TTempo 30 vor der Ampel: Schulweg an der L140 in Hollern wird sicherer
Blick auf die Ampel an der L140 in Hollern auf Höhe von Penny und Grundschule in Hollern. Foto: Vasel
Der Schulweg in Hollern wird sicherer. Bei einem Gespräch auf dem Penny-Parkplatz einigten sich die Altländer mit den Behörden auf zwei Maßnahmen.
Hollern. Auf der Hollernstraße (L140) in Hollern sind laut der Verkehrsmengenkarte der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr täglich 9100 Fahrzeuge unterwegs. Die L140 ist eine wichtige Verbindung für die Containertransporte zwischen den Häfen Hamburg und Bremerhaven. Von 400 Lkw in 24 Stunden spricht die Landesbehörde.
Viele Schüler nutzen den Fahrrad- und Fußweg. Gemeinsam kämpfen die Samtgemeinde Lühe und die Gemeinde Hollern-Twielenfleth seit Jahren für mehr Verkehrssicherheit - auch im Bereich der Appelsnut Grundschool in Hollern. Tempo 30 war eine Forderung. Jetzt haben die Altländer einen Erfolg zu verzeichnen.
Hollern kämpft seit 2007 für sicheren Schulweg
Im Jahr 2007 war vor dem Penny-Markt auf Höhe der Grundschule eine Ampel errichtet worden. Für rund 20.000 Euro ließ die Kommune diese aufrüsten. Damit die Autofahrer die Ampelsignale Grün, Gelb und Rot von weitem sehen, wurden zusätzliche Ampeln in beide Fahrtrichtungen an einem Arm über der Fahrbahn montiert.

Gemeinsam mit dem Land und dem Landkreis erreichten Bürgermeister Timo Gerke (Vierter von links) und Dorfsheriff Torben Kubik (Zweiter von rechts) eine Verbesserung der Schulwegsicherheit an der L140 in Hollern. Foto: Samtgemeinde Lühe
Es blieb allerdings bei einer Schlafampel. Hinzu kommt: Viele Autofahrer - unterwegs in Richtung Stade - registrieren die Ampel nach der scharfen Rechtskurve zu spät. Zu Beinahunfällen zwischen den querenden Kindern und Pkw oder Lkw kam es auch mit dem Abbiegeverkehr aus der Straße Bi de School - häufig mit Vätern und Müttern, die ihre Kinder direkt vor der Schule aus dem Pkw ließen.
Politik, Verwaltung und Eltern sahen Handlungsbedarf. Sie wollten mehr Sicherheit für ihre Kinder. Bis zu 150 von ihnen queren morgens und mittags hier die Straße. Hortkinder nutzen den Überweg, um zur Nachmittagsbetreuung in der St.-Mauritius-Kindertagesstätte in der Vorderstraße in Hollern zu laufen oder radeln. Eine Tempo-30-Zone konnten die Altländer nicht durchsetzen, weil die Schule nicht direkt an der vielbefahrenen Landesstraße liegt. Ein letzter Vorstoß scheiterte im Herbst 2025.
Durchbruch bei Treffen auf dem Penny-Parkplatz
Doch jetzt haben die Vertreter von Landkreis Stade, Land Niedersachsen, Samtgemeinde Lühe und Dorfpolizist Torben Kubik den Knoten gemeinsam durchschlagen. Vor Ort hatten der Polizist und Samtgemeindebürgermeister Timo Gerke noch einmal auf die Gefahrenlage sowie die Sorgen von Eltern und Schulleiterin Tina Reiß verwiesen.
Gemeinsam legten sie auf dem Parkplatz fest: Im Bereich der Penny-Fußgängerampel wird eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h während der Schulzeiten festgesetzt. „Außerdem wird die Lichtsignalanlage vom Schlaf- auf Dauerbetrieb umgestellt“, sagt Gerke.
Die straßenverkehrsbehördlichen Anordnungen werden laut Bürgermeister kurzfristig erstellt. „In zwei bis drei Monaten“ soll die technische Umrüstung der Ampel abgeschlossen sein. Außerdem werde die Straßenmeisterei des Landes Niedersachsen die Tempo-30-Schilder aufstellen.
Tempo 30 wird möglich, weil in Folge der jüngsten Novelle der StVO auch die entsprechenden Verwaltungsvorschriften angepasst worden sind. Jetzt können auch stark frequentierte Schulwege sowie als Hol- und Bringzonen genutzte Bereiche mit einer entsprechenden Geschwindigkeitsreduzierung versehen werden. Der Bereich des Penny-Parkplatzes wird demnach zum Absetzen und Einsammeln der Kinder genutzt, eine Querung der Straße ist dann unabdingbar.
Gerke dankte dem örtlichen Polizisten Kubik. Anlass für die Neubewertung der Behörden war unter anderem die Verlegung des Hortstandorts. Dadurch querten mehr Kinder die Straße. Gerke appellierte vor diesem Hintergrund noch einmal an die Eltern, ihre Kinder nicht unmittelbar vor der Schule in der Stichstraße Bi di School abzusetzen. Abbiegende und zurücksetzende Autos gefährden die Schüler. Auf dem Wendeplatz setzen sie sich vor den Schulbus. Appell: Wenn die Kinder morgens mit dem Pkw gebracht werden müssen, einfach den Parkplatz des Penny-Markts auf der anderen Straßenseite nutzen. Hier gibt es eine Absprache mit dem Discounter.
Gerke ist überzeugt: „Mit den beschlossenen Maßnahmen wird die Verkehrssicherheit insbesondere für Kinder deutlich erhöht und der Schulweg nachhaltig sicherer gestaltet.“
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