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TTagelang chaotische Zustände: S-Bahn-Pendler stranden ohne Informationen

Zwei S-Bahn-Züge der Baureihen 490 (links) und 474 stehen im Hamburger S-Bahn Werk Ohlsdorf. Die 490er haben eine Klimaanlage. Die ältere Baureihe 474 nicht.

Zwei S-Bahn-Züge der Baureihen 490 (links) und 474 stehen im Hamburger S-Bahn Werk Ohlsdorf. Die 490er haben eine Klimaanlage. Die ältere Baureihe 474 nicht. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Störungen im Bahnverkehr sorgen für Chaos. Pendler berichten von fehlenden Informationen und schlechtem Ersatzverkehr. Was steckt hinter den wiederholten Problemen?

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Von Karsten Wisser
26.06.2026, 16:00 Uhr

Landkreis. Das erlebten viele Pendler aus dem Landkreis Stade und Neu Wulmstorf am Mittwoch: Zum wiederholten Mal in Folge fuhren stundenlang keine Bahnen zwischen Neugraben, Buxtehude und Stade. „Kein Hinweis am Hamburger Hauptbahnhof auf Probleme. Keine Durchsage in der Bahn“, berichtet Thomas Butter aus Neukloster.

Auch die Bahn-App lieferte keine Informationen über einen Schienenersatzverkehr. Bereits am Montag und Dienstag spielten sich ähnliche Szenen ab.

Fahrgäste wütend: So schlecht ist die Kommunikation

Die Abfahrtszeiten wurden durchgängig bis Stade als pünktlich angezeigt. „Erst auf dem Bahnsteig in Neugraben erfährt man von der Störung – verbunden mit dem Hinweis, dass es keine Informationen zu Ersatzbussen gibt“, sagt Butter. Hunderte gestrandete Fahrgäste warteten unzumutbar lange auf Busse oder gekennzeichnete Taxis.

Zwei S-Bahn-Züge der Baureihen 490 (links) und 474 stehen im Hamburger S-Bahn Werk Ohlsdorf. Die 490er haben eine Klimaanlage. Die ältere Baureihe 474 nicht.

Zwei S-Bahn-Züge der Baureihen 490 (links) und 474 stehen im Hamburger S-Bahn Werk Ohlsdorf. Die 490er haben eine Klimaanlage. Die ältere Baureihe 474 nicht. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Wer in Neugraben oder Buxtehude strandete, stand zudem in der prallen Sonne – Schattenplätze gab es keine.

Besonders bitter: Die von Butter geschilderten Szenen spielten sich um 20.40 Uhr ab. Das Chaos hielt die Fahrgäste da bereits seit sechs Stunden fest. „Nach so langer Zeit sollte der Ersatzverkehr wenigstens etwas Entlastung bringen. Schulbusse müssten verfügbar sein, und der HVV hätte Fahrer organisieren können“, kritisiert Butter.

S-Bahn entschuldigt sich bei den Pendlern

„Wir bedauern die wiederholten Einschränkungen auf der Strecke zwischen Stade und Neugraben sehr und bitten die Betroffenen ausdrücklich um Entschuldigung“, erklärt eine S-Bahn-Sprecherin. Man wisse, dass viele Pendler aus Stade und Buxtehude dadurch erhebliche Probleme hatten, zur Arbeit oder nach Hause zu kommen. „Die DB InfraGO arbeitet daran, die Ursache nachhaltig zu beheben und weitere Einschränkungen zu minimieren“, so die Sprecherin.

In dieser Woche kam es zwischen Buxtehude und Neugraben mehrfach zu Störungen an der Infrastruktur. Ursache war eine Stellwerksstörung in Buxtehude sowie eine wiederholte Weichenstörung. Am Mittwoch tauschte ein Instandhaltungsteam den Motor der Weiche aus. Weitere Reparaturen sollen in den kommenden Tagen folgen – möglichst nachts, um den Betrieb nicht zusätzlich zu beeinträchtigen.

Das ist der Grund für das Bahnchaos

Die Störung sei nicht auf die aktuelle Hitze zurückzuführen, erklärt die S-Bahn. Die Weichen im Bereich Buxtehude werden vom Stellwerk gesteuert. „Ein Stellwerk benötigt bei jeder Weichenstellung eine eindeutige Rückmeldung, dass die Weiche korrekt steht“, erläutert die Sprecherin. Fehlt diese Rückmeldung oder erreicht die Weiche die gewünschte Position nicht, gilt sie als gestört. „Züge müssen dann warten, umgeleitet oder durch besondere Maßnahmen abgesichert werden.“

Eine S-Bahn am Buxtehuder Bahnhof.

Eine S-Bahn am Buxtehuder Bahnhof. Foto: Wisser

Was passiert, wenn die Temperaturen weiter steigen? „Wie aufweichender Asphalt, Niedrigwasser in Flüssen oder Bauprobleme belastet die Rekordhitze auch die Bahntechnik“, sagt die Sprecherin dem TAGEBLATT. Die Anlagen und Züge der Deutschen Bahn stünden unter maximaler Belastung.

Achtung! Diese Züge haben keine Klimaanlagen

Vor allem das Schienennetz leide unter der Hitze. Die Technik sei der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Hinzu kämen Starkregen, Gewitter mit Sturmböen und Böschungsbrände, die der Deutsche Wetterdienst für die kommenden Tage vorhersagt. Diese Extrembedingungen könnten Signale, Gleise, Weichen und Oberleitungen beschädigen und deutschlandweit zu Störungen führen.

Am Hamburger Hauptbahnhof gab es zeitweise keine Informationen zum Chaos auf der Strecke Neugraben-Stade.

Am Hamburger Hauptbahnhof gab es zeitweise keine Informationen zum Chaos auf der Strecke Neugraben-Stade. Foto: Wisser

Wichtig für Fahrgäste: Im Netz der S-Bahn Hamburg verkehren zwei Fahrzeugtypen – 112 Züge der Baureihe 474 und 82 Züge der Baureihe 490. Beide fahren laut S-Bahn auf der Strecke Richtung Stade. Die neueren Züge der Baureihe 490 (runde, silberne Front) sind mit Klimaanlagen ausgestattet. Die älteren Züge der Baureihe 474 (eckige Front) haben keine Klimaanlagen, dafür lassen sich die Fenster öffnen.

In klimatisierten Zügen wird die Temperatur um etwa sechs Grad gegenüber der Außentemperatur gesenkt. „Unser Ziel ist es, dass unsere Fahrgäste auch bei hohen Temperaturen möglichst angenehm und zuverlässig ihr Ziel erreichen“, betont die S-Bahn-Sprecherin.

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