Hauptstraße in Groß Fredenbeck wird zur Baustelle

Dicht beim Penny-Markt soll eine Ampel installiert werden. Foto Beneke

Dicht beim Penny-Markt soll eine Ampel installiert werden. Foto Beneke

Die marode Kreisstraße 1 im Ortsteil Groß Fredenbeck soll ab Mitte des Jahres grundlegend saniert werden. Das soll die Verkehrssicherheit erhöhen. Die Bauphase soll in sechs Abschnitten ablaufen. Jetzt ist ein Informationsabend geplant.

Von Daniel Beneke 06.03.2019, 07:00 Uhr

Wer sich über die Baumaßnahme informieren möchte, ist zu einem Informationsabend des Landkreises Stade am Donnerstag, 14. März, um 19 Uhr in die Fredenbecker Gaststätte Niedersachsenschänke an der Schwingestraße eingeladen.

Breite Fuß- und Radwege, übersichtliche Kreuzungen, besseres Licht, Überquerungsinseln und eine weitere Fußgängerampel – die Ortsdurchfahrt soll sicherer werden. Neue Regenwasserkanäle sorgen dafür, dass das Oberflächenwasser auch aus benachbarten Wohngebieten besser abläuft und davon sogar die Natur am Mühlenbach profitiert. So sieht es zumindest die Kreisverwaltung als ausführende Behörde. Die geplanten Sperrungen sorgen seit Monaten für Aufregung in der Gemeinde Fredenbeck.

Etwa 8900 Fahrzeuge, darunter fast 280 Lkw, rauschen täglich über die Kreisstraße 1 durch Fredenbeck. Insbesondere während der Pendlerzeiten ist die Strecke morgens und ab dem Nachmittag stark befahren. „Der Zustand der Straße hat sich in den vergangenen Jahren gerade im Ortsteil Groß Fredenbeck stark verschlechtert und nicht nur die Fahrbahn muss dringend saniert werden“, erklärt die neue Kreisbaurätin Madeleine Pönitz. Auch die Situation für Fußgänger und Radfahrer verbessert der Landkreis deutlich.

{picture1}

Pönitz erklärt: „Soweit wie möglich erfolgt der zeitgemäße Ausbau der Fuß- und Radwege beiderseits der Fahrbahn. Hinzu kommen Überquerungshilfen an der Einmündung Alter Stadtweg sowie zwischen den Einmündungen von Raakamp und Im Mühlenfeld. Auch eine zusätzliche Fußgängerampel in Höhe des Discount-Marktes wird installiert. So sollen sich die Nutzer der Rad- und Fußwege künftig ohne Probleme begegnen können, ohne anzuhalten und ausweichen zu müssen – die Wege werden also deutlich breiter. All diese Maßnahmen benötigen somit viel mehr Platz.

Über 30 Bäume mussten deshalb fallen, werden aber durch Neuanpflanzungen möglichst in der Umgebung ersetzt. Aufgrund naturschutzrechtlicher Vorgaben mussten die Rodungsarbeiten bis Ende Februar abgeschlossen sein. Die Bäume an der Südseite der Hauptstraße zwischen Mühlenbach und An der Börne mussten weichen, weil hier der stark torfhaltige Boden tief ausgekoffert und ersetzt werden muss. Nur so kann die neue Straße dauerhaft stabil sein und nicht seitlich absacken. Hier werden Bäume mit etwas Abstand aber parallel zur Straße neu gepflanzt.

Das Wiesengelände dort kommt künftig dem Naturschutz zugute. Das Gelände am rechten Ufer des Mühlenbachs nördlich der K 1 in Richtung „Schulteich“/Geestlandschule wird als sogenannte Retentionsfläche verhindern, dass das Oberflächenwasser aus der neuen Regenwasser-Kanalisation ungebremst in den Mühlenbach fließt. Dadurch entwickelt sich das Gelände in eine ökologisch wertvolle Feuchtwiese. Übrigens: Die Zahl der Parkplätze am Fahrbahnrand wird durch zusätzliche Parkbuchten von neun auf 20 steigen.

Nach Planung des Landkreises sollen die Arbeiten an der K 1, abhängig vom Ausschreibungsergebnis, im Juli beginnen und etwa anderthalb Jahre dauern. Umfangreiche Planungs- und Vorbereitungsarbeiten, Abstimmungen mit der Gemeinde Fredenbeck sowie Grundstücksverhandlungen nahmen fast ein Jahr in Anspruch. Die Genehmigung der Maßnahme durch das Land Niedersachsen liegt nach Angaben von Landkreis-Sprecher Christian Schmidt inzwischen vor. Damit kann die Ausschreibung durch die Kreisverwaltung vorbereitet werden. 3,5 Millionen Euro stehen insgesamt für die Sanierung der 1200 Meter Strecke der K 1 bereit. Das Land Niedersachsen fördert das Projekt zu 60 Prozent, den Rest teilen sich Landkreis Stade und Gemeinde Fredenbeck. Im Gemeinde-Haushalt stehen, verteilt auf die Jahre 2020 und 2021, 350 000 Euro für die Beteiligung an den Kosten der Sanierung der Kreisstraße bereit.

Die Planer vom Kreis werden die Pläne bei einem Informationsabend am Donnerstag, 14. März, um 19 Uhr in der Fredenbecker Gaststätte Niedersachsenschänke an der Schwingestraße im Detail vorstellen und Fragen der betroffenen Fredenbecker Anwohner beantworten.

Während der Bauzeit wird die K 1 in Groß Fredenbeck für den überörtlichen Verkehr voll gesperrt. Die Umleitung erfolgt ab der Kreuzung L 124 / K 1 / K 44 (Harsefelder Straße/Helmste/Rüster Forst) über den Kreisverkehr L 124 / L 123 in Richtung Bargstedt bis nach Aspe und von dort über Wedel nach Fredenbeck. Damit der innerörtliche Verkehr nicht mehr als nötig beeinträchtigt wird, erfolgen die Arbeiten in voraussichtlich sechs Abschnitten – jeweils zwischen Straßeneinmündungen, sodass dort eine Umfahrung möglich bleibt. Vollsperrungen einzelner Abschnitte werden sich nach Angaben der Landkreis-Verantwortlichen aber nicht vermeiden lassen. Radfahrer und Fußgänger können die Baustelle passieren. Anlieger gelangen mit Fahrzeugen die meiste Zeit zu ihren Grundstücken und werden vom Bauunternehmen über aktuelle Einschränkungen informiert. Für Schulbusverkehr, Müllabfuhr, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst sollen Durchfahrtsregelungen getroffen werden.

Copyright © 2025 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.