TFahrpläne und Apps: So funktioniert der Störungsmelder für die S5
Wie hier am Bahnhof Buxtehude werden Verspätungen und Ausfälle am Gleis angezeigt. Fahrgäste kritisieren jedoch, dass die Informationen nicht immer stimmen. Foto: Sulzyc
Der HVV und die S-Bahn informieren über Störungen. Vielen Fahrgästen geht das jedoch nicht schnell genug. Das TAGEBLATT hat deshalb nachgefragt: Wie kommt die Störungsmeldung in die App?
Landkreis. Technische Störungen oder Polizei-, Feuerwehr- und Rettungseinsätze auf den Gleisen: Immer wieder kommt es auf der Strecke zwischen Stade und Hamburg zu Verspätungen und Ausfällen der S5.
Pendler kritisieren nicht nur die wiederkehrenden Ausfälle und Verspätungen der S-Bahn, sondern oft auch den mangelnden Informationsfluss seitens der Verkehrsbetriebe. Aber: Wie kommen die Infos überhaupt zum Fahrgast? Und warum dauert das manchmal so lange? Wir haben beim HVV und der S-Bahn nachgefragt.
Automatisierte Abläufe, manuelle Entscheidungen
Grundsätzlich werden bei der S-Bahn Hamburg in der Fahrgastkommunikation im Regelfall Echtzeitdaten - und bei Verspätungen geringen Ausmaßes - automatisiert in alle Systeme übertragen, teilt eine Bahnsprecherin dem TAGEBLATT auf Nachfrage mit.
Bei Störungen oder witterungsbedingten Besonderheiten, die Sprecherin führt als Beispiel das Sturmtief Elli an, müssen jedoch die Mitarbeiter der Betriebszentrale über Änderungen im S-Bahn-Verkehr entscheiden - und das oft sehr kurzfristig. „Ob eine Fahrt durchgeführt, verkürzt, umgeleitet oder gestrichen wird, ist eine betriebliche Entscheidung, die Faktoren wie Sicherheit, Kapazität, Infrastruktur und Personal einbezieht“, erklärt die Bahnsprecherin.
„Es kann zu Verzögerungen kommen“
Diese Entscheidung und ihre Folgen für den Fahrplan werden anschließend im Betriebssystem manuell eingepflegt. Erst danach fließen die aktualisierten Daten automatisiert in die Auskunftskanäle. „In stark dynamischen Lagen kann es dabei zu technischen Verzögerungen oder Inkonsistenzen kommen“, sagt die Bahnsprecherin.
Auch bei der Hamburger Verkehrsverbund GmbH (HVV) läuft bereits vieles automatisiert ab, wie Pressesprecher Rainer Vohl dem TAGEBLATT schreibt: „Die HVV-App speist sich aus den Echtzeit- und Störungsmeldungen der Verkehrsunternehmen, die in den jeweiligen Leitstellen erfasst und über standardisierte Schnittstellen automatisch an die App übermittelt werden.“ Sobald eine Meldung intern final abgestimmt sei, werde sie unmittelbar in die Systeme eingegeben und erscheine dann in der App.
An Verbesserungen wird gearbeitet
Beide Verkehrsunternehmen geben jedoch an, intensiv an einer Verbesserung der Störungsmelder für die Fahrgäste zu arbeiten.
Unter anderem führt die S-Bahn Hamburg einen „Kanalmanager“ ein, der ermöglicht, Störungsinformationen aus einem zentralen System konsistent über alle Fahrgastkanäle auszugeben.
„Vor der Einführung mussten Mitarbeitende mehrere Eingabekanäle nacheinander bedienen; der Kanalmanager vereinheitlicht diesen Schritt“, so die Bahnsprecherin.
Plattformen aktualisieren unterschiedlich schnell
Die Aktualisierung der Daten auf DB-Auskunftssysteme und auf die Geofox-Fahrplanauskunft (wie HVV-Website, HVV-App und Switch-App) erfolge aktuell über unterschiedliche Schnittstellen. „Aus diesem Grund sind die Informationen zu Störungen und Abweichungen vom Fahrplan teilweise etwas früher auf den Plattformen der S-Bahn und Deutschen Bahn sichtbar“, so die Bahnsprecherin. Die S-Bahn Hamburg und der HVV arbeiteten gemeinsam an der Optimierung, um künftig eine zeitgleiche Veröffentlichung sicherzustellen.
Laut Vohl soll unter anderem die Schnittstelle der S-Bahn an das HVV-App-Hintergrundsystem angebunden werden. „Weitere Schritte - wie eine Schnittstelle zur Verbesserung der Echtzeit- und später auch Positions- und Auslastungsdaten - folgen in diesem und dem kommenden Jahr“, kündigt der HVV-Sprecher an.
„Inoffizielle Kanäle als Ergänzung“
Er empfiehlt Fahrgästen, in der HVV-App Push-Mitteilungen zu aktivieren und bei Störungen auch die Detailansicht zu nutzen, um möglichst frühzeitig alternative Routen zu sehen. Die S-Bahn Hamburg verweist auf den Störungsmelder auf ihrer Homepage sowie den DB-Navigator.
„Inoffizielle Kanäle können ergänzend hilfreich sein, ersetzen aber nicht die offiziellen Informationen“, sagt Rainer Vohl. Er warnt, dass inoffiziell geteilte Informationen irreführend sein könnten. „Beispielsweise werden hier häufig Störungen einzelner Fahrten angezeigt, die aber nicht das Erleben an der Haltestelle beschreiben.“ Eine Fahrzeugverspätung sei nicht per se gleichbedeutend mit der Wartezeit, sondern je nach aktuellem Takt gegebenenfalls kaum spürbar für den Fahrgast.
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