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Fredenbeck

TVolksbank will mit Nachbarbank fusionieren: Was ändert sich für Stader Kunden?

Sven van Haren am Geldautomat in der Volksbank-Filiale in Fredenbeck. Können Kunden künftig in allen vier Filialen der VBFOA weiter Geld von ihrem Konto abheben?

Sven van Haren am Geldautomat in der Volksbank-Filiale in Fredenbeck. Können Kunden künftig in allen vier Filialen der VBFOA weiter Geld von ihrem Konto abheben? Foto: Meyer

Die Volksbank Fredenbeck-Ahlerstedt-Oldendorf will mit Lamstedt-Hechthausen eins werden. Ein Zukunftsproblem ist der Grund. Darauf müssen sich Kunden einstellen.

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Von Thies Meyer
Samstag, 25.04.2026, 17:50 Uhr

Fredenbeck. Vor elf Jahren vereinigten sich die Volksbanken Fredenbeck-Oldendorf und Ahlerstedt zur Volksbank eG Fredenbeck-Oldendorf-Ahlerstedt (VBFOA). 2027 will die VBFOA die Brücke über die Oste schlagen und sich mit der kleineren Spar- und Darlehenskasse Börde Lamstedt-Hechthausen eG (SpaDaKa) zusammenzuschließen.

Die VBFOA-Vorstände Sven van Haren, Rainer Peters und Jennifer Klug sowie die SpaDaKa-Vorstände Ingo Lafrenz und Pascal Brandtjen nahmen die Fusionsgespräche vor mehr als einem Jahr auf, im Dezember 2025 wurde es konkreter. Demnächst stimmen die Häuser über das Zukunftsszenario ab, denn mittelfristig erwarten sie ein Problem. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wann ist die Fusion geplant?

Auf ihren Generalversammlungen entscheiden die Mitglieder der VBFOA und SpaDaKa am 30. Juni beziehungsweise 6. Juni, ob sich beide Häuser zusammenschließen. Die jeweiligen Aufsichtsräte befürworten den Zusammenschluss.

Planen eine gemeinsame Zukunft der VBFOA und der SpaDaKa (von links): Ingo Lafrenz (SpaDaka), Sven van Haren (VBFOA), Rainer Peters (VBFOA), Jennifer Klug (VBFOA) und Pascal Brandtjen (SpaDaka).

Planen eine gemeinsame Zukunft der VBFOA und der SpaDaKa (von links): Ingo Lafrenz (SpaDaka), Sven van Haren (VBFOA), Rainer Peters (VBFOA), Jennifer Klug (VBFOA) und Pascal Brandtjen (SpaDaka). Foto: Meyer

Technisch wäre die geplante Fusion Ende 2027 abgeschlossen und zum 1. Januar 2027 rückwirkend wirksam.

Warum wollen VBFOA und SpaDaKa fusionieren?

Finanzielle Engpässe und wirtschaftlicher Druck gelten häufig als Auslöser und Kosteneinsparungen als Antrieb für Bankenfusionen. Doch Sven van Haren sagt: „Der Status quo ist bei beiden Banken gut, wir sind wirtschaftlich gut aufgestellt.“ Deshalb sei jetzt ein guter Zeitpunkt, um die Fusion einzuleiten.

Unter vielen Herausforderungen - Regulierungs- oder Wettbewerbsdruck - gibt es einen Knackpunkt, der den Druck erhöht, zu fusionieren, erklärt van Haren: der Fachkräftemangel.

„Man braucht immer mehr Spezialisten und genau diese Spezialisten sind immer schwieriger zu bekommen. Wir merken, dass wir größenbedingt in vielen Bereichen nur die Pflicht können und nicht die Kür“, sagt er.

Die VBFOA durchlebte vor rund vier Jahren einen Generationenwechsel. Altersbedingt seien viele Mitarbeiter in den Ruhestand gegangen, doch auch viele neue nachgefolgt. Im Nachbarkreis steht ein Generationenwechsel bevor und Lamstedt hat erkannt, dass der Personalmangel in Zukunft zunimmt.

Zum Teil haben beide Banken nur eine Person, die auf einem Fachgebiet Experte ist. Zusammen könnten die Fusionspartner es besser kompensieren, wenn beispielsweise Spezialisten wie Controller oder Geldwäschebeauftragte mal ausfallen - das ist die „Kür“, die beide Seiten besser beherrschen wollen.

Mit den baldigen Ruheständlern gehe „in den nächsten Jahren Expertise verloren, die motivierte junge Leute sich erst im Laufe der Zeit aneignen können“, so Lafrenz. Peters ergänzt: „Je größer ein Unternehmen ist, desto attraktiver ist es auch, sich dort durch mögliche Aufstiegs- und Karrierechancen zu bewerben.“ Die Verschmelzung und Vergrößerung soll helfen, attraktiver für Fach- und Nachwuchskräfte zu werden.

Was verändert sich personell?

Van Haren, Klug und Brandtjen sollen den Vorstand bilden. Lafrenz könnte für die Kunden als Regionaldirektor in Lamstedt und Hechthausen Ansprechpartner sein. Rainer Peters verlässt die Volksbank altersbedingt zum Jahresende 2027 und scheidet nach 26 Jahren im Vorstand aus.

Die acht VBFOA- und sieben SpaDaKa-Aufsichtsräte bleiben bestehen, so der Plan.

Was verändert sich für Kunden?

Es werde erst Ende 2027 ein Thema werden, aber es ist absehbar: Für die Lamstedter und Hechthausener würde sich die IBAN ändern, weil sie die Bankleitzahl der VBFOA übernehmen.

Genauere Auswirkungen seien erst nach den Abstimmungen abzusehen, so van Haren. Kunden müssten durch die Fusion kaum Umstellungen befürchten. Dass fast alles so wie gewohnt bleibt, sei van Haren zufolge „genau der Punkt, der über allem steht“.

Was bleibt gleich für Kunden?

„Wir möchten durch die Verschmelzung unsere Eigenständigkeit bewahren“, sagt van Haren. Das klinge paradox, aber er hat eine Erklärung.

Während die Sparkasse im Geschäftsgebiet der VBFOA und der SpaDaKa einige ihrer Filialen geschlossen hat oder schließen will, gehen die Fusionspartner in die entgegengesetzte Richtung. „Wir wollen im ländlichen Raum präsent bleiben“, sagt Lafrenz.

„Die Menschen interessiert: Kann ich weiter in meine Filiale gehen? Sind meine gewohnten Ansprechpartner vor Ort?“ „Ja und Ja“, sagt Lafrenz. Fredenbeck, Kutenholz, Oldendorf und Ahlerstedt sowie Lamstedt und Hechthausen: Alle Filialen bleiben erhalten. Und auch Mitarbeiter sollen nicht an andere Standorte versetzt werden.

Zudem werde weiterhin eine Generalversammlung stattfinden, zu der alle VBFOA- und SpaDaKa-Mitglieder eingeladen sind.

Wie soll die Bank demnächst heißen?

Auch das bleibt wie gewohnt für alle Fredenbecker, Oldendorfer und Ahlerstedter: Die neue Bank firmiert als Volksbank eG. Den Namen übernimmt die SpaDaKa, die es damit nicht mehr geben würde. Die Volksbank eG tritt an allen sechs Standorten mit dem Ortsnamen als Zusatz auf - „Volksbank Kutenholz“, „Volksbank Hechthausen“. Fredenbeck soll Hauptsitz der Genossenschaft sein.

Zahlen zur VBFOA und SpaDaKa

VBFOA

  • Durchschnittliche Bilanzsumme: 405 Millionen Euro
  • Kunden: 12.812
  • Mitglieder: 4456
  • Mitarbeiter: 60 (davon 6 Auszubildende)

SPADAKA

  • Durchschnittliche Bilanzsumme: 109 Millionen Euro
  • Kunden: 6949
  • Mitglieder: 2353
  • Mitarbeiter: 24 (davon 2 Auszubildende)

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