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Schützenkönig Karsten Röhrs mit der Königsscheibe. Foto Wisser

Schützenkönig Karsten Röhrs mit der Königsscheibe. Foto Wisser

Die Buxtehuder Schützengilde: Nach zwei zweiten Plätzen erfüllt sich für den EDV-Fachmann Karsten Röhrs der Traum von der Königswürde.

Von Karsten Wisser 05.07.2017, 16:33 Uhr

Seine persönliche Lebensplanung hat Karsten Röhrs am Montag mit einem sensationell guten Schuss auf die Königsscheibe ein bisschen selbst sabotiert. Der 57 Jahre alte EDV-Fachmann der Buxtehuder Stadtverwaltung wollte nach knapp drei Jahrzehnten in der Buxtehuder Schützengilde – davon zwölf Jahre als Rottkommandeur – ein wenig kürzer treten. „Das verschiebt sich jetzt um ein Jahr“, sagt Karsten Röhrs, der wie im TAGEBLATT berichtet, jetzt für ein Jahr Schützenkönig der Gilde ist. Da stehen jetzt erst einmal Besuche von Schützenfesten der benachbarten Vereine und später die Schützenbälle auf dem Programm. Röhrs wollte etwas weniger Zeit in sein Hobby investieren, weil er als Kontrast zu seinem Leben und Wohnen mitten in der Buxtehuder Altstadt das Wochenendhaus mit seiner Frau Ute öfter genießen wollte.

Der Schuss, der Karsten Röhrs zum König machte, war einer der besten in der Geschichte der Schützengilde der Hansestadt Buxtehude von 1539. Bisher gab es mit Egon Borgert im Jahr 1995 nur einen Schuss, der dichter am Zentrum der Scheibe platziert war. In vielen anderen Jahren hätten auch die Treffer der Zweit- und Drittplatzierten für die Königswürde ausgereicht. Mit Karsten Röhrs hat es in diesem Jahr jemanden getroffen, der einfach mal dran war. Röhrs schießt seit seinem Eintritt 1978 um die Königswürde mit, war schon zweimal Zweiter und in den vergangenen beiden Jahren jeweils Papageienkönig.

„Ich wusste, dass es ein guter Schuss war, aber damit gerechnet, dass ich König werde, habe ich nicht“, sagt Röhrs. Einen Buxtehuder Schützenkönig gibt es seit dem Jahr 1609. Dass die Eroberung der Königswürde in der letzten Konsequenz auch viel mit Glück zu tun hat, gibt Röhrs dabei gerne zu. Geübte Schützen seien schon in der Lage, viele 19er und 20er Ringe zu schießen, „aber der letzte Millimeter, der darüber entscheidet, wer König wird, ist reines Glück“, sagt Röhrs. Dass Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt Röhrs zum neuen König proklamiert hat, ist eine der netten Geschichten, die es zu Röhrs’ Regentschaft gibt. „In der Woche hört der neue König tagsüber auf mein Kommando“, sagte die Bürgermeisterin, bevor sie den Namen des Schützenkönigs bei der Proklamation verkündete. Röhrs ist zwar von der Stadt an die Kommunale Anwendergemeinschaft für Informations- und Kommunikationstechnik (KAI) ausgeliehen worden, aber auch dort ist die Bürgermeisterin als Geschäftsführerin seine Chefin. Die KAI ist ein Zusammenschluss von Kommunen aus den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Hier wird Software entwickelt und die Anwendungen werden koordiniert und begleitet. Röhrs leitet bei KAI den Bereich für die Software-Entwicklung für Finanzdienstleistungen.

 

Ab Freitag steigt das 67. Sänger-Schützenfest in Neukloster und Hedendorf. Das Schützenfest wird vom Männergesangverein Treue ausgerichtet. Sänger und Schützen sind hier in einem Verein vereint. „Schützenfeste gehören zu den größten und schönsten Festen. Sie sind Beweis dafür, dass auch heute noch Tradition eine große Bedeutung hat“, heißt es in einem gemeinsamen Grußwort der Ortsbürgermeisterinnen von Neukloster, Astrid Bade, und Hedendorf, Birgit Butter sowie MGV-Treue-Präsident Helmut Klehn. Das Fest beginnt am Freitag um 17 Uhr mit einem Treffen auf dem Pfingstmarkt bei Hein Höft und der anschließenden Eröffnung durch den Einmarsch der Fahnenträger. Ab 21.45 Uhr gibt es im Vereinslokal Ötting‘s Gasthaus Disco. Traditioneller Höhepunkt ist am Sonntag die Abdankung der ehemaligen Würdenträger und die Proklamation der neuen Würdenträger ab 17 Uhr, die zuvor ab 14 Uhr ermittelt werden. Montag endet das Fest mit der traditionellen Hänseltour und der Ankunft des neuen Schützenkönigs im Zelt auf der Heimatwiese.

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