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18.08.2019, 10:32
Polizist erschießt 19-Jährigen nach Angriff mit Hantelstange
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  20-Jähriger war psychisch krank
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STADE/BUETZFLETH. Ein Beamter der Stader Polizei hat bei einem Einsatz in einer Asylbewerberunterkunft in Bützfleth am Sonnabend einen Geflüchteten erschossen. Zuvor soll es eine Auseinandersetzung in der Wohnung gegeben haben.


(Letztes Update am 21. August um 13.07 Uhr: Die Polizei hat das Alter des Getöteten von 20 auf 19 Jahre korrigiert.)

Gegen 20 Uhr ging bei der Polizei ein Notruf ein. Die Rede war von einem Streit zwischen zwei Personen in einer Asylbewerberunterkunft an der Straße "In der Kolonie" am Bützflether Ortsrand. Beteiligt war ein 19-jähriger polizeibekannter Asylbewerber aus Afghanistan. Nach Angaben der Polizei rückten vorsorglich zwei Streifenwagen nach Bützfleth aus.

Beim Eintreffen der ersten Polizisten an der Wohnung soll der Mann nicht auf Ansprachen durch ein offen stehendes Fenster reagiert haben. Als wenig später die Besatzung des zweiten Streifenwagens die Wohnung betrat, soll der Mann eine Hantelstange aus Eisen benutzt haben und damit auf die Beamten losgegangen sein. Nach TAGEBLATT-Informationen sollen die Polizisten die Wohnungstür eingetreten und sich so Zugang verschafft haben.

Nachbarn berichten von mehreren Schüssen

Die Polizisten setzten den offiziellen Angaben zufolge Pfefferspray ein. Dies soll den Asylbewerber jedoch nicht davon abgebracht haben, die Beamten zu bedrohen. Daraufhin soll ein Beamter seine Dienstwaffe ergriffen und geschossen haben. Nachbarn berichten, dass sie mehrere Schüsse gehört hätten. Mindestens ein Schuss traf den 19-Jährigen. Die Notfallsanitäter des Rettungsdienstes aus der Stader Rettungswache und eine Notärztin des Stader Elbe Klinikums konnten dem Schwerverletzten nicht mehr helfen. Er erlag kurze Zeit später den Verletzungen. Die Ermittler der Stader Polizei haben den Tatort am Sonnabend abgeriegelt. Der Eingang des Mehrparteienhauses ist versiegelt. Auch die Bützflether Feuerwehr war vor Ort.

Staatsanwaltschaft will Vorfall "genau überprüfen"

„Die Staatsanwaltschaft Stade hat wird im Rahmen des jetzt eingeleiteten Ermittlungsverfahrens die Abläufe genau überprüfen“, sagt Oberstaatsanwalt Kai-Thomas Breas am Sonntagmorgen dem TAGEBLATT. „Dabei werden wir unser besonderes Augenmerk auf die Frage richten, ob der Beamte in Notwehr gehandelt hat.“ Es gelte, die weiteren Ermittlungen abzuwarten. Der Leichnam des Toten befindet sich für die Obduktion in der Rechtsmedizin beim Universitätsklinikum in Hamburg-Eppendorf. Die Ermittlungen führt das 1. Fachkommissariat der Polizeiinspektion Cuxhaven (Polizeidirektion Oldenburg). Dies ist laut Kai-Thomas Breas ein übliches Vorgehen, damit keine Stader Beamten gegen ihre eigenen Kollegen ermitteln (müssen).

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