TNach Schüssen und Schlägen: Was die Taten in Stade verbindet
Nach verschiedenen Vorfällen ist in Stade verstärkt auch die Bereitschaftspolizei im Einsatz, wie hier im Altländer Viertel. Foto: Vasel
Gewaltbereite Jugendliche und Heranwachsende halten die Einsatzkräfte in Atem. Das sind die neuesten Erkenntnisse der Stader Polizei.
Stade. Zwei Mal habe die Polizei in der vergangenen Woche nach Gewalttaten die mutmaßlichen Täter schnell ermitteln und vorübergehend festnehmen können, so Polizeisprecher Rainer Bohmbach gegenüber dem TAGEBLATT.
So hatten am Donnerstagabend sechs Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren am Stader Bahnhof einen 16- und einen 17-Jährigen mit Fäusten und Tritten traktiert und verletzt. Die Polizei ermittelt jetzt gegen die Jugendlichen wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung. Verdacht: Streit um Drogen.
„Schussgeräusche“ in der Harburger Straße
Damit nicht genug. Dieselbe Tätergruppe spielt offenbar bei einem weiteren Vorfall eine Rolle. Gegen 21 Uhr gingen am Sonnabend bei der Polizei mehrere Notrufe ein. Die Anrufer sprachen von „Schussgeräuschen“ im Umfeld der Nordoel-Tankstelle in der Harburger Straße in Stade.
Im Zuge der sofort eingeleiteten Fahndung sei eine polizeibekannte Gruppe von Jugendlichen und Heranwachsenden „im Alter zwischen 14 und 18 Jahren festgestellt worden“, so Bohmbach. Die Stader Kräfte seien nicht nur von der Bereitschaftspolizei, sondern auch von Beamten umliegender Dienststellen unterstützt worden.
Ein Täter zieht plötzlich eine Waffe
Nach ersten Angaben aus den Reihen der fünfköpfigen Opfergruppe - im Alter zwischen 16 und 20 Jahren - seien sie „in Streit geraten“. Dann habe eine Person mit einem Gegenstand auf sie eingeschlagen. Ein zweiter Täter habe plötzlich eine Waffe gezogen und mehrere Schüsse abgegeben.
„Ob es sich um eine scharfe Waffe gehandelt hat, müssen die weiteren Ermittlungen zeigen“, so der Polizeisprecher. Verletzt wurde am Sonnabend niemand, so die Polizei. Der 14- und der 18-jährige Tatverdächtige seien „vorläufig festgenommen“ worden. Auf der Wache in der Teichstraße wurden sie erkennungsdienstlich behandelt und mussten sich ersten Vernehmungen unterziehen.
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Bei der anschließenden Spurensuche auch mit Diensthunden der Polizeidirektion Lüneburg seien am Tatort einige Beweismittel sichergestellt worden. Die Tatverdächtigen seien wegen fehlender Haftgründe wieder auf freiem Fuß. Gegen die beiden Beschuldigten sind Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchten Totschlags eingeleitet worden.
Gibt es einen Zusammenhang mit der Massenschlägerei?
Nach Informationen des TAGEBLATT handelt es sich um Jugendliche mit arabischem Migrationshintergrund. Einige sollen auch an der Massenschlägerei im Altländer Viertel in Stade beteiligt gewesen sein.
Während des WM-Spiels Deutschland gegen Ecuador waren am 25. Juni rund 50 Menschen mit Ästen, Besenstielen und Fäusten aufeinander losgegangen. Ermittlungsverfahren, unter anderem wegen Körperverletzung, Raubes und Landfriedensbruchs, laufen.
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