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Sommerzeit

TVom Bett bis in den Kuhstall: Was die Zeitumstellung mit Stadern macht

Die Kirchturmuhr von St. Wilhadi in Stade wird am Wochenende eine Stunde zurückgedreht. Zeitumstellungen sorgen für viel Wirbel: Bringen sie den Alltag von Stadern durcheinander?

Die Kirchturmuhr von St. Wilhadi in Stade wird am Wochenende eine Stunde zurückgedreht. Zeitumstellungen sorgen für viel Wirbel: Bringen sie den Alltag von Stadern durcheinander? Foto: Meyer

Wie wirkt sich die Zeitumstellung auf den Alltag der Menschen im Landkreis aus? Diese Frage liefert Erkenntnisse - auch zu Morgenmuffeln im Kuhstall.

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Von Thies Meyer
Freitag, 27.03.2026, 17:30 Uhr

Landkreis. In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Uhren um 2 Uhr auf 3 Uhr vorgestellt. Der Wechsel von der Winter- zur Sommerzeit hat Auswirkungen auf den Alltag von Mensch und Tier. Für Stader Verkehrsteilnehmer hat die Polizeiinspektion Stade eine gute Nachricht.

Führt die Zeitumstellung zu mehr Unfällen?

Durch die Zeitumstellung fehlt einigen eine Stunde Schlaf. Was sind die Folgen bei Menschen? Nicht zu unterschätzender Schlafmangel mit gravierenden Folgewirkungen, erklärte Schlafexperte Dr. Martin Schlott in einem TAGEBLATT-Interview im Januar: „Am Montag nach der Zeitumstellung im Frühjahr - und da reden wir von nur einer Stunde - gibt es 25 Prozent mehr Herzinfarkte und 18 Prozent mehr Unfälle.“ Gibt es im Landkreis Stade einen Zusammenhang zwischen der Zeitumstellung und einer Häufung von Herzinfarkten oder Unfällen?

Polizeioberkommissar Matthias Bekermann verrät, dass „die Steigerungsraten von 18 Prozent bei Unfällen sich für den Landkreis Stade auf Basis der letzten zehn Jahre nicht bestätigen“ lassen.

Das Unfallgeschehen inklusive Wildunfällen am Sonntag und Montag nach der Zeitumstellung hebe sich nicht vom restlichen Jahr ab. Zudem habe es in der letzten Dekade kreisweit keinen Unfall gegeben, der primär wegen „Übermüdung“ verursacht wurde. Bei medizinischen Notfällen durch zum Beispiel Herzinfarkte gebe es auch keine Auffälligkeiten.

Die Statistiken sind indirekt ein Lob für Stader, die vorsichtig fahren und nicht übermüdet am Steuer sitzen. Dennoch bittet der Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Jens Hariefeld, um Vorsicht an den ersten Tagen nach der Zeitumstellung, wenn der Berufsverkehr zur Dämmerungszeit fährt. Ricken seien in der Tragzeit und bald in der Setzzeit. „Wenn man die Mutter tötet, tötet man auch die Kitze“, warnt Hariefeld.

Unwillige Kühe in Oldendorf

Wie reagieren Kühe auf die Zeitumstellung? Es gibt sowohl Menschen als auch Tiere, denen das Aufstehen schwerfällt und die am Morgen gemütlich liegen bleiben. „Viele sind noch nicht willig, selbstständig zum Melkstand zu gehen“, weiß Landwirt Söhnke Schlichtmann aus Oldendorf aus Erfahrung, wenn nach Anbruch der Sommerzeit gemolken wird. Die Kühe richten sich nach dem natürlichen Rhythmus, also dem Tageslicht. Samstagabend stellt Schlichtmann die Zeit, in der das Stalllicht automatisch eingeschaltet ist, neu ein - ab Sonntagmorgen brennt von 5 Uhr bis 21.30 Uhr das Licht.

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Auch Haustiere wie Hunde oder Katzen seien „Ritualtiere“, hören auf ihre innere Uhr und somit ihren biologischen Rhythmus, erklärt der Tierschutzverein Buxtehude. Wird die Uhr vorgestellt, betteln Vierbeiner bei ihren zweibeinigen Freunden gerne mal früher um Futter. Das Bellen oder Miauen als Wecker könnte dem Smartphone-Wecker zuvorkommen.Ob Menschen oder Tiere im Landkreis: Große Probleme verursacht die Zeitumstellung im Alltag bei beiden nicht, sondern nur kleine - Morgenmuffel, die am liebsten lange liegen bleiben, gibt es unter beiden.

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