TFredenbeck ist ein Hotel für Weißstörche - und bald auch Kinderstube?
Rückkehr der Frühlingsboten: Hier der dritte Weißstorch, der sich am 27. Februar auf dem Storchennest in Fredenbeck vor einer Live-Cam (Echtzeitkamera) präsentiert. Foto: Privat (nomo)
Weißstörche nutzen die Nisthilfe in Fredenbeck für Kurzaufenthalte und Übernachtungen. Vogelfan Pascal Leskau schätzt ein, ob sie auch zum Liebesnest werden könnte.
Fredenbeck. Sie sind wieder da: die Vögel, die Glück, Fruchtbarkeit und den Frühling bringen sollen. Immer mehr Weißstörche kehren nach Deutschland und in den Landkreis Stade zurück, nachdem sie den Winter im wärmeren Südeuropa oder in Afrika verbracht haben.
Am 9. Februar wurde der erste Storch 2026 im Landkreis in Hammah gesichtet - und auch in Fredenbeck rührte sich zuletzt etwas vor einer Livestream-Kamera.
Das war bisher im Storchennest in Fredenbeck los
Dort landete am 26. Februar um 17.18 Uhr der erste Weißstorch in der Nisthilfe an der Dinghorner Straße. Das berichtet Pascal Leskau aus Buxtehude, der sein Hobby, Tiere und besonders Vögel zu beobachten, über „Flusscam Buxtehude“ bei YouTube und Instagram teilt und die Naturschauspiele im Nest veröffentlicht. „Wenn mich nicht alles täuscht, betreiben wir den einzigen Storchennest-Livestream im Landkreis Stade, den Zuschauer auf YouTube verfolgen können“, sagt Leskau.

Glücksbringer? Am 26. Februar erobert der erste Weißstorch 2026 in Fredenbeck das Nest an der Dinghorner Straße. Foto: Privat (nomo)
Einen Tag später besuchten zwei weitere Weißstörche das Nest für rund fünf Minuten. Leskau sagt, dass die Nestbesucher unberingte Störche gewesen seien - sozusagen anonyme Störche, deren Alter oder Flugroute nicht aktiv nachverfolgt werden können. Doch Leskau hat eine Vermutung.

Um den Weißstorch ranken sich Mythen und Aberglaube, im Volksmund steht er für Glück, Fruchtbarkeit und den Frühlingsbeginn. Am 27. Februar um 9 Uhr landet der zweite Weißstorch in Fredenbeck. Foto: Privat (nomo)
Die Frühlingsboten kommen wahrscheinlich aus Spanien - „aufgrund der Tatsache, dass sie relativ früh in Fredenbeck gewesen sind“. Dass die Zugvögel in den letzten Jahren immer früher aus ihren Winterquartieren zurückkommen, könne mit dem Klimawandel und den milder werdenden Wintern zusammenhängen. Deshalb überwintern immer mehr Störche inzwischen in Spanien, anstatt die lange Reise bis nach Afrika anzutreten. Durchschnittlich 10 bis 15 Störche gastieren im Jahr in der Nisthilfe.
Eine Brut gab es in Fredenbeck noch nie
Auch den ersten Storch als Übernachtungsgast dokumentierte die Flusscam am 1. März. Und ein Storchenpaar: Erstmals kam am 12. März ein Paar ins Nest. „Hoffentlich bleibt es nicht nur bei einem Besuch“, kommentierte ein Storchenfan bei YouTube. Einen Tag später kam das Paar wieder in das Nest.
„Die Natur ist nicht planbar. Leider hatten wir bisher kein Brutpaar vor der Kamera, aber dafür viele Interessenten und durchreisende Störche“, sagt Leskau. 2025 habe er bei einem jungen Storchenpaar Brutversuche beobachtet.
Störche begeistern Leskau mit ihrem Sozialverhalten
Jedoch seien die Nestgäste von einem langjährigen Brutpaar vertrieben worden, das im benachbarten Storchennest beim Reitverein Fredenbeck nistete. Dieses sei immer wieder „aggressiv“ auf die Nestbesucher losgegangen. Ein Lebenszeichen gab es in letzter Zeit nicht von diesem dominanten Storchenduo, so Leskau. Die Vogelgrippe könne ein Grund sein.

Spezialist für Live-Cams in der Natur: Pascal Leskau. Foto: Privat (nomo)
Auch weil sich das dominante Paar noch nicht gezeigt hat, bestehe noch Hoffnung und bleibe Zeit, dass das Nest zur Kinderstube wird. „Wenn die Ostzügler kommen, gibt es noch Chancen.“ Die Ostzügler sind Störche aus Osteuropa oder Russland.
Tier-Therapie
T 22-Jährige traut sich was in Frankenmoor: Kuscheln mit Hühnern
Pascal Leskau begeistern Störche nicht nur optisch wegen ihrer Flügelspannweite, vor allem das Sozialverhalten fasziniert ihn. „Wie sich ein Storchenpaar lieb hat, wie es sich umeinander kümmert“, beobachtet Leskau gerne. Neben dem Storchennest steht ein weiteres für einen anderen Vogel.
Gute Chancen auf Turmfalken-Brut
Nicht nur Störche können Tier- und Naturliebhaber bei „Flusscam Buxtehude“ live verfolgen, sondern auch Turmfalken. Könnte auch im Turmfalkenkasten bald Nachwuchs zwitschern?

Ein Livestream zeigt, wie ein Turmfalken-Paar den Turmfalkenkasten am Morgen des 27. Februar in Fredenbeck besucht. Foto: Privat (nomo)
„Im letzten Jahr hatten wir die erste erfolgreiche Turmfalken-Brut“, sagt Leskau. Die Falken Marina und Paul brachten Falkenbabys zur Welt. „Für dieses Jahr sieht es auch bereits sehr gut aus“, sagt Leskau.
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