Raus aus der Anonymität: Kriegsveteranen treffen sich in Stade
Robert Müller aus Stade war als Soldat in Afghanistan. Er engagiert sich seit Jahren für die Rechte der Veteranen. Foto: privat
Der Veteranentag bietet die Möglichkeit, aus der Anonymität herauszutreten und auf die Anliegen der Soldaten aufmerksam zu machen. Hier gibt es die Möglichkeit zum Gespräch.
Stade. Beim zweiten nationalen Veteranentag finden in Stade zwei unterschiedliche Veranstaltungen statt. Am Sonnabend, 13. Juni, betreiben ehemalige Bundeswehrsoldaten mit Einsatzerfahrung einen Stand auf dem Bürgermeister-Dabelow-Platz vor dem Stader Rathaus. Zwischen 10 und 17 Uhr suchen die Veteranen das Gespräch mit den Bürgern.
Robert Müller aus Stade war als Soldat in Afghanistan. Er wurde dort schwer verletzt. Foto: privat
Anlässlich des von der Bundesregierung ins Leben gerufenen Veteranentages zeigen am Montag, 15. Juni, von 17 bis 20 Uhr auch das Kreisverbindungskommando der Bundeswehr und Partner aus dem Katastrophenschutz Präsenz. Auf dem Pferdemarkt in der Stader Altstadt treten Vertreter der Organisationen mit den Menschen in Kontakt.
Veteranen wollen über Kampfeinsätze reden
„Das ist keine Gegenveranstaltung“, betont der Stader Afghanistan-Veteran Robert Müller. Er und der Verein Combat-Veteran haben den Stand am Sonnabend organisiert. Neben Müller werden weitere Stader Veteranen den Dialog suchen. „Der Veteranentag gibt uns die Möglichkeit, aus der Anonymität herauszutreten“, erklärt Müller das Ziel der Aktion. Die Würdigung der Blaulichtkräfte sei wichtig, doch dieser Tag gehöre den Bundeswehr-Veteranen.
Müller, einer der bekanntesten Veteranen Deutschlands, leidet an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Im vergangenen Jahr lief er zum ersten Veteranentag von Hamburg nach Berlin, um auf die Anliegen der Veteranen aufmerksam zu machen. Für den Sonnabend hofft er auf viele Gespräche. „Ich befürchte, am Montag werden nicht so viele Leute unterwegs sein“, sagt er.
Zehn Millionen Veteranen in Deutschland
2024 hatte der Bundestag den 15. Juni zum nationalen Veteranentag erklärt, um den Einsatz und Dienst aktiver sowie ehemaliger Bundeswehrsoldaten zu würdigen. „Veteranin oder Veteran der Bundeswehr ist, wer als Soldatin oder Soldat im aktiven Dienst steht oder ehrenhaft aus dem Dienst ausgeschieden ist, ohne den Dienstgrad zu verlieren“, erläutert Oberstleutnant Arbo von der Ehe, Leiter des Stader Kreisverbindungskommandos. „Diese Definition ist bewusst weit gefasst und betrifft etwa zehn Millionen Menschen in Deutschland.“
Landrat Kai Seefried hebt die langjährige Zusammenarbeit zwischen Kreisverwaltung und Bundeswehr hervor: „Seit Jahrzehnten pflegen wir eine vertrauensvolle Partnerschaft, die sich besonders in Krisenzeiten bewährt.“ Der Veteranentag biete die Gelegenheit, die Verbundenheit zur Bundeswehr zu zeigen.
Zusammenarbeit mit der Bundeswehr
„Wer gedient oder Zivildienst geleistet hat, bekommt die Bratwurst umsonst“, sagt Seefried, der selbst am Grill stehen wird. Auch am Sonnabend wird er zeitweise bei den Combat-Veteranen vor Ort sein. Seefried hofft auf viele Interessierte, die sich auf Wurst, Getränke und Gespräche einlassen.
Weitere Partner aus dem Katastrophenschutz präsentieren sich ebenfalls, ebenso wie das Kreisverbindungskommando (KVK).
„Das zeigt die enge Zusammenarbeit zwischen der Bundeswehr und den Blaulicht-Organisationen im Katastrophenschutz des Landkreises Stade“, betont der Landrat. Jedes KVK besteht aus zehn Soldaten, alle sind Reservisten mindestens im Dienstgrad Feldwebel. Sie haben sich in mehrwöchigen Lehrgängen der Bundeswehr die notwendige Expertise für diese Aufgabe angeeignet.

Robert Müller ist im vergangenen Jahr von Hamburg nach Berlin gelaufen, um auf das Schicksal der Bundeswehrveteranen aufmerksam zu machen. Foto: privat
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