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St. Wilhadi

TStabat Mater: Was das Oratorium für die Stadtkantorei besonders macht

Die Stadtkantorei bei einem großen Konzert in der Kirche

Für das "Stabat Mater" hat die Stadtkantorei Stade vier Solisten und ein volles Orchester an der Seite. Foto: Martin Elsen

Für viele Menschen ist Dvoráks Stabat Mater eines der schönsten Oratorien überhaupt. Jetzt erklingt das Werk in Stade - obwohl es für die Stadtkantorei nicht unbedingt naheliegt.

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Von Fenna Weselmann
Donnerstag, 20.03.2025, 15:00 Uhr

Stade. Die Stadtkantorei Stade wartet am Sonntag, 23. März, um 18 Uhr wieder mit einem großen Konzert in der St.-Wilhadi-Kirche auf. Auf dem Programm steht das Stabat Mater op. 58 von Antonin Dvorák (1841-1904). Für den Kirchenchor unter Leitung von Hauke Ramm ist das eine Premiere.

Dvorák verarbeitet den frühen Tod seiner Kinder

Der vielfach vertonte Text - ein mittelalterliches Gedicht in lateinischer Sprache - beschreibt die am Kreuz Jesu stehende Mutter Gottes in ihrer Trauer und bittet darum, in ihre Klage einstimmen zu dürfen. Stades Kreismusikdirektor Hauke Ramm ist voller Vorfreude auf das Konzert: „Für eine evangelische Stadtkantorei liegt dieser katholische Text, der im 16. Jahrhundert Teil des römischen Messritus war, zwar nicht so nahe, aber mich wundert beinahe, dass ich dieses Stück erst jetzt mache. Das Oratorium ist wunderbar instrumentiert, mit vielfältigen Sätzen und tollen Verbindungen zwischen Solisten und Chor.“

In seiner Musik empfindet Dvorák den tiefen Schmerz von Maria nach und verwebt ihn mit seiner eigenen Trauer über den Verlust seiner drei Kinder, die innerhalb von zwei Jahren starben. Doch sein Werk bleibt nicht in der Dunkelheit: Vom Leid und Schmerz führt es Schritt für Schritt zu einem ergreifenden Finale voller Hoffnung, das die Verheißung von ewigem Leben in „des Paradieses Herrlichkeit“ feiert, das durch das Leiden und den Tod Jesu ermöglicht wurde.

Als Antonin Dvorák das Werk in den Jahren 1876/1877 komponierte, war er noch jung. Auf Empfehlung von Johannes Brahms wurde das Oratorium rasch verlegt. Die Uraufführung 1880 in Prag war ein großer Erfolg und legte den Grundstein für Dvoráks internationale Karriere.

Stadtkantorei singt mit renommierten Solisten

Für die Aufführung hat Kreismusikdirektor Hauke Ramm der Stader Stadtkantorei vier international erfolgreiche Solisten sowie die Kammersinfonie Bremen in großer Orchesterbesetzung zur Seite gestellt. Neben Nicole Pieper (Alt) und Markus Brutscher (Tenor) sind unter den renommierten Solisten erstmals die Sopranistin Johanna Winkel und der Bass Simon Robinson in Stade zu hören.

Johanna Winkel gab ihr internationales Debüt in Nantes mit dem Concerto Köln unter der Leitung von Peter Neumann und erarbeitete sich schnell einen hervorragenden Ruf im Oratorienfach. Sie bewies sich zunächst in der historischen Aufführungspraxis barocker Musik und erweiterte ihr Repertoire stetig hin zur Romantik und Moderne. Neben Konzerten in europäischen Metropolen wie Zürich, Prag, Madrid, Paris oder Mailand stehen Tourneen nach Kanada, Brasilien, Argentinien, China und Israel. Und auch auf der Opernbühne ist die Sängerin unterwegs, debütierte bei den Salzburger Osterfestspielen als Gerhilde in „Die Walküre“.

Johanna Winkel lacht mit strahlend blauen Augen in die Kamera.

Die prominente Solistin Johanna Winkel hatte Kreismusikdirektor Hauke Ramm schon lange auf dem Schirm, für das Stabat Mater konnte er sie jetzt erstmals nach Stade holen. Foto: Tatjana Dachsel

Mit seiner kraftvollen und facettenreichen Stimme zählt Simon Robinson zu den gefragten Bass-Baritonen und genießt große Anerkennung als Lied- und Oratorienrezitator auf der Konzert- und Opernbühne. Geboren in York, England, ist er Preisträger des Barockopern Wettbewerbs in Innsbruck und des Wigmore Hall Gesangswettbewerbs in London. Sein Operndebüt gab er 2015 an der Bayerischen Staatsoper in Monteverdis Orfeo.

Karten sind erhältlich über die Vorverkaufsstellen des Stadeums sowie unter www.stadeum.de.

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