TDreharbeiten in Altkloster: Alte Werkstatt wird zum Film-Ort
Nächtliche Szene auf einem Hinterhof am Holzweg. Foto: Weselmann
Kamera läuft und Action - an den letzten beiden Wochenenden wurde in Altkloster bis spät in die Nacht gedreht. Dahinter steckt das Projekt einer ungewöhnlichen Film-Crew.
Buxtehude. Eigentlich steht das versteckte Gebäude in Altkloster gerade verlassen. Bis wieder ein neuer Betrieb in die alte Tischler-Werkstatt am Holzweg einzieht, dauert es noch etwas. Doch an den letzten beiden Wochenenden herrschte hier trotzdem reges Treiben.
Altkloster Tischlerei dient als nächtlicher Drehort
An der Tür hängt ein Schild mit „Betreten verboten“. Auf dem Briefkasten prangt der Name einer Firma, von der garantiert noch keiner gehört hat. Denn das alles ist nur Kulisse. Eine Crew mit bekannten Gesichtern aus der Region ist hier mit einem Filmprojekt am Start.
Straßensperren, Catering-Wagen, Lkw voll Technik - vom Wirbel großer Produktionen ist am Drehort nichts zu spüren. Der Hof ist verlassen. Erst im Eingangsbereich stapeln sich Requisiten und Equipment. Gegenüber steht ein Tisch mit Nervennahrung. Und in der Luft hängt noch der staubig-holzige Geruch alter Zeiten.

Alicia Hoffmann von der Stader Theatergruppe Improvokanz tüftelt am Licht. Foto: Weselmann
Vom Untergeschoss führt eine einfache Holztreppe in die obere Etage, wo gerade die nächste Szene vorbereitet wird. Hinter dem offenen Werkstatt-Raum liegt ein schmales Zimmer. Dessen Fenster sind komplett abgeklebt.
Im Halbdunkel einiger gedämpfter Scheinwerfer sind ein Schreibtisch und ein Regal voller Aktenordner aufgebaut. Die markieren den nächtlichen Schauplatz eines Betriebsbüros. Rundrum drängt sich die Film-Crew. Noch tüftelt das Team am richtigen Licht. Auch an den schauspielerischen Feinheiten ist noch zu arbeiten, bevor es heißt: Kamera läuft.
Der Horneburger Tom Schmidt ist Initiator
Mittendrin ist Tom Schmidt. Der Horneburger hat das Projekt initiiert. Er war schon bei diversen Film- und Serienproduktionen involviert. Doch noch nie hatte er dabei eine so tragende Rolle wie jetzt.

Projekt-Initiator Tom Schmidt in seiner Rolle als Wachmann. Foto: Tom Schmidt
Als Komparse und Kleindarsteller durfte der 43-Jährige bereits mit Schauspielgrößen wie Uwe Ochsenknecht, Jürgen Vogel und Matthias Schloo am Set sein. Dieses Gemeinschaftsprojekt hat für ihn dagegen eine ganz andere Dimension. Bei dem Kurzfilm ist er Produktionsleiter, Regisseur und Hauptdarsteller zugleich.
Für die Entwicklung und Umsetzung hat Tom Schmidt eine ganze Gruppe Film affiner Leute an seine Seite geholt. Dazu gehören ein freiberuflicher Kameramann und Cutter, ein Tonmann vom NDR, Film-Studenten aus Hamburg und Kiel genauso wie ein Buxtehuder Foto-Model, Akteure der Stader Theatergruppe Improvokanz sowie Bühnenfrau und Coachin Birgit Steinhart aus Neu Wulmstorf. Insgesamt sind 14 Leute beteiligt. Alle sind gleichermaßen motiviert, mit dem geringen Budget das Maximale zu erreichen.
Bühnenfrau Birgit Steinhart coacht die Schauspieler
Wir wollen ein hochwertiges Produkt für unser Portfolio schaffen und damit auf uns aufmerksam machen“, erklärt der Initiator. Gleichzeitig sehen die Beteiligten es als Chance, sich persönlich weiterzuentwickeln und voneinander zu lernen. Tom Schmidt ist schon vor dem fertigen Film ganz angetan, was „ein paar kreative Menschen Tolles entstehen lassen können“.

Birgit Steinhart und Fabienne Fahrenholtz besprechen die nächste Szene. Foto: Weselmann
Birgit Steinhart begeistert die Arbeit auf Augenhöhe, obwohl die bei den Dreharbeiten durchaus Zeit schluckt. Als Teil des Regie-Teams bringt sie ihre Erfahrung als Schauspiel-Coach ein. Vor dem ersten Take gibt sie wertvolle Tipps für das Spiel vor der Kamera. Ihre Devise: „Echtsein in Echtzeit. Ob auf der Bühne oder im Film - es geht um die Präsenz.“
Die Crewmitglieder suchen neue Herausforderungen
Für den Buxtehuder Dennis Schütt ist die Schauspielerei Neuland. Er stand bisher nur als Foto-Model vor der Kamera. „Das ist mein großes Hobby“, erzählt der IT-Mann. So wie sich die Tischlerei als Location durch Kontakte ergeben hat, ist auch Dennis Schütt zu dem Projekt gestoßen. Und er hat sichtlich Spaß, sich auszuprobieren.

Auch ohne viel Budget und riesige Ausrüstung arbeiten die Beteiligten mit professionellem Anspruch. Foto: Tom Schmidt
Das geht Fabienne Fahrenholtz nicht anders. Für sie ist es ihr Drehbuch-Debüt. „Ich kann hier zwei persönliche Leidenschaften verbinden - die Schauspielerei und das kreative Schreiben“, sagt sie. Die größte Herausforderung sei es, eine spannende Story zu erzählen und dabei nicht in Klischees abzukippen.
Der Kurzfilm soll bei Festivals laufen
Die Geschichte spielt eigentlich im Hamburger Hafen. Es geht um ein Unternehmen und die Entsorgung von giftigem Abfall. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen ein Wachmann und eine Aktivistengruppe, um die sich eine spannende Geschichte mit unerwartetem Ende entfaltet.
Alle hoffen, den 15- bis 20-minütigen Film im Programm von Kurzfilmfestivals zeigen zu können - natürlich mit dem Traum, im besten Fall sogar einen Preis abzuräumen oder Job-Angebote zu generieren. Nach den beiden Dreh-Wochenenden hat das Film-Team dafür noch einiges an Arbeit vor sich.
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