Obstbäuerin Anke Olters erntet die Frühapfelsorte Delbarestival . Auf dem dem Wochenmarkt heißt der Apfel bei vielen „Sommer-Elstar“. Foto Vasel
In Kehdingen, im Alten Land sowie auf der Stader Geest läuft bereits die Ernte der Frühäpfel. . Mit einem Apfelfest wird die Apfelsaison am Sonntag, 28. August, am Kornspeicher in Freiburg offiziell eröffnet.
Die „August-Äpfel“ machen Appetit auf die Hauptsorten, Anfang September geht es mit dem Holsteiner Cox los. In diesen Tagen wird die Frühsorte Delbarestival geerntet. Der Delbarestival ist die wirtschaftlich wichtigste Frühsorte. Diese Sorte zeichnet sich unter anderem durch ihre Lagerfähigkeit und ihren süß-säuerlichen, saftigen Geschmack aus. „Für unsere Kunden auf dem Wochenmarkt ist Delbarestival der Sommer-Elstar oder der frühe Elstar“, sagt Anke Olters aus Ladekop. Eingefleischte Elstar-Esser überbrückten mit dem hoch aromatischen Apfel die Zeit bis zur neuen Ernte im Herbst. Sehr gut schmecke auch der saftige, feinsäuerliche Collina. Außerdem bauen Heinrich und Anke Olters noch Sorten wie den erfrischenden, sehr saftigen Gravensteiner oder den Jamba an. Allerdings ist ein Großteil der Frühäpfel nicht lange lagerfähig, sie sind druckempfindlich, nur wenige Sorten bleiben im Kühlhaus bis in den November hinein frisch.
Der Delbarestival – ein Einwanderer aus Frankreich – eignet sich als Tafelapfel zum Frischeverzehr, aber auch zum Backen oder für Müslis und Salat. Auch im Obst- und Gemüsegeschäften, sowie im Fein- und im Naturkosthandel und vereinzelnd in gut sortierten Supermärkten ist diese Sorte zu finden – im Gegensatz zu den anderen Sorten.
Wer Frühäpfel anbaut, muss die Reihen drei bis vier Mal durchpflücken, nur die reifen Früchte landen in der Kiste. Weil die frühen Äpfel sehr druckempfindlich sind, wird in der Regel in Handarbeit sortiert. Es ist ein Nischenprodukt, das erntefrisch überwiegend in den Hofläden oder auf den Wochenmärkten verkauft wird. Auch im Online-Handel werden die frühen Kehdinger und Altländer bestellt. Auf 400 Hektar werden jährlich 5000 bis 10 000 Tonnen geerntet.
Zum Vergleich: Die Haupt- und Lagersorten, vom Holsteiner Cox bis zum Elstar, werden an der Niederelbe auf 8900 Hektar kultiviert. Sie werden im September/Oktober geerntet. Auf den Höfen wird eine gute Ernte erwartet. Das Obstbauzentrums Esteburg in Jork rechnet mit 346 500 Tonnen, das entspricht einem Plus von elf Prozent.
Die Qualität der Äpfel ist hervorragend, das wird sicherlich auch der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), am Sonntag ab 11.45 Uhr bei der Eröffnung der Apfelsaison in Freiburg unterstreichen. Ein Apfelfest am Kornspeicher bildet den Rahmen.
Die 650 Obstbaubetriebe an der Niederelbe hoffen aufgrund der guten Qualität auf bessere Preise. Ob Fruchtgröße, Zucker (Stichwort Geschmack) oder Fruchtfleischfestigkeit – die Werte zeugten von einer guten Fruchtqualität, sagt Dr. Matthias Görgens von der Esteburg. Die erste Hauptsorte Holsteiner Cox werde etwa ab dem 10. September geerntet, lagebedingt auch einige Tage früher, so Görgens.
Übrigens: Mittlerweile stehen 18 Millionen Apfelbäume an der Niederelbe in Niedersachsen und Hamburg. Der Landkreis Stade kann mit 14,9 Millionen Obstbäumen als der baumobstreichste Landkreis bezeichnet werden.
Unterstützt vom Historischen Kornspeicher, der Landwirtschaftskammer und dem Förderverein Integriertes Obst haben Landvolk und Kreisbauernverband Stade (Fachgruppe Obstbau) am Sonntag, 28. August, von 11 bis 17 Uhr, ein Apfelfest unter dem Motto „Apfel trifft Korn(-Speicher)“ in Freiburg (Elbstraße 2) organisiert. Rund um den Speicher und den Hafen locken Musik und zahlreiche Aktivitäten – nicht nur für Kinder. Im Hafen gibt es Fahrten mit den Börde-Booten, auf einem Apfelmarkt können sich die Besucher eindecken. Des Weiteren wird ein großes Kuchenbuffet aufgefahren. Der Ewer Elfriede aus dem Oevelgönner Museumshafen wird die Apfelspende nach Hamburg bringen. Experten der Esteburg und Obstbauern werden an Erlebnisstationen informieren – über Insektenwelt im Obstbau, wertvolle Inhaltsstoffe im Apfel, Qualitätskontrollen sowie Öko-Anbau. Des Weiteren wird es eine Mikroskop-Station und Obstbauberatung für Profis und Kleingärtner geben. Die Treckerfreunde aus Balje kommen. Der offizielle Teil beginnt um 11.45 Uhr mit der Begrüßung durch Ulrich Buchterkirch von der Fachgruppe Obstbau. Gegen 12.20 Uhr wird, nach der Apfelspende durch Hilke Ehlers vom Förderverein Integriertes Obst, Staatssekretär Ferlemann die Saison eröffnen.