TLühe-Schulau-Fähre startet in die Saison – Sonderfahrten und Personalprobleme
Volle Kraft voraus: Die Lühe-Schulau-Fähre (LSF) nimmt nach dem Ablegen in Grünendeich wieder Kurs auf Wedel. Foto: Vasel
Volle Kraft voraus, heißt es ab Montag wieder auf der Lühe-Schulau-Fähre. Die Altländer starten in die Saison 2026. Doch noch ist die Crew nicht komplett.
Altes Land. In der kommenden Woche nimmt die Lühe-Schulau-Fähre (LSF) ab 7 Uhr wieder ihren fahrplanmäßigen Betrieb auf. Bis einschließlich Sonntag, 18. Oktober, verbindet die LSF täglich vom Lühe-Anleger in Grünendeich das Alte Land mit Wedel in Schleswig-Holstein.
Ein Hapag-Lloyd-Containerfrachter passiert den Lühe-Anleger: Das Tor zum Alten Land öffnet sich am Montag wieder, die Lühe-Schulau-Fähre fährt wieder täglich zwischen Grünendeich und Wedel. Foto: Vasel
Montags bis freitags gibt es täglich insgesamt 16 Fahrten zwischen Grünendeich und Wedel. Achtmal können die Fahrgäste am Lühe-Anleger an Bord gehen, um mit der Dat Ole Land II nach Wedel-Schulau überzusetzen. Der Betrieb startet um 7 Uhr. Um 18.20 Uhr fährt montags bis freitags die letzte Fähre am Lühe-Anleger ab - von vielen liebevoll L.A. genannt.
Umgekehrt startet der Fährbetrieb um 7.40 Uhr, montags bis freitags können die Pendler und die Ausflügler das letzte Mal in Wedel um 18.50 Uhr die Fähre in das Alte Land nehmen.
Sonnabends, sonntags und feiertags heißt es in der neuen Saison ab 9 Uhr in Grünendeich volle Kraft voraus, ab Schulau geht es um 9.45 Uhr los. Die letzte Gelegenheit für die knapp 25 Minuten lange kleine Kreuzfahrt über die Elbe ist am Wochenende um 18.15 Uhr ab Grünendeich. Wer am Wochenende abends zurück ins Alte Land will, muss um 18.45 Uhr an Bord gehen. Ab dem 25. April startet der Elbe-Radwanderbus, am Wochenende hält dieser am Lühe-Anleger.
Fährbetrieb startet in Zukunft erst um 7 Uhr
Dass der Fährbetrieb erst um 7 Uhr startet, hat einen Grund. „Wir müssen die Maschinenstunden im Blick haben“, sagt die LSF-Geschäftsführerin Ute Bülau. Im Jahr 2025 waren Hilfsdiesel und Generatoren generalüberholt worden. Im Januar 2027 komme die Fähre wieder in die Werft, die Steuerbord-Hauptmaschine sei an der Reihe, im Folgejahr folge das Backbordpendant. Es gelte, den Regelbetrieb zu sichern - ohne Maschinenschaden durch zu hohe Belastung.

Im Frühjahr 2025 wurde das Kühlsystem der Lühe-Schulau-Fähre auf der Behrenswerft in Finkenwerder umgebaut. Foto: Vasel
Im Frühjahr 2025 hatten die Gesellschafter der Fähre rund 150.000 Euro in die Hand genommen. Auf der Behrenswerft in Finkenwerder bauten die Altländer den Antrieb der Fähre um. Seit dem Umbau verfügt das Schiff über einen geschlossenen Kühlwasserkreislauf. Die wie Schmirgelpaste wirkenden Sedimente der Elbe können nicht mehr eindringen und die Antriebswellen schädigen. Diese werden nicht mehr mit Elbwasser, sondern mit einem Glykol-Wasser-Gemisch gekühlt.
Im Mai folgte ein Gewährleistungscheck. Seitdem läuft es nahezu reibungslos. Lediglich im Oktober vergangenen Jahres musste der Fährbetrieb wenige Tage vor Saisonende eingestellt werden, weil sich Treibgut im Bugstrahlruder festgesetzt hatte.
Lühe-Schule-Fähre sucht weiteres Personal
Damit nicht genug. „Wir haben aktuell große Personalprobleme“, ergänzt Bülau. Für die Saison 2026 sucht sie noch weitere Schiffsführer und Decksleute - „gerne auch rüstige Rentner“. Sie ist guter Hoffnung, sogar aus Neuseeland liegt eine Bewerbung vor. Sie wisse, dass die Pendler unglücklich über die gestrichene Sechs-Uhr-Fahrt seien.
Altländer bieten wieder Sonderfahrten an
„Doch wir müssen nach vorne schauen“, sagt Bülau. Die Altländer bieten in der Saison 2026 neun Sonderfahrten an. Los geht es am Sonnabend, 4. April, mit der Osterfeuer-Elbfahrt, die LSF setzt Kurs auf Blankenese. Auch der Hafengeburtstag (9. Mai) steht im Veranstaltungskalender. Silvester gibt es den Sekt-und-Seegang-Törn durch den Hamburger Hafen - mit Schlemmen und Feuerwerk.
Damit nicht genug: Mit der Nordik Edelbrennerei aus Horneburg wird es wieder Nippen-und-Shippen-Tasting-Touren geben. Die erste ist für den 22. Mai geplant. Und auch die Sundowner-Törns mit der Delux(x)e Bar aus Stade stehen ab dem 29. Mai ab Lühe-Anleger wieder im Programm. Künftig dürfe auch tagsüber Alkohol bei regulären Fahrten ausgeschenkt werden.
Richter in L.A.
T Ab auf die Fähre: Vom idyllischen Anleger in den Beach-Club nach Wedel
Die Einzelfahrt für Erwachsene kostet 7 Euro, die Hin- und Rückfahrt 13 Euro. Mit Fahrrad sind es 10 beziehungsweise 18 Euro. Kinder zahlen 3 beziehungsweise 5 Euro, mit Rad werden 5,50 Euro beziehungsweise 7,50 Euro fällig. Die Familienkarte (zwei Erwachsene plus zwei Kinder) gibt es für 17 Euro, die Hin- und Rückfahrt für 31 Euro. Inklusive Fahrräder kostet das Ticket für Familien 25,50 Euro beziehungsweise 43,50 Euro. Weiterhin werden die HVV- und Deutschlandtickets an Bord nicht akzeptiert. Die LSF gehört nicht zum ÖPNV.
Die Gesellschafter lassen sich den Betrieb einiges kosten, sie gleichen das Defizit von 300.000 Euro anteilig aus. Die Stadt Stade hält 25 Prozent an der Fähre. Der Landkreis Stade ist mit 35 Prozent größter Anteilseigner. Wedel hält 20 Prozent, die Samtgemeinde Lühe und die Gemeinde Jork sind mit je 10 Prozent beteiligt.
Knapp 70.000 Fahrgäste nutzen das Angebot - vor allem Ausflügler und Touristen. Die 220 Tonnen schwere Elbfähre, die 2011/2012 bei Bolle in Sachsen-Anhalt für 1,85 Millionen Euro gebaut wurde, quert die Elbe in 25 Minuten.
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