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Die Dritte Halbzeit

TDie Liga vermisst ihn: Dirk Leun und die offene Frage des Abschieds

November 2025: Dirk Leun in seinem letzten Spiel als BSV-Trainer gegen Zwickau.

November 2025: Dirk Leun in seinem letzten Spiel als BSV-Trainer gegen Zwickau. Foto: Jan Iso Jürgens

Gegnerische Trainer sprechen in letzter Zeit mit großem Respekt über Dirk Leun und werfen die Frage auf: Sollte er den Abschied bekommen, den er verdient?

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Von Tim Scholz
Mittwoch, 28.01.2026, 05:50 Uhr

Buxtehude. In der Handball-Bundesliga der Frauen wurde in den letzten Wochen auffällig oft über einen Trainer gesprochen, der gar nicht mehr an der Seitenlinie steht: Dirk Leun. Seit der Trennung vom Buxtehuder SV vor rund zwei Monaten ist sein Name präsenter denn je.

Fast 18 Jahre hat Leun den Verein geprägt - und offenbar eine große Lücke hinterlassen, die man in der Bundesliga spürt.

Den Anfang machte Blombergs Trainer Steffen Birkner, der nach dem Spiel in Buxtehude sagte, es tue weh, nicht mehr neben Leun zu stehen. Birkner war einst Jugendtrainer beim BSV und hat viel von Leun gelernt. Wenige Tage später folgte Herbert Müller vom Thüringer HC, der offen erklärte, er vermisse Leun, als Kollegen und Freund. Und damit nicht genug.

„Der Mann hat allergrößten Respekt verdient“

Am vergangenen Samstag stand der Neckarsulmer Trainer Thomas Zeitz bei der Pressekonferenz in der Halle Nord und erklärte, ohne darauf angesprochen worden zu sein: „Ich wünsche mir von Herzen, dass diese Halle irgendwann nochmal voll ist und dass ihr eurem Ex-Trainer Dirk Leun einen Abschied bereiten könnt, den er verdient hat. Der Mann hat allergrößten Respekt verdient. Ich ziehe alle Hüte, die ich habe, vor ihm.“

Der Neckarsulmer Trainer Thomas Zeitz.

Der Neckarsulmer Trainer Thomas Zeitz. Foto: Jan Iso Jürgens

Eine Aussage, die die Frage aufwirft: Wie geht man mit dem Abschied dieses Trainers um?

Fan-Applaus für Trainer-Wunsch

Die Situation ist kompliziert. Über die Trennung herrscht Stillschweigen, „aus gegenseitigem Respekt“ und arbeitsrechtlichen Gründen. Mitten in einer sportlich schwierigen Saison - der BSV ist Tabellenletzter und noch sieglos - will man der Mannschaft um den neuen Trainer Nicolaj Andersson sicherlich Ruhe geben.

Gleichzeitig hat Leun Großes geleistet: Er führte den BSV zu zwei DHB-Pokal-Titeln sowie mehreren Vizemeisterschaften und entwickelte zahlreiche Talente zu Nationalspielerinnen.

Eigentlich ist es im Profisport eher ungewöhnlich, einen entlassenen Trainer noch zu verabschieden. Umso bemerkenswerter war die Reaktion der Zuschauer: Als Thomas Zeitz seinen Wunsch äußerte, gab es Applaus in der Halle Nord.

Was Leun selbst davon hält, dazu möchte er sich öffentlich nicht äußern. BSV-Geschäftsführer Timm Hubert sagte auf Nachfrage, eine Verabschiedung mitten in der Saison sei kein Thema. „Wir haben im Moment andere Baustellen.“ Eine Verabschiedung schließe er aber nicht aus. Vielleicht ja zum Saisonende. Leun hätte es verdient.

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