauausschuss deutlich anzumerken, als er ganz am Ende noch eine „Mitteilung des Bürgermeisters“ öffentlich machte.
In seiner Doppelrolle als Stades Stadtrat und Präsident des VfL Stade konnte er freudestrahlend - und augenzwinkernd - einen kleinen Seitenhieb in Richtung Buxtehude austeilen. Was gibt es Schöneres? Die ganze Geschichte hat Potenzial für einen Schlagabtausch.
Hat Buxtehude sich mit fremden Federn geschmückt?
Im Mittelpunkt stehen Buxtehudes Halle Nord und Stades Sporthalle auf dem Bildungscampus in Riensförde. Beide sind Besuchermagnete und bieten Platz für mehr als 1000 Zuschauer.
Die Halle Nord wurde von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) mit dem sogenannten Gold-Standard ausgezeichnet, einem Gütesiegel für hochwertiges, nachhaltiges Bauen. Die gleiche Auszeichnung hat nun auch die Stader Sporthalle erhalten. Das wirft die Frage auf, ob Buxtehude sich womöglich mit fremden Federn geschmückt hat.
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Und zwar als Buxtehudes Stadtbaurätin Michaela Springhorn kurz vor der Eröffnung der Halle Nord im Juli 2025 betonte, dass Buxtehude mit dem Bauwerk in Niedersachsen Vorreiter sei. Weil es die erste Halle dieser Größenordnung sei, die mit dem Gold-Standard der DGNB ausgezeichnet wurde. Die Auszeichnung erfolgte bereits 2022. Ein Jahr vor dem ersten Spatenstich.
Buxtehude liegt knapp hinter Stade
Als der Sporthallenbau 2023 in Buxtehude begann, war die Sporthalle in Stade bereits fertig. Für Carsten Brokelmann steht deswegen fest: Stade hat streng genommen die erste Sporthalle mit Gold-Standard und nicht Buxtehude. TAGEBLATT-Recherchen ergaben zudem, dass das noch nicht alles ist.
Gold ist nämlich nicht gleich Gold. So erreichte die Halle Nord bei der DGNB-Zertifizierung einen sogenannten Gesamterfüllungsgrad von 72,1 Prozent. Und liegt damit knapp - für Stader deutlich - hinter der Stader Sporthalle. Die kommt auf einen Gesamterfüllungsgrad von 74,1 Prozent. Beurteilt werden dabei unter anderem die ökologische, ökonomische und die technische Qualität.
TAGEBLATT greift Brokelmann-Wunsch auf
Stades Gold-Sporthalle ist also nicht nur früher fertig gewesen als das Buxtehuder Pendant, sondern wurde von der DGNB auch noch besser bewertet. Kein Wunder, dass Carsten Brokelmann mit schelmischem Blick in Richtung Pressetisch den Wunsch äußerte, darüber doch mal zu berichten.
Gesagt, getan. Wir stehen auch zur Verfügung, wenn jemand aus Buxtehude den Gold-Titel verteidigen möchte.
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