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Kommunalwahl

TMachtkampf in SPD-Kreistagsfraktion: Silvia Nieber mit Führungsanspruch

Die Stader Ex-Bürgermeisterin Silvia Nieber. Hier zusammen mit Stades SPD-Bürgermeisterkandidat Kai Koeser.

Die Stader Ex-Bürgermeisterin Silvia Nieber. Hier zusammen mit Stades SPD-Bürgermeisterkandidat Kai Koeser. Foto: Stehr

In der SPD bahnt sich ein Machtkampf um den Vorsitz der Kreistagsfraktion an: Die frühere Stader Bürgermeisterin Silvia Nieber fordert den Vorsitzenden Björn Protze heraus.

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Von Karsten Wisser
17.09.2026, 08:00 Uhr

Landkreis. In der SPD bahnt sich ein Machtkampf um den Vorsitz der Kreistagsfraktion an. Die frühere Stader Bürgermeisterin Silvia Nieber (66) erhebt Führungsansprüche und stellt damit den amtierenden Vorsitzenden Björn Protze infrage. Nieber, die bis 2018 hauptamtlich Bürgermeisterin von Stade war, begründet ihren Anspruch mit ihrem starken Abschneiden bei der Kommunalwahl.

Mit 2550 persönlichen Stimmen erzielte sie den mit Abstand größten Zuspruch unter den Sozialdemokraten. Das hatte alle Beobachter überrascht. Protze, der 2021 als Landratskandidat noch ein starkes Ergebnis erreichte, kam diesmal nur auf 780 Stimmen.

Protze will sich am 5. Oktober zur Wiederwahl stellen

„Angesichts dieses Ergebnisses liegen Überlegungen nahe, dass ich die Führung der Fraktion übernehmen könnte“, sagte Nieber dem TAGEBLATT. Auf die Frage nach einer möglichen Kampfkandidatur reagierte sie zurückhaltend: Die Fraktionsmitglieder müssten sich zunächst kennenlernen. Protze kenne sie seit Jahren, und sie stünden oft im Austausch. Nieber ist neu in der Kreistagsfraktion.

Der SPD-Kreistagsfraktionschef Björn Protze griff die AfD bei der Delegiertenkonferenz scharf an.

Der SPD-Kreistagsfraktionschef Björn Protze griff die AfD bei der Delegiertenkonferenz scharf an. Foto: Wisser

Von Niebers Ambitionen erfuhr Protze (45) allerdings erst aus den Medien. „Wir haben in den vergangenen Jahren im Kreistag viel erreicht“, betonte er gegenüber dem TAGEBLATT und verwies auf Entscheidungen zu den Elbe Kliniken und dem regionalen Raumordnungsprogramm. „Ich habe Spaß an der Aufgabe und kann mir gut vorstellen, den Vorsitz wieder zu übernehmen“, sagte Protze.

Er führt die Fraktion seit sieben Jahren, nachdem er die Nachfolge von Heino Baumgarten angetreten hatte. Bei der Kreistagswahl war er Spitzenkandidat der SPD. Die erste Sitzung der neuen Kreistagsfraktion findet am 5. Oktober statt. Bis dahin droht der SPD eine längere Hängepartie um die Führungsfrage.

Nieber acht Jahre lang Stader Bürgermeisterin

Silvia Nieber war von 2011 bis 2019 die erste Frau im Bürgermeisteramt der Hansestadt Stade. Zuvor leitete sie von 2000 bis 2011 die Geschicke der Stadt Bad Münder. 2019 verlor sie überraschend in einer Stichwahl gegen den CDU-Kandidaten Sönke Hartlef. Ihr politisches Comeback in Stade über die Kreistagsfraktion ist nicht ihr erster Versuch, wieder Fuß zu fassen. 2021 gehörte sie anfangs zum Kreis möglicher SPD-Landtagskandidaten im Wahlkreis Stade.

Intern setzte sich aber die heutige Landtagsabgeordnete und SPD-Unterbezirksvorsitzende Corinna Lange aus Deinste durch. Nieber nennt den Klimawandel, bezahlbaren Wohnraum und die Stärkung des Wirtschaftsstandorts als ihre zentralen Themen.

Herbe SPD-Verluste bei der Kommunalwahl

Der Machtkampf um den Fraktionsvorsitz trifft die SPD in einer schwierigen Phase. Nach herben Verlusten bei der Kommunalwahl und vor der Stichwahl in Stade steht die Partei unter Druck. SPD-Kandidat Kai Koeser tritt dort in der Stichwahl am Sonntag, 27. September, gegen den CDU-Bewerber Arne Kramer an. Koeser lag in der Stadt Stade knapp vor Kramer.

Bei der Kommunalwahl fiel die SPD mit einem Minus von 5,76 Prozent unter die 20-Prozent-Marke. Sie konnte ihre Position als zweitstärkste Kraft im Kreistag nur knapp behaupten und hält nun 12 Sitze - drei weniger als zuvor. Die CDU verlor zwei Sitze. Die AfD hingegen gewann acht Sitze hinzu und kommt nun auf elf Mandate.

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