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Storchenhochburg

Störche ziehen so viele Küken auf wie seit 100 Jahren nicht

Seit 50 Jahren betreut Jürgen Pelch in Hamburg die Störche. In diesem Jahr kann er einen Rekord melden.

Seit 50 Jahren betreut Jürgen Pelch in Hamburg die Störche. In diesem Jahr kann er einen Rekord melden. Foto: Christiane Bosch/dpa

129 junge Störche schlüpften in dieser Saison entlang der Hamburger Elbe – ein Höchststand seit 100 Jahren. Warum fühlen sich die Tiere dort so wohl?

Von dpa Freitag, 19.06.2026, 13:00 Uhr

Hamburg. Brutrekord an der Elbe: Hamburgs Störche haben in dieser Saison dem Naturschutzbund Nabu zufolge so viele Küken aufgezogen wie seit 100 Jahren nicht mehr. Insgesamt hätten von den 59 Storchenpaaren entlang der Hamburger Elbe 46 Paare erfolgreich gebrütet und 129 Küken aufgezogen, sagte Nabu-Storchenbetreuer Jürgen Pelch bei der Vorstellung der Brutbilanz in Hamburg-Curslack. Der bisherige Rekord lag bei 113 Jungstörchen im Jahr 2024. 2025 hatte der Nabu 100 Storchenküken gezählt. 

„Die Störche sind ein Indikator dafür, wie gut es uns gelingt, unsere Natur zu schützen“, sagte Hamburgs Umweltstaatsrätin Stefanie von Berg (Grüne). 
 

Drei von mehr als 100 Storchenküken, die in dieser Saison entlang der Elbe auf Hamburger Gebiet geschlüpft sind. (Archivbild)

Drei von mehr als 100 Storchenküken, die in dieser Saison entlang der Elbe auf Hamburger Gebiet geschlüpft sind. (Archivbild) Foto: Jonas Walzberg/dpa

Hamburg gilt seit vielen Jahren als Hochburg für Störche. Sie ist laut Nabu, der die Zahlen deutschlandweit registriert, die Großstadt mit den meisten Weißstörchen. Auf der niedersächsischen Seite der Elbe im Landkreis Harburg leben Pelch zufolge ähnlich viele Tiere.

Die meisten Hamburger Weißstörche leben in den Vier- und Marschlanden, also im Bezirk Bergedorf. Vor 50 Jahren lebten auf Hamburger Grund lediglich acht Paare.

Dass sich die Störche vor allem entlang der Elbe im Westen der Stadt so wohlfühlen und immer wieder kommen, liegt auch an den vielen Teichen, kurzen Wiesen, Feuchtwiesen und Gräben.

Störche ernähren sich vor allem von Kleintieren wie Fröschen, Lurchen, Mäusen und Maulwürfen, Jungstörche werden zu Beginn beispielsweise mit Regenwürmern gefüttert. An einem normalen Tag futtert eine Storchenfamilie 
etwa vier Kilogramm.

Storchenbetreuer seit 50 Jahren

Für Jürgen Pelch, der in diesem Jahr seit genau 50 Jahren ehrenamtlicher Storchenbetreuer in Hamburg ist, hat für die Hamburg-Bilanz in den vergangenen Wochen unter anderem alle aus den Storchennestern herausragenden Schnäbel gezählt. Auf diese Weise wird registriert, wie viele Jungtiere die Brutpaare in dieser Saison aufgezogen haben. 

In diesem Jahr hat Pelch fünf Jungvögel aus ihren Nestern holen müssen, zwei davon hatte er noch im Ei übernommen und von Hand aufgezogen. Drei weitere rettete er, nachdem er die Mutter der Tiere tot im Nest gefunden hatte. 

Das Wetter der vergangenen Wochen und Tage mit viel Regen und Hitze habe den Tieren nicht geschadet. Lediglich Extremwetter kurz nach dem Schlüpfen sei gefährlich für die Tiere. 

Die ersten Jungtiere werden schon in wenigen Wochen ihre lange Reise in den Süden starten – voraussichtlich Ende Juli/Anfang August.

Die Elterntiere päppeln sich nach der anstrengenden Aufzucht in der Regel zunächst noch einige Wochen auf und folgen erst dann. 

Die Weißstörche aus Hamburg überwintern in der Regel in Spanien, Portugal und Afrika. Die Routen von sechs Tieren aus Hamburg können im Internet verfolgt werden. Sie tragen einen kleinen GPS-Sender.

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