TZwei LNG-Schiffe: Neidvolle Stader Blicke über die Elbe
Die Energos Force wird von Schleppern begleitet von Stade in die Außenelbe gebracht. Das war im August 2024. Foto: Hauschildt
Nimmt diese Geschichte ein Happy End? Das LNG-Schiff Energos Force war den Stadern so nah - und ist jetzt doch so fern. Anderes Thema: Warum sich Lehrer in Stade verlieben sollten.
Stade. Da können die Stader nur neidisch über die Elbe gucken. Gleich zwei Tanker für verflüssigtes Gas hatten in dieser Woche in Brunsbüttel festgemacht. Die Höegh Gannet und die Kaupang lagen im Päckchen eng aneinandergeschmiegt am Terminal. Und in Stade? Nach wie vor nix zu sehen!
Wird das LNG-Schiff jemals in Stade aktiv?
Das geplante Flüssigerdgas-Terminal in Stade wird seinen Betrieb nicht vor April aufnehmen, hieß es zuletzt vom staatlichen Terminalbetreiber Deutsche Energy Terminal (DET). Ein böser Streit mit der ursprünglich zuständigen Hanseatic Energy Hub (HEH) hatte die Inbetriebnahme des Terminals immer wieder verzögert. Was Show, Taktik oder Wahrhaftigkeit anbelangt, war bei dem höchst undurchsichtigen Ränkespiel hinter den Kulissen für Außenstehende kaum nachzuvollziehen.
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Fakt ist: Die Energos Force, die eigentlich in Stade Flüssigerdgas ins deutsche Netz einspeisen sollte und hier schon Quartier bezogen hatte, liegt weit entfernt im warmen Süden. Vessel Tracker weist ihren Standort im Roten Meer aus, in Akaba (Jordanien), wohin sie von der DET verchartert wurde. Ob sie jemals in Stade zum Einsatz kommt? Kaum zu glauben.
Verzögerungen gibt es wie berichtet auch beim Bau des großen stationären LNG-Terminals - für gut eine Milliarde Euro eben durch die HEH im Stader Chemiepark an der Elbe. Hier soll ab Mitte 2028 flüssiges Erdgas an Land umgewandelt werden.
Ministerin: Lehrer, bitte in Stade verlieben
Apropos Einsatz. Die Region Stade-Buxtehude ächzt unter einer miserablen Lehrerversorgung. An vielen Schulen fällt Unterricht aus. Julia Willie Hamburg von den Grünen, Kultusministerin in Niedersachsen, hat kürzlich der Braunschweiger Zeitung dafür die Begründung geliefert.
Absolventinnen einer Uni suchen erst mal in der ihnen vertrauten Stadt nach einem Lehrerjob. Da fallen Stade und Buxtehude hinten runter. Dabei empfiehlt die Ministerin ihnen, zum Beispiel in Stade die Laufbahn zu beginnen: kleineres Kollegium, familiäre Stimmung, moderne Konzepte. Das würden viele verkennen nach dem Studium. „Und wenn man erst mal dort ist, verliebt man sich meistens und möchte ohnehin bleiben...“. Ach, wenn es doch so einfach wäre.
Julia Willie Hamburg rührt weiter die Werbetrommel für die kleine Hansestadt. „... aber auch in Stade kann man sich absolut verlieben. Da ist es wunderschön“, sagt sie. Klingt total nett und ist bestimmt lieb gemeint, hilft nur nicht bei der Unterrichtsversorgung.
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