Rund 1.000 Menschen wegen Waldbrandes in Spanien evakuiert
Immer wieder müssen in Spanien Waldbrände in unwegsamen Regionen wie hier Ende Juli in Castellón (Valencia) bekämpft werden. (Archivbild) Foto: Ángel Sánchez/EUROPA PRESS/dpa
Extremwetter in Spanien: Während in Valencia Rauch über Gátova liegt und Menschen ihre Häuser verlassen müssen, sorgen heftige Regenfälle an der Costa Dorada für Überschwemmungen und Verletzte.
Valencia/Gátova. In der spanischen Region Valencia hat sich ein Waldbrand in der Region Valencia weiter ausgebreitet. Etwas weiter nördlich kam es aufgrund heftiger Regenfälle hingegen zu Überschwemmungen. Wegen der Flammen bei der Gemeinde Gátova mussten rund 1.000 Menschen evakuiert werden. Für Menschen ohne eigenes Fahrzeug seien Busse bereitgestellt worden, sagte der Katastrophenschutzminister der Autonomen Region Valencia, Juan Carlos Valderrama, vor Journalisten.
Die Flammen, die am späten Donnerstagabend durch einen Blitz ausgelöst worden sein sollen, seien bisher nicht unter Kontrolle. Bis zum Freitagabend seien mehr als 400 Hektar verbrannt.
Normalerweise habe Gátova etwa 450 Einwohner, deren Zahl sich in den Sommermonaten durch Urlauber jedoch verdoppele, berichtete der staatliche spanische TV-Sender RTVE. Auf Fernsehbildern war zu sehen, dass die Flammen bebautem Gebiet schon nahe gekommen waren. Am Freitag lag dichter Rauch über dem kleinen Ort.
Das Feuer war einige Kilometer weiter südlich in der Gemeinde Segorbe ausgebrochen und breitete sich dann im Naturpark der Sierra Calderona Richtung Gátova aus. An den schwierigen Löscharbeiten in dem unwegsamen Gelände waren die Militärische Kriseneinheit UME, zahlreiche Feuerwehren sowie Löschhubschrauber und Löschflugzeuge im Einsatz.
Dürre und Rekordtemperaturen, die auch eine Folge des Klimawandels sind, machen die Vegetation extrem leicht entflammbar. Nach Daten des Waldbrand-Informationssystems der Europäischen Kommission (EFFIS) sind bei 425 Waldbränden in diesem Jahr in Spanien bereits mehr als 297.000 Hektar verbrannt, eine Fläche größer als das Saarland.
Überschwemmungen an der Goldküste
Unterdessen gab es weiter nördlich an der Costa Dorada (Goldküste) drei Verletzte, davon einer schwer, als in dem Ort Roda de Berà bei Tarragona eine Wand infolge heftiger Regenfälle umstürzte, wie die Feuerwehr mitteilte. In der katalanischen Region wurden am frühen Samstagmorgen bis zu 200 Liter Regen pro Quadratmeter in wenigen Stunden gemessen. Rund 300 Menschen seien von einem Campingplatz in Roda de Berà und etwa 100 aus einer Diskothek in Vendrell in Sicherheit gebracht worden. Viele Straßen in der Region standen unter Wasser und auch der Zugverkehr war betroffen, wie die Zeitung „La Vanguardia“ berichtete.