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Handball

TWarum zwei Handball-Profis in Himmelpforten auf der Tribüne sitzen

Isabelle Dölle zählt beim BSV zu den Leistungsträgerinnen und mit HSVH-Profi Dominik Axmann zusammen.

Isabelle Dölle zählt beim BSV zu den Leistungsträgerinnen und mit HSVH-Profi Dominik Axmann zusammen. Foto: Iso Jürgens

Die Handball-Profis Dominik Axmann und Isabelle Dölle schauen in Himmelpforten zu - und pflegen damit alte Freundschaften.

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Von Lars Wertgen
Donnerstag, 12.02.2026, 09:55 Uhr

Himmelpforten. Sonntagnachmittag, 17.30 Uhr, Porta-Coeli-Halle Himmelpforten. Die Frauen des MTV spielen gegen die HSG Elbmarsch.

Wer genauer hinschaut, entdeckt in der dritten Reihe zwei Gesichter, die man eher aus volleren und größeren Hallen kennt: Dominik Axmann vom HSV Handball und Isabelle Dölle vom Buxtehuder SV. Profi-Handball trifft Landesliga.

Auf dem Feld steht Mieke Düvel. Sie spielte früher als BSV-Profi vor tausenden Zuschauern. Heute HSG Elbmarsch, Landesliga, 50 Fans.

Gesundheitliche Gründe zwangen sie 2022 zum frühen Profi-Aus. Doch die Freundschaften von damals? Die sind geblieben. Und genau deshalb sitzen Axmann und Dölle in Himmelpforten.

Keine Selfies, keine Autogramme

Fast niemand erkennt die beiden. Keine Autogrammwünsche, keine Selfie-Anfragen. „Ich bin ja auch kein großer Star“, sagt Axmann bescheiden. „Aber wenn jemand fragt, dann freue ich mich, wenn ich die Kinder begeistern kann.“ Bodenständig eben.

Zwei Spiele an einem Tag

„Wenn Ort und Zeit passen, versucht man, sich die Spiele seiner Freunde anzuschauen“, erklärt Axmann. An diesem Sonntag war das Paar aus Hamburg ohnehin nach Buxtehude gefahren - Axmanns Großcousine spielt in der B-Jugend.

„Wir haben gedacht, wenn wir schon unterhalb der Elbe sind, passt es ja.“ Pragmatisch und typisch für eine eng vernetzte Handball-Welt.

Viele Profis auf den Tribünen

Denn wer aufmerksam durch die Hallen der Region streift, trifft immer wieder auf prominente Gesichter.

Marko Grgić, Freund der Ex-BSV-Spielerin Mia Lakenmacher, tauchte wenige Tage nach dem EM-Finale in der Buxtehuder Hölle Nord auf. Axmann und HSVH-Kollege Moritz Sauter ebenfalls.

Als Axmann kurz vor Weihnachten nach Kreuzbandriss sein Comeback feierte, saßen Dölle und ein halbes BSV-Team auf der Tribüne: Levke Kretschmann, Teresa von Prittwitz, Maj Nielsen, Isa Ternede, Anika Hampel. Die meisten in HSV-Trikots mit seiner Nummer 15.

Handball-Blase existiert

„Man hat viel Zeit miteinander verbracht“, sagt Axmann über die Jugend im Handball. Das schweißt zusammen und erklärt: „Viele Handballer sind sehr coole und soziale Leute. Man hat die gleiche Einstellung und kommt daher sehr gut miteinander aus.“ Die Werdegänge sind ähnlich, die Erfahrungen vergleichbar. Man versteht sich.

Manchmal ist eine Handballpause wichtig

Doch so harmonisch diese Blase auch ist - sie kann erdrückend werden. „Der Sport ist sehr präsent, aber manchmal will man an einem Tag auch abschalten“, gibt Axmann zu.

An diesen freien Tagen reicht es einfach mit dem Handball, der einen sonst täglich begleitet. Er und Dölle haben dafür eine Lösung gefunden: „Wir haben dann den Deal, dass wir über alles sprechen, außer über Handball.“ Klingt einfach, ist aber wichtig. Auch in der Freizeit gibt es im Freundeskreis genügend handballfreie Themen, betont Axmann.

Dominik Axmann feierte kurz vor Weihnachten sein Comeback (Archiv).

Dominik Axmann feierte kurz vor Weihnachten sein Comeback (Archiv). Foto: Uwe Anspach/dpa

Von Halle zu Halle

In Himmelpforten sitzt hinter Axmann und Dölle auch Tim Fock vom SV Beckdorf auf der Tribüne. Fock ist mit BSV-Kapitän Teresa von Prittwitz zusammen, die wiederum mit Dölle befreundet ist.

Fock schaut sich nur eine Halbzeit an - dann will er weiter. Nach Fredenbeck. Zur nächsten Partie. Niels Düvel, Mieke Düvels Mann, spielt.

Handball ist für viele eben mehr als Sport. Es ist Freundschaft und Familie.

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