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Geschwindigkeitsüberwachung

TBlitzer-Bilanz 2025: Raser bescheren dem Kreis Stade Einnahmen in Millionenhöhe

2025 haben die Messbeamten im Kreis Stade mehr Raser erwischt als im Vorjahr (Symbolbild).

2025 haben die Messbeamten im Kreis Stade mehr Raser erwischt als im Vorjahr (Symbolbild). Foto: Mangels

Dass das Tempolimit für viele Autofahrer keine Rolle spielt, mussten die Messbeamten des Landkreises Stade auch 2025 feststellen. So viele Bußgelder haben sie eingenommen.

Von Anke Settekorn Montag, 19.01.2026, 18:41 Uhr

Landkreis. Ob mit mobilen Messfahrzeugen, Blitzeranhängern oder stationären Messstationen: Auch im Jahr 2025 hat der Landkreis Stade die Einhaltung des Tempolimits auf den Straßen überwacht. Durch die regelmäßige Geschwindigkeitsüberwachung sollen die Verkehrssicherheit verbessert und Unfälle verhindert werden.

„Durch unsere eingesetzten Messgeräte (mobil, stationär und semistationär) sind 2025 insgesamt 44.942 Fälle aufgenommen worden“, teilt Daniel Beneke, Sprecher des Landkreises Stade, dem TAGEBLATT auf Nachfrage mit. Mögliche Messungen der Polizei sind darin nicht erfasst.

Wo die mobilen Blitzer zum Einsatz kommen, legt der Landkreis Stade in Abstimmung mit der Polizei fest. Teilweise auch auf Basis von Hinweisen aus der Bevölkerung und den Kommunen. „Immer wieder erreichen uns Bitten aus der Bevölkerung nach verstärkter Geschwindigkeitsüberwachung in bestimmten Streckenabschnitten – oft auch verbunden mit dem Angebot, die Blitzer-Anhänger oder das Messfahrzeug an bestimmten Standorten abzustellen“, erläutert der Sprecher des Landkreises Stade, Daniel Beneke.

Bußgeld-Einnahmen steigen

Die Bußgelder bescheren dem Landkreis Stade üppige Einnahmen: „Dies hat zu Forderungen in Höhe von insgesamt 2.924.365 Euro geführt“, so Beneke.

Das sind mehr als 300.000 Euro mehr als 2024. Damals hat der Kreis Stade bei 41.014 Fällen etwa 2,6 Millionen Euro eingenommen. Der Anstieg der Bußgeldeinnahmen lasse sich unter anderem durch den neuen zusätzlichen Blitzer-Anhänger sowie die steigende Fallzahl erklären, teilt Beneke dem TAGEBLATT mit.

Dieser Blitzer macht erst mal keine Fotos: Im November wurde eine Messstation in Freiburg-Esch zerstört.

Dieser Blitzer macht erst mal keine Fotos: Im November wurde eine Messstation in Freiburg-Esch zerstört. Foto: Hellwig

Für etliche Raser, die von den Messbeamten geblitzt wurden, bleibt es jedoch nicht beim Bußgeld. Sie müssen mit Punkten in Flensburg und teilweise auch mit mehrmonatigen Fahrverboten rechnen.

Erwischt: So schnell waren die Raser im Kreis Stade 2025 unterwegs

Mit 148 km/h durch die 70er-Zone: Raser auf B74 gestoppt

Im Oktober erwischten Messbeamte des Landkreises Stade einen Hyundai-Fahrer in Schwingerbaum mit 148 Stundenkilometern – erlaubt ist dort Tempo 70.

Ihm drohen voraussichtlich ein Bußgeld von 700 Euro, zwei Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot von drei Monaten. Das Bußgeld könne sich sogar verdoppeln, sollte aufgrund der derart massiven Geschwindigkeitsüberschreitung von Vorsatz ausgegangen werden.

44 km/h zu schnell: Mehrere Raser auf K39 in Borstel erwischt

Da hatten es gleich mehrere Autofahrer besonders eilig. Vier Männer wurden im September mit deutlich zu hoher Geschwindigkeit auf der Kreisstraße 39 in Jork erwischt. Am schnellsten sei ein Transporter mit Pinneberger Kennzeichen gewesen: Das Messgerät habe 94 km/h angezeigt – erlaubt sind 50 km/h.

Autofahrer rast mit 137 km/h durch Bargstedt

Ebenfalls im September haben die Messbeamten des Landkreises Stade in Bargstedt einen Autofahrer geblitzt, der mit 137 Stundenkilometern in dem Abschnitt der Landesstraße 123, in dem 70 Stundenkilometer erlaubt sind, unterwegs war.

Die Konsequenz: ein Bußgeld von mindestens rund 600 Euro, mindestens zwei Punkte in Flensburg und ein mehrmonatiges Fahrverbot, so der Landkreis.

Mit 108 km/h durch den Ort: Mercedes-Fahrer rast durch das Alte Land

108 statt 50 Stundenkilometer: So geriet ein Mercedes-Fahrer im September auf der L140 in Jork-Hove ins Visier der Messbeamten des Landkreises Stade.

Ihn erwarten den Angaben nach ein Bußgeld von mindestens etwa 500 Euro, mindestens zwei Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot.

Doppelt so schnell wie erlaubt - Landkreis erwischt Raser in Dollern

Zwischen Dollern und Guderhandviertel ist auf der Landesstraße 125 im Juni ein Autofahrer doppelt so schnell unterwegs gewesen, wie es die Geschwindigkeitsbegrenzung zulässt. Der Citroën-Fahrer mit Stader Kennzeichen wurde von den Messbeamten mit 100 km/h geblitzt. Erlaubt sind dort außerorts 50 km/h.

Geblitzt: VW-Fahrer rast mit 117 km/h durch Stade

67 km/h schneller als erlaubt wurde ein VW-Fahrer in Stade erwischt. Die Geschwindigkeitsüberwacher des Landkreises haben den VW-Fahrer am 25. April 2025 um 5.15 Uhr auf der Freiburger Straße in Stade geblitzt. Erlaubt sind in dem Bereich – wie innerorts üblich – 50 Stundenkilometer.

Dem Autofahrer drohen mindestens zwei Punkte in Flensburg und ein mindestens dreimonatiges Fahrverbot. Er wird ein Bußgeld von nicht unter 700 Euro zahlen müssen.

Geblitzt: Nissan rast mit 102 km/h durch Sauensiek

Im Januar raste der Fahrer eines Audi mit Stader Kennzeichen mit 92 km/h durch Sauensiek. Ihm droht ein Bußgeld im dreistelligen Bereich, außerdem erwarten ihn mindestens zwei Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot von mindestens einem Monat.

Trauriger Spitzenreiter während der Geschwindigkeitskontrolle war der Fahrer eines Nissan mit Göttinger Kennzeichen. Am frühen Morgen fuhr er mit 102 km/h – und damit mehr als doppelt so schnell wie erlaubt – durch das Dorf. Er muss mit einem hohen Bußgeld, mehreren Punkten in Flensburg und einem Fahrverbot von mindestens einem Monat rechnen.

59 km/h zu schnell: Blitzer an der Nottensdorfer Straße

Bei den mobilen Geschwindigkeitskontrollen am 23. Januar an der Nottensdorfer Straße haben die Messbeamten einen VW-Fahrer mit satten 59 km/h zu viel auf dem Tacho geblitzt.

Der Fahrer mit Kieler Kennzeichen war am Mittag in Fahrtrichtung Bliedersdorf mit Tempo 119 erwischt worden. Erlaubt sind dort außerorts 60 Stundenkilometer. Ihm drohen ein hohes Bußgeld im dreistelligen Bereich, außerdem muss er mit mindestens zwei Punkten in Flensburg und einem Fahrverbot rechnen.

Polizei stoppt jugendlichen Raser in Düdenbüttel

Von der Polizei wurde ein 16-jähriger Junge im Februar auf der Bundesstraße 73 in Düdenbüttel erwischt. Mit 167 km/h in einer 70er-Zone.

Der jugendliche Raser war nicht nur deutlich schneller als erlaubt unterwegs - weder hatte er einen Führerschein, noch war sein Auto zugelassen.

Den Jugendlichen erwarten mehrere Ermittlungsverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz und die entsprechenden Zulassungsvorschriften sowie wegen der Geschwindigkeitsüberschreitung. Zudem muss er mit einer Sperre für den möglichen Erwerb einer Fahrerlaubnis durch den Landkreis rechnen.

Wie viele Blitzer gibt es aktuell im Kreis Stade?

Insgesamt gibt es im Landkreis Stade zwölf stationäre Blitzer, sogenannte Traffic Tower. Zusätzlich setzt der Landkreis drei Semistationen zur Geschwindigkeitsüberwachung ein, das sind mobile, nur temporär einsetzbare Geschwindigkeitsmessanlagen. Drei voll ausgestattete Messfahrzeuge werden ebenfalls zur mobilen Geschwindigkeitsüberwachung eingesetzt.

Hier sind die festen Blitzer im Kreis Stade stationiert

  • Freiburg-Esch,
  • Wischhafen-Neuland,
  • Düdenbüttel-Grefenmoor,
  • Stade-Hagen,
  • Heinbockel-Hagenah,
  • Kutenholz-Aspe,
  • Hollern-Twielenfleth,
  • Jork-Borstel,
  • Buxtehude-Ovelgönne,
  • Buxtehude-Pippensen,
  • Apensen und
  • Sauensiek

Blitzer in Freiburg zerstört

Allerdings musste der Landkreis Stade zwischenzeitlich auf die Blitzersäule in Freiburg-Esch verzichten. Diese wurde im November 2025 bei einem Unfall zerstört. Nach Angaben der Polizei war ein größeres Fahrzeug dort offenbar von der Fahrbahn abgekommen und gegen den Blitzer geprallt.

Die Blitzersäule sei durch den Aufprall in der Mitte durchgebrochen und dadurch vollständig zerstört worden. Der Verursacher kümmerte sich nicht weiter um den Schaden und flüchtete von der Unfallstelle. Der Schaden beträgt nach ersten Schätzungen des Landkreises Stade rund 170.000 Euro.

Bußgeld, Punkte und Fahrverbot: Die Strafen für Raser

Wer deutlich schneller als erlaubt unterwegs ist und dabei erwischt wird, muss mit Bußgeldern, Punkten oder einem Fahrverbot rechnen.

Innerorts: Bis 20 km/h mehr als erlaubt bleibt es innerorts bei einem Bußgeld von bis zu 70 Euro. Wer das Limit um 25 km/h überschreitet, nimmt neben dem Bußgeld einen Punkt in Kauf (bei acht Punkten wird die Fahrerlaubnis entzogen).

Bereits ab 26 km/h über der erlaubten Geschwindigkeit kann es zusätzlich zur Geldstrafe und den Punkten zum einmonatigen Fahrverbot kommen. Drei Monate Fahrverbot riskiert, wer mehr als 61 km/h über dem Tempolimit liegt.

Außerorts: Auch außerorts bleibt es bei Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit von bis zu 20 km/h beim Bußgeld von bis zu 60 Euro. Bereits bei mehr als 21 km/h über dem Limit kommt ein Punkt hinzu.

Ist ein Fahrer außerorts mehr als 26 km/h zu schnell, kann das schon zum Fahrverbot führen. Wer mehr als 70 km/h über der Höchstgrenze liegt, muss drei Monate lang zu Fuß gehen.

Wo geblitzt wird

Über die Standorte der mobilen Blitzer informiert der Kreis Stade auf seiner Homepage - und täglich auf TAGEBLATT.de.

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