TVier Verletzte bei Schlägerei im Altländer Viertel in Stade
Ein Großaufgebot der Polizei sorgt für Ruhe im Altländer Viertel in Stade. Foto: Vasel
Äste, Besenstiele, Fäuste: Zeitweise haben sich bis zu 150 Menschen am Kreisverkehr vor dem Jugendhaus versammelt. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot aus.
Stade. Während des WM-Spiels Deutschland gegen Ecuador gab es am Donnerstagabend im Altländer Viertel in Stade einen Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften. Von einem Streit um „vermeintliche Schulden“ spricht der Sprecher der Polizeiinspektion Stade, Matthias Bekermann.
Die Beteiligten seien mit Ästen, Besenstielen und Fäusten aufeinander losgegangen. Bereits um 21 Uhr habe es „eine erste Auseinandersetzung gegeben“. Über den Notruf 110 war der Stader Polizei laut Bekermann „eine körperliche Auseinandersetzung zwischen 40 und 50 Personen auf dem Vorplatz des Jugendhauses an der Hohenfriedberger Straße gemeldet worden“.
Schlägerei mit Fäusten und Besenstielen
Gegen 22.12 Uhr wurde der Polizei über den Notruf erneut eine größere Schlägerei im Bereich Hohenfriedberger Straße/Ecke Grünendeicher Straße gemeldet. Bekermann: „Ein Mann berichtete vor Ort, dass er von einer Personengruppe abgefangen und an der Weiterfahrt mit seinem VW Polo gehindert worden sei. Man habe ihn aus dem Auto gezogen, mit Schlägen traktiert und das Auto geraubt.“ Der Pkw konnte später von den Beamten in einer Nebenstraße wiedergefunden werden.

Blick auf den Kreisel, rechts ist das Jugendhaus Altländer Viertel zu sehen. Foto: Vasel
Am Kreisverkehr vor dem Jugendhaus hatten sich zu diesem Zeitpunkt rund 150 Personen versammelt. Neben zahlreichen Schaulustigen war eine unbekannte Anzahl von Personen in eine körperliche Auseinandersetzung verwickelt. Unter den Beteiligten befanden sich auch die beiden Männer, die zuvor die Strafanzeige erstattet hatten.
Polizei setzt Reizstoff ein
Polizisten setzten „zur Trennung und zur Zerstreuung der Konfliktparteien“ mehrfach ihre Reizstoffsprühgeräte ein, eine Person wurde vorübergehend in Handfesseln gelegt.
Blaulicht
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Den Einsatzkräften gelang es in der Folge, die Lage zu beruhigen. Den Anlass für die zweite, größere Auseinandersetzung hatte offenbar gegeben, dass eine der Streitparteien aus dem ersten Vorfall die andere Partei zur Rede stellen wollte.
Großalarm für Rettungskräfte
Die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle in Stade-Wiepenkathen löste einen MANV-Alarm aus. Diese Abkürzung steht für „Massenanfall an Verletzten“. Rettungswagen von DRK und Dow wurden am Staatsarchiv zusammengezogen.
Versorgung der Verletzten unter Polizeischutz
Vier Verletzte wurden nachts versorgt - erst am Staatsarchiv, später im Elbe Klinikum Stade. Vor dem Archiv musste Polizei aufziehen, um die Versorgung der Verletzten abzusichern. Ein Grund: Auch in der Vergangenheit traten Bewohner - überwiegend mit Migrationshintergrund - aggressiv gegenüber Notfallsanitätern, Feuerwehrleuten und Polizei auf.
Die vier haben laut Polizei nur leichte Verletzungen erlitten. Sicherheitshalber zog die Polizei auch vor dem Krankenhaus auf, um weitere Auseinandersetzungen zu verhindern.

Vier Verletzte wurden versorgt - erst am Staatsarchiv, später im Elbe Klinikum Stade. Foto: Vasel
Die Polizei hatte die Lage schnell im Griff. Die Beamten sprachen die Gruppen gezielt an. Nachdem die Polizeikräfte mehrere Platzverweise ausgesprochen hätten, habe sich die Menschenansammlung im Altländer Viertel sukzessive aufgelöst.
Beendet war der Einsatz gegen 23.45 Uhr. Die Polizei stellte die Personalien von Beschuldigten und Zeugen fest. Bekermann: „Wir haben mehrere Ermittlungsverfahren, unter anderem wegen Körperverletzung, Raub und Landfriedensbruch, eingeleitet.“ Bei Landfriedensbruch droht laut Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren, bei Körperverletzungen wie bei diesem Vorfall eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren - oder Geldstrafen.
Die genauen Hintergründe der Taten seien noch Gegenstand der weiteren Ermittlungen.

Streifenwagen vor einem Mehrfamilienhaus im Altländer Viertel in Stade. Foto: Vasel
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