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Handball-Bundesliga

TNeuer BSV-Trainer Jonas Schlender stellt sich vor – „Natürlich brenne ich“

Jonas Schlender beim Sponsorenabend: „Ich werde bei meiner Art und Weise zu arbeiten und bei meinen Werten bleiben.“

Jonas Schlender beim Sponsorenabend: „Ich werde bei meiner Art und Weise zu arbeiten und bei meinen Werten bleiben.“ Foto: Scholz

Akribisch, kommunikativ, selbstbewusst: Beim Sponsorenabend gibt Jonas Schlender erste Einblicke in seine Spielidee, seine Werte und den Umgang mit hohen Erwartungen.

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Von Tim Scholz
Freitag, 12.06.2026, 11:55 Uhr

Buxtehude. Um Punkt 21 Uhr betritt Jonas Schlender im Autohaus Tobaben das Podium. Der künftige BSV-Trainer lächelt, trägt eine schwarze Jacke und weiße Sneaker, greift zum Mikrofon und macht gleich deutlich, wie groß seine Vorfreude auf die neue Aufgabe ist.

„Natürlich brenne ich“, sagt der 31-Jährige. Er habe bereits mit allen Spielerinnen gesprochen, seine Ideen vorgestellt und gespürt, dass die Mannschaft den Weg mitgehen wolle. „Das hat bei mir selber das Feuer entfacht“, sagt er.

Beim Sponsorenabend am Dienstag merkt man: Schlender hat klare Vorstellungen davon, wie er den BSV führen möchte und wie er selbst als Trainer tickt.

Die großen Fußstapfen

Buxtehude spielt seit 1989 ununterbrochen in der Bundesliga, Ex-Trainer Dirk Leun prägte den Verein 18 Jahre lang. „Buxtehude ist ein attraktiver Verein für einen Trainer“, sagt Schlender. Gerade die Loyalität des Vereins habe ihn beeindruckt. Er sagt aber auch, dass er Respekt vor der Aufgabe habe. „Man tritt in große Fußstapfen.“

Der BSV lud seine Sponsoren und Unterstützer ins Autohaus Tobaben ein.

Der BSV lud seine Sponsoren und Unterstützer ins Autohaus Tobaben ein. Foto: Scholz

Gleichzeitig geht er davon aus, dass ihm der Einstieg durch Vorgänger Nicolaj Andersson erleichtert werde. Andersson habe „tolle Arbeit geleistet“ und eine Mannschaft hinterlassen, die sich zuletzt sichtbar entwickelt habe.

Der Sprung in die Bundesliga

Für Schlender wird es die erste Station als Cheftrainer in der ersten Liga, nachdem er Co-Trainer in Oldenburg und zuletzt zwei Jahre Zweitliga-Coach in Solingen war. „Je näher es kommt, desto mehr spürt man einen gewissen Druck“, sagt er.

Die Erwartungen in Buxtehude seien hoch. Trotzdem wolle er sich nicht verbiegen: „Ich werde bei meiner Art und Weise zu arbeiten und bei meinen Werten bleiben.“

Was er mit dem BSV vorhat

Auf einen konkreten Tabellenplatz will sich der neue Coach noch nicht festlegen. Zuletzt lag der Anspruch des Vereins zwischen Platz fünf und acht. Für Schlender viel wichtiger: „Es geht darum, schnell Sicherheit zu haben, was den Klassenerhalt angeht.“

Die Mannschaft brauche Zeit. Nach ersten Niederlagen dürfe nicht sofort Unruhe entstehen. Gleichzeitig steht er hinter der „Vision 2030“ des Vereins, die die Rückkehr in den Europapokal vorsieht. „Es ist wichtig, Ziele zu haben und Sponsoren und Spielerinnen mitzunehmen. Ich hoffe, dass wir die Vision schnell erreichen.“

Mit dem Kader zeigt sich Schlender zufrieden. Er sieht eine Mischung aus Talenten und erfahrenen Kräften. Jungen Spielerinnen seien Fehler erlaubt und wichtig für ihre Entwicklung, betont er. „Wenn das nicht so wäre, machen wir etwas falsch.“ Neuzugang Nele Franz könne den jungen Spielerinnen mit ihrer Erfahrung viel mitgeben.

Kommunikation als Erfolgsfaktor

Immer wieder spricht Schlender über Kommunikation. Transparenz, Teilhabe und Ehrlichkeit sind für ihn zentral. „Ich lege viel Wert darauf, dass man nicht von oben herab kommuniziert“, sagt er.

Die Spielerinnen sollen in einem gewissen Rahmen Entscheidungen treffen und Probleme ansprechen dürfen. Dafür brauche es jedoch klare Regeln. „Loyalität ist wichtig“, sagt Schlender. „Nach außen müssen wir als Team auftreten.“

Schlenders Spielidee

Sportlich legt Schlender den Fokus vor allem auf die Defensive. Über Einsatz und Leidenschaft könne man auch Spiele gegen vermeintlich stärkere Gegner gewinnen. In den ersten Wochen der Vorbereitung gehe es vor allem darum, ein System zu finden, sagt er. Schlender bevorzugt eine 6:0-Abwehr, die er offensiv interpretiert. Auch individuelle Gespräche sollen dabei helfen.

Vorbereitung auf die neue Saison

Am 1. Juli startet die Vorbereitung. Bereits am 22. Juli ist ein Testspiel gegen Rosengarten-Buchholz in der Halle Nord geplant, am 7. August folgt das Saison-Opening gegen den VfL Oldenburg. Hinzu kommen weitere Testspiele, ein Trainingslager und Teambuilding.

Ende August steht die erste Pokalrunde an, am 5. September steigt das erste Bundesliga-Heimspiel gegen Aufsteiger HC Leipzig. Bis zum ersten Pflichtspiel bleiben Schlender rund acht Wochen.

Der Mensch Jonas Schlender

Der gebürtige Oldenburger beschreibt sich selbst als akribisch. „Ich setze mich 24/7 mit Handball auseinander“, sagt er. Noch im Juni zieht er von Solingen nach Apensen um und nutzt schon jetzt jede Gelegenheit, um Gespräche zu führen und Details vorzubereiten.

Der künftige BSV-Trainer Jonas Schlender (links) und sein Vorgänger Nicolaj Andersson.

Der künftige BSV-Trainer Jonas Schlender (links) und sein Vorgänger Nicolaj Andersson. Foto: Scholz

Den Sponsorenabend erlebte er als „herzlich, freundlich und professionell“. Auch der Austausch mit Vorgänger Andersson habe ihm gefallen. „Nico ist ein netter Zeitgenosse“, sagt Schlender. „Ein, zwei gute Tipps hat er mir gegeben.“

Andersson wiederum sagt: „Jonas ist ein guter Typ, sehr angenehm. Wenn es mal nicht läuft, sollte er weiter auf seine eigenen Ideen vertrauen und nicht zu früh zu extremen Handlungen greifen.“

Andersson ist überzeugt: Schlender bringt die richtigen Voraussetzungen mit, um in Buxtehude erfolgreich zu sein.

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