TPolizeibekannt: Teenager stehen nachts am Bett von 86-Jähriger
Jemand dringt nachts durch ein Fenster ins Haus ein. Ähnlich wie auf diesem Symbolfoto sollen zwei 15 und 17 Jahre alte Teenager aus Bremervörde ins Haus einer 86-Jährigen eingedrungen sein. (Symbolbild) Foto: Nicolas Armer/dpa/dpa-tmn
Für die Seniorin, allein im großen Haus, muss es ein Alptraum gewesen sein. Die Taten sind berüchtigt in Bremervörde - und jetzt bestätigt die Staatsanwaltschaft Stade: Es blieb nicht bei einem Einbruch.
Bremervörde/Stade. Eine Seniorin liegt nachts im Bett. Als sie aufwacht, stehen plötzlich Einbrecher im Schlafzimmer der 86-Jährigen, die allein im großen Haus wohnt. Was nach TV-Krimi klingt, hat sich kürzlich in Bremervörde ereignet. Die Tatverdächtigen: Teenager.
Der geschilderte Vorfall ist einer von zwei Einbrüchen, über die in den vergangenen Wochen in Bremervörde getuschelt wurde und die der „Bremervörder Zeitung“ jetzt von Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigt wurden. Und tatsächlich handelt es sich bei den Tatverdächtigen, wie im „Flurfunk“ der Ostestadt verbreitet, um Jugendliche.
Erste Tat Mitte Mai
Doch zunächst zu einem anderen Fall: Bereits am 18. Mai, einem Montag, hielt sich ein älteres Ehepaar in seinem Wohnhaus im Bremervörder Stadtteil Engeo auf. Vermutlich durch eine nicht abgesperrte Terrassentür drangen gegen 16.30 Uhr zunächst unbekannte Täter ins Gebäude ein.
Laut Auskunft der Staatsanwaltschaft Stade, die mittlerweile die Ermittlungen übernommen hat, durchsuchten die Eindringlinge das Haus und griffen sich Diebesgut ohne größeren finanziellen Wert. Allerdings geriet ihnen dabei auch der Autoschlüssel des Ehepaars in die Hände.
Mit Auto der Opfer nicht vom Grundstück geschafft
Es folgte eine missglückte Flucht per Auto, die nach wenigen Metern mit einer Kollision und einem zerdellten Fahrzeug endete. Es fehlte den jungen Tätern wohl an Fahrpraxis. „Das Auto hat das Grundstück nicht verlassen“, teilte Petra Linzer, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Stade, auf Nachfrage der „Bremervörder Zeitung“ mit. Die Täter flüchteten zu Fuß weiter. Verletzt wurde niemand.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt aktuell gegen zwei männliche Jugendliche im Alter von 17 und 15 Jahren aus Bremervörde. Zeugenhinweise hatten die Polizei auf die Fährte der hinlänglich aktenkundigen Teenager gebracht. Spuren am Tatort hätten den Verdacht erhärtet, heißt es. Der Termin für ein Gerichtsverfahren steht noch aus.
T Schutz vor Einbrechern: Diese Fragen treiben die Leser um
Einbruch bei 86-Jähriger an einem Sonntag im August
Laut Auskunft der Polizeiinspektion Rotenburg besteht die Verbindung zum eingangs geschilderten Einbruch bei der 86-Jährigen, der sich am Sonntag, 2. August, ereignete, beim Blick auf die Tatverdächtigen. Der 15-Jährige soll an beiden Einbrüchen beteiligt gewesen sein. Eine eventuelle Mitwirkung des 17-Jährigen sei noch Teil der Ermittlungen, bestätigte Polizeisprecher Marvin Teschke gegenüber der „Bremervörder Zeitung“.
Kurz nach der Tat hatten die Beamten allerdings einen anderen 17-jährigen Bremervörder unweit des Tatortes in der Neuen Straße gestoppt. Auch dieser Jugendliche ist für die Polizei kein Unbekannter. Fälle von Eigentumskriminalität, Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz und Bedrohung stehen in seiner Akte. Bei seiner Befragung soll er die Beamten unter anderem als „Hurensöhne“ und „Schwulis“ beschimpft haben.
Einbruchsopfer betätigt gegen 5 Uhr den DRK-Hausnotruf
Wie Polizeisprecher Teschke berichtet, waren die Täter vermutlich über ein Nachbargrundstück ans Haus der 86-Jährigen gelangt. Über einen Balkon erreichten sie ein offenstehendes Fenster. Als die Seniorin die Eindringlinge in ihrem Schlafzimmer sah, drückte sie geistesgegenwärtig den Knopf für den Hausnotruf des DRK.
„Als wenig später jemand am Haus eintraf, rannten gerade Verdächtige weg“, berichtet Polizeisprecher Teschke. Beamte der von dieser Augenzeugin gerufenen Bremervörder Polizei stellten nicht nur den 17-Jährigen unweit des Hauses. Sie konnten auch auf dem Balkon vermutlich zum Abtransport bereitliegendes Diebesgut sicherstellen: unter anderem ein Mobiltelefon, eine Whiskyflasche, einen Füller und Kartenetuis. Eine Louis-Vuitton-Handtasche wird noch vermisst.
Die Ermittlungen von Polizei beziehungsweise Staatsanwaltschaft zu den beiden Fällen dauern an. (bz)
Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.