K1-Sanierung: Sie planen die Fredenbecker Baustelle
Zeigen einen ersten Entwurf der Baustellenplanung : Bernd Bardenhagen und Madeleine Pönitz. Foto: Beneke
Die Planungen werden konkret: Ab Sommer will der Kreis die Hauptstraße (Kreisstraße 1) in Groß Fredenbeck sanieren lassen. Die marode Fahrbahn soll zusammen mit Beleuchtung und Oberflächenentwässerung erneuert werden.
Die marode Kreisstraße 1 in der Fredenbecker Ortsdurchfahrt soll auf einer Länge von 1,2 Kilometern erneuert werden. Betroffen ist der Abschnitt zwischen Raakamp und Friedhof. Die Anzahl der Parkbuchten am Straßenrand soll sich von neun auf 20 erhöhen, zusätzliche Stellflächen sollen unter anderem gegenüber der Bücherei entstehen. Parallel sollen die Rohre für die Oberflächenentwässerung und die Straßenbeleuchtung modernisiert werden, hier ist die Gemeinde mit im Boot. „Der Regenwasserkanal ist unterdimensioniert und abgängig“, erklärte Planer Bernd Bardenhagen vom Kreisbauamt. Bei Starkregen drücke das Wasser, das auch aus den umliegenden Wohngebieten in die Hauptleitung fließt, wieder aus den Gullys nach oben.
Damit das Regenwasser nicht wie bisher ungedrosselt in den Mühlenbach fließt, sollen auf den Wiesen auf der Nordseite, die als Landschaftsschutzgebiet klassifiziert sind, Versickerungsflächen eingerichtet werden. Das Wasser läuft auf die Wiese und gedrosselt weiter in den Bach. Eine Tauchwand wird eingebaut, um bei Verunreinigungen den Fluss stoppen zu können.
Innerorts sollen fortan beidseitig drei Meter breite kombinierte Geh- und Radwege entstehen. Das entspreche dem heutigen Standard des Straßenbaus, sagte Bardenhagen. Bisher befindet sich nur auf der Nordseite ein breiterer, kombinierter Weg. Auf der Südseite befindet sich lediglich ein schmaler Gehweg. Die Kurve an der Abzweigung zum Alten Stadtweg wird abgerundet und damit entschärft. Die beiden Bedarfsampeln – bei der Kirche und bei der Wäscherei – bleiben bestehen. In Höhe des Penny-Parkplatzes soll eine weitere installiert werden.
Am Alten Stadtweg, zwischen Restaurant und Tankstelle, ist eine neue Querungshilfe geplant. Außerdem wird am Raakamp eine zusätzliche Querungshilfe gebaut, die eine bremsende Wirkung haben soll. „Sie wird den Verkehr beruhigen“, sagte Bardenhagen. Das versprechen sich die Planer auch von der Bushaltestelle bei Penny: Dort sollen die Busse auf der Straße halten und den Verkehr ausbremsen. Das sei innerorts längst Standard.
Die Brücke über den Fredenbecker Mühlenbach, die Groß Fredenbeck und Klein Fredenbeck trennt, bleibt erhalten. Sie sei in ihrer Substanz noch tragfähig. „Das ist unsere Engstelle“, sagte Bardenhagen. Doch sie ist zu schmal, um auf beiden Seiten Platz für einen kombinierten Geh- und Radweg zu bieten. Deshalb wird es bis zur Ampel, der nächstgelegenen Querungshilfe, nur auf der Nordseite einen kombinierten Weg geben. Für den Fall der Sanierung der Brücke in einigen Jahren oder Jahrzehnten hat der Kreis bereits Land erworben, dann wird auf beiden Seiten ein Geh- und Radweg entstehen. Die kombinierten Wege werden in rotem und grauem Pflaster hergestellt – inklusive 50-Zentimeter-Sicherheitsstreifen.
Während der Bauphase wird es zu Vollsperrungen kommen. Halbseitige Sperrungen seien aus Gründen des Arbeitsschutzes nicht möglich, außerdem würde sich dann die Bauzeit mindestens verdoppeln. Die Arbeiten sollen in sechs Abschnitten erfolgen. Radfahrer und Fußgänger sollen die Baustelle über einen provisorischen Weg passieren können. Für Schulbusverkehr, Müllabfuhr, Feuerwehr und Rettungsdienst werde es Abstimmungen über alternative Routen geben. Die offizielle Umleitung erfolgt ab der Kreuzung Landesstraße 124 / Kreisstraße 44 / Kreisstraße 1 in Helmste über den Kreisverkehr Landesstraße 124 / Landesstraße 123 in Richtung Bargstedt bis nach Aspe und von dort über Wedel nach Fredenbeck.
In Teilen von Politik und Bevölkerung hatte es vermehrt Kritik an der Informationspolitik der Kreisverwaltung gegeben. Planung, Vermessung, Ankauf von Grundstücken, Ausschreibungen – da gingen einige Monate ins Land, warb die neue Kreisbaurätin Madeleine Pönitz um Verständnis. Naturschutzamt, Verkehrsbehörde, Schulamt und Gemeinde müssten beteiligt, die Planungen immer wieder angepasst werden. Zudem setze der Kreis auf Fördermittel vom Land.
Ein Antrag auf einen Zuschuss in Höhe von 60 Prozent der Bausumme werde derzeit vorbereitet und zum Ende des Monats eingereicht. Erst nach der Bewilligung könne die Ausschreibung auf den Weg gebracht werden. Die Arbeiten würden frühestens im Juli starten und rund eineinhalb Jahre dauern, sagte Pönitz. Sie rechnete mit Gesamtkosten in Höhe von 3,5 Millionen Euro. Wegen der zuletzt enormen Preissteigerungen, insbesondere im Tiefbau, könne sie eine exakte Summe aber erst nach Sichtung der Ausschreibungsergebnisse bekannt geben.
Am Donnerstag, 14. März, wird die Planung in der Niedersächsenschänke im Rahmen einer Informationsveranstaltung durch die Kreisverwaltung öffentlich vorgestellt.