TDeichverband erhöht Sicherheit: Altes Siel in Groß Hove wird umgebaut
Baubesprechung vor dem denkmalgeschützten Siel in Groß Hove an der Este. Foto: Vasel
Es ist ein Meisterwerk der Ingenieurskunst. Das Siel von 1865 in Groß Hove wird saniert. Damit nicht genug. Auch die Deichsicherheit wird erhöht.
Jork. Der Deichverband der II. Meile Alten Landes will die Deichsicherheit rechts der Este verbessern. Deshalb wird ein zweiter Schieber in das denkmalgeschützte Sielbauwerk in Groß Hove eingebaut, um die Marsch bei Starkregen und/oder Sturmflut an der Unteren Este zu schützen. „Doppelt hält besser“, erklärt Deichverbandsingenieurin Lara Stappenbeck. Über das alte Siel werden die Alte Hover Wettern und seine Nebenarme in die Este entwässert.
Blick in das 22 Meter lange Siel zwischen der Alten Hover Wettern und der Este in Groß Hove 110. Foto: Vasel
„Es ist bereits 1865 errichtet worden“, ergänzt Oberdeichrichter Wilhelm Ulferts. Seinerzeit wurde das massive Gewölbesiel aus Backstein noch mit Stemmtoren verschlossen. Deren gusseiserne Aufhängungen sind noch zu sehen. Bei Flut wurden die Tore durch den Druck des auflaufenden Wassers automatisch geschlossen. Binnendeichs ist ein Stein mit der Jahreszahl „1865“ zu sehen. Außerdem gibt es eine in den Naturstein eingetiefte Pegelskala an der Seitenflanke des Innenhaupts.
Be- und Entwässerung für Obstplantagen
Die erste Deichsicherheit auf der Außendeich-Seite wurde Ende der 1990er Jahre saniert. Das Siel kann seitdem mit einem Schieber geschlossen werden, ergänzt Hartmut Quast aus Hove, Verbandsvorsteher des Unterhaltungsverbandes Altes Land. Mehr als 30 Hektar Obstbau-Plantagen werden noch über das Bauwerk be- und entwässert.
T Kommt das Mega-Sperrwerk in der Elbmündung?
Der Este-Deich schützt einen deutlich größeren Bereich in den Marsch- und Moorgebieten der Gemeinden Jork und Neu Wulmstorf sowie der Hansestadt Buxtehude.
Denkmal erhalten und Deichschutz sichern
Das Denkmal ist in sehr schlechtem Unterhaltungszustand. Deshalb wird auch das Einlaufbauwerk saniert - denkmalschutzkonform.
Seltener Einblick: Der trockengelegte Sielstollen in Groß Hove
Das Wasser wird in der Zukunft nicht mehr durch das gemauerte Gewölbe, sondern durch ein Edelstahlrohr mit einem Durchmesser von 50 Zentimetern fließen. Dieser kann - wie bereits an der Este - auch an der Wettern binnendeichs mit einem Schieber verschlossen werden.

Blick auf den Schieber auf der Außendeichsseite des Siels in Groß Hove. Foto: Vasel
Das Gewölbe der Sielschleuse, Fachleute sprechen von einem Sielstollen, wird mit einem „Dämmer“ aus Füllbeton verfüllt. Damit das Gewicht nicht zu groß wird, werden Hohlräume von dem beauftragten Bauunternehmen J. D. Hahn eingebaut. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) fördert die Küstenschutz-Baumaßnahme aus Bundes- und Landesmitteln mit 350.000 Euro.

Das Wasser fließt zwischen der Alten Hover Wettern und der Este vorerst durch einen Bypass. Foto: Vasel
Aktuell wird das Wasser über einen Bypass aus einem Kunststoffrohr abgeführt. Mit Hilfe eines Staudamms wurden das Siel und Teilbereiche der Alten Hover Wettern trockengelegt. Ende November 2026 soll alles fertig sein.

Blick vom Siel in Groß Hove auf die Este. Foto: Vasel
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