TEinbrecherbande: Sie kamen am Tag – und in Buxtehude fing es an
Insgesamt soll die Bande aus vier Männern zwischen 25 bis 35 Jahren bestanden haben. (Symbolbild) Foto: KinoMasterskaya
Gold, Schmuck, Bargeld: In Verden stehen vier Männer vor Gericht. Das soll ihre Masche gewesen sein.
Verden. Vor etwa einem halben Jahr informierten die Polizeiinspektionen Rotenburg und Heidekreis gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Verden über die Festnahme von drei mutmaßlichen Einbrechern durch Spezialeinsatzkräfte. Intensive Ermittlungen wegen mehrerer Einbruchsdiebstähle in Wohnhäuser in beiden Landkreisen seien dem Einsatz vorausgegangen. Anklage wurde gegen die drei Bremerhavener und einen vierten dort wohnhaften Mann erhoben, doch nur in einem der 14 Fälle liegt der Tatort in einem der beiden Landkreise. Es gibt aber noch vier weitere Beschuldigte, die in Verbindung mit dieser Gruppe stehen sollen.
Insbesondere die Wohnungen älterer Menschen sollen sich die vier Angeklagten für ihre Taten ausgewählt haben. Als Bande hätten sie sich zusammengeschlossen und die Einbrüche in unterschiedlicher Beteiligung begangen. Dementsprechend lautet der Anklagevorwurf auf schweren Bandendiebstahl. Abgesehen hatten es die 25, 30, 33 und 35 Jahre alten Angeklagten vorwiegend auf Gold, Schmuck und Bargeld, heißt es in der Anklage. Das gestohlene Gold sei anschließend in Pfandhäusern gegen Bargeld eingetauscht worden.
Vorwurf: 14 Einbrüche in Wohnhäuser in der Region
Der 35-Jährige soll meistens der Fahrer gewesen sein, was besonders dreist wäre, denn laut der Anklage hat er keine Fahrerlaubnis. Während zwei Täter durch Aufhebeln von Fenstern und Türen in die Häuser eingebrochen waren, sei er vor Ort „im Kreis gefahren“. Bei der Tat in Essel im Heidekreis, verübt am 4. Januar 2026 zwischen 11.50 Uhr und 12.30 Uhr, wird der Wert der Beute in der Anklage mit nur 130 Euro angegeben. Es seien unter anderem ein Telefon, Gutscheinkarten und Bargeld gestohlen worden. Da war, zumindest aus Tätersicht, die erste Tat der Anklage, begangen in Buxtehude am 27. September 2025, mit Bargeld und Schmuck im Gesamtwert von 5381 Euro lohnender.
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In dem 14. und letzten Fall sollen die Männer in Hatten (Landkreis Oldenburg) in ein Mehrfamilienhaus eingebrochen sein. Die Beute wird mit 420 Euro Bargeld, Boxen mit Münzen und zwei Uhren angegeben. Vermutlich liefen damals schon Observationsmaßnahmen, denn Spezialkräfte hätten die drei Männer auf frischer Tat gestellt, teilte die Polizei seinerzeit mit. Es seien dann noch Durchsuchungen in Bremerhaven, Oldenburg und Schiffdorf durchgeführt worden.
Einbrecher verüben Taten vielfach tagsüber
Auffällig ist, dass zwischen der ersten Tat in Buxtehude und der zweiten Tat am 29. September 2025 in Schiffdorf zwei Tage lagen. Erst drei Monate später wurde in Essel eingebrochen. Dann lagen noch mal wenige Wochen Abstand zwischen den Taten. Im März 2026 gab es Taten vier Tage in Folge, dann auch zwei Einbrüche an einem Tag, wobei die Uhrzeiten auffällig sind. Vielfach wurde tagsüber eingebrochen. Mittags, nachmittags oder am frühen Abend. Insgesamt sollen die Angeklagten einen fünfstelligen Betrag im unteren Bereich erlangt haben.
Bei den Ermittlungen soll es um zig Taten in den Landkreisen Rotenburg und Heidekreis gegangen sein. Ob diese nur nicht angeklagt worden sind oder auf das Konto der anderen, bislang nicht angeklagten Männer gehen sollen, konnte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht sagen.
Bei Haft: Strafprozess hat innerhalb von sechs Monaten zu beginnen
Verhandlungstermine wurden zunächst bis Mitte Februar 2027 vereinbart. Geständnisse könnten den Prozess verkürzen, doch bislang ist unklar, ob sich die Männer überhaupt zu den Vorwürfen äußern werden. Entscheiden wird sich dies voraussichtlich erst Ende Oktober. Bis dahin müssen die Wochen mit Kurzterminen überbrückt werden. Der Prozessauftakt zu diesem Zeitpunkt war aber notwendig, weil das Gesetz vorgibt, dass innerhalb von sechs Monaten der Strafprozess zu beginnen hat, wenn Angeklagte in Untersuchungshaft sitzen.
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