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TBuxtehuder Backsau wächst – im Laden und auf Social Media

Backsau-Inhaber Sascha Schäfer steht in seiner Filiale an der Straße Zwischen den Brücken in Buxtehude. Auf dem Foto zeigt der Bäckermeister ein Dinkel-Cashew-Cranberry-Brot (links) und sein Hanfbrot.

Backsau-Inhaber Sascha Schäfer steht in seiner Filiale an der Straße Zwischen den Brücken in Buxtehude. Auf dem Foto zeigt der Bäckermeister ein Dinkel-Cashew-Cranberry-Brot (links) und sein Hanfbrot. Foto: Sulzyc

Weil die neue Filiale der Backsau in Buxtehude so gut läuft, hat die Bäckerei expandiert - in den sozialen Medien. Und dann gibt es noch einen besonderen Preis.

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Von Thomas Sulzyc
Freitag, 16.01.2026, 10:55 Uhr

Buxtehude. Erfindungsreichtum ist in der Geschäftsidee des Bäckermeisters und Brotsommeliers Sascha Schäfer (49) inbegriffen. Seit kurzem unterstützen den Gründerstar-Preisträger von 2021 dabei zwei weibliche Angestellte, die nicht zum Standard im Bäckereihandwerk gehören: Influencerinnen inszenieren in sozialen Medien die Brote.

170 Quadratmeter Bürofläche hat die Brotbäckerei Backsau an ihrem Firmensitz in Buxtehude-Altkloster hinzugemietet. Dort finden nicht nur die Brot-Influencerinnen Platz. Eine große Tischtafel ist in Zukunft Schauplatz der beliebten Verkostungen.

Neue Tasting-Idee hat Premiere

Tastings nennen sich diese Ereignisse. Ein neues haben sich Sascha Schäfer und Verkaufsleiterin Marlies (der Betrieb nennt Mitarbeiter beim Vornamen) ausgedacht. Zwei Abendessen mit jeweils 14 Teilnehmern sind in diesem Jahr geplant: unterschiedliche Brotsorten, dazu passende Dips, Käse und Wurst. Schon jetzt sind die beiden Abendmahle im März und Mai ausgebucht.

Die Vergrößerung am Firmensitz ermöglicht habe der wirtschaftliche Erfolg einer zweiten Verkaufsstelle: Vor einem Jahr eröffnete die Bäckerei Backsau ihre Filiale nahe der Altstadt an der Straße Zwischen den Brücken.

Vor einem Jahr hat die Filiale der Bäckerei Backsau vor dem Eingang zur Buxtehuder Altstadt geöffnet.

Vor einem Jahr hat die Filiale der Bäckerei Backsau vor dem Eingang zur Buxtehuder Altstadt geöffnet. Foto: Sulzyc

„Die Filiale hat meine Erwartungen übertroffen“, sagt Sascha Schäfer. „Die Lage hier ist schon Bombe.“ Die Sichtbarkeit an einer belebten Straße habe sich ausgezahlt. Zuvor hatte die Bäckerei ihre Verkaufsstelle im Modehaus Stackmann aufgegeben.

Ein Vorteil des eigenen Ladengeschäfts: Hier darf das Bäckereiunternehmen süße Backwaren verkaufen. Als Untermieter im Kaufhaus sei das nicht möglich gewesen. Die süße Ware wie zum Beispiel Zimtschnecken sei begehrt und habe das Geschäft spürbar angekurbelt.

Filialen öffnen erst um 12 Uhr

Zusätzlich vertreibt die Bäckerei Backsau ihre Waren in der Region an einzelnen Tagen aus dem Verkaufswagen: in Neu Wulmstorf, bei Airbus in Finkenwerder, in Stade und in Harsefeld. An einem Standort laufe das Geschäft nicht gut: in Stade, vor einem Getränkemarkt an der Hansestraße. „Vielleicht müssen wir wechseln“, sagt Schäfer.

Außergewöhnlich in der Branche ist das Arbeitszeitmodell: Die Backsau beginnt den Verkauf in beiden Filialen ab 12 Uhr. Der Bäckermeister und seine drei Gesellen beginnen in der Backstube um 6 Uhr - zumindest ein wenig später als branchenüblich um 4 oder 5 Uhr.

Die Arbeitsbelastung will Sascha Schäfer damit senken - seine eigene und die seiner 15 Mitarbeiter. Die 12-Uhr-Öffnung gilt auch als Reaktion auf den Fachkräftemangel im Handwerk. 235.000 Mitarbeiter waren 2024 im Bäckerhandwerk in Deutschland beschäftigt - 2017 waren es noch 273.700. Diese Zahlen nennt der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks.

Auf die in der Region bekannten Bäckereibetriebe lasse sich die 12-Uhr-Öffnung aber nicht übertragen, sagt Sascha Schäfer. Der Grund: Auf das Geschäft mit dem Frühstück könnten Bäckereien mit Vollsortiment, die belegte Brötchen, warme Speisen und Getränke verkaufen, nicht verzichten. Für reine Brotbäckereien wie seine dagegen könnten spätere Öffnungszeiten sinnvoll sein.

Deutsche kaufen weniger Brot

Die Ernährung hat sich verändert: Die früher üblichen drei Hauptmahlzeiten sind nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks von vielen kleinen Snacks zwischendurch ersetzt worden. Die Deutschen kauften 2024 weniger Brot - minus 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch erfreue sich Brot nach wie vor einer großen Beliebtheit.

Einen guten Ruf hat sich die Backsau seit ihrer Gründung im März 2021 erworben. So gut, dass die Leser des Magazins „Falstaff“ in einer Abstimmung die Backsau zur beliebtesten Bäckerei 2025 in Niedersachsen gewählt haben. „Das macht mich, meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stolz“, sagt Sascha Schäfer. Das Magazin „Falstaff“ mit Sitz in Österreich ist auf die Themen Kulinarik, Weine und Reisen spezialisiert.

Das Currywurstbrot ist ein Bestseller der Bäckerei Backsau. Im Teig ist Currywurst verbacken.

Das Currywurstbrot ist ein Bestseller der Bäckerei Backsau. Im Teig ist Currywurst verbacken. Foto: Sulzyc

Für Aufmerksamkeit in den Medien und bei Verbrauchern sorgt der Brotsommelier vor allem mit seinen neu erfundenen Brotsorten. Das Currywurstbrot ist so ein Beispiel. Im Teig verbacken sind Currywurstscheiben und eine selbst entworfene Currywurstsoße. Typisch Backsau eben. Ein Bäcker, der verblüffende Zutaten im Teig zusammenwirft.

Eine neue Brotsorte steht kurz vor der Backreife. Zielgruppe seien sportliche Leute, die Wert auf Proteine legen. Der frühere Fußballtorwart Schäfer verrät schon mal: „Es wird ein Vollkornbrot mit Erbsen im Teig.“

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