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Tragödie

Nach tödlichen Schüssen: Mutter-Kind-Haus in Stade öffnet wieder

Landrat Kai Seefried und Gesellschafterin Kiara Lindner eröffnet das Mutter-Kind-Haus in Stade wieder.

Landrat Kai Seefried und Gesellschafterin Kiara Lindner eröffnet das Mutter-Kind-Haus in Stade wieder. Foto: Christian Charisius/dpa

Ende Juni fallen Schüsse in einer Jugendeinrichtung in der Dankersstraße, sechs Menschen sterben. Nun wird das Mutter-Kind-Haus wieder öffnen.

Von dpa 19.10.2026, 14:50 Uhr
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Stade. Fast vier Monate nach der Tragödie mit sechs Toten ist die Mutter-Kind-Einrichtung in Stade wieder eröffnet worden. „Uns ist bewusst, dass das Haus in der Dankersstraße durch die Tat vom 29. Juni mit einem tragischen Ereignis verbunden bleibt“, sagte Geschäftsführerin Kiara Lindner, „Das wollen wir nicht verdrängen.“ In dem Haus der Stethu GmbH wurden Ende Juni sechs Menschen bei einem Gespräch erschossen, drei darunter aus der Einrichtung in der Hansestadt.

Zu den Opfern gehörte auch die Ilka Lindner, die Mutter von Kiara Lindner, die die GmbH 1999 gegründet hatte. „Meine Mutter gibt mir die Kraft, das weiterzuführen“, sagte die 21 Jahre alte Studentin. In dem Haus werden maximal sieben Mütter mit ihren Kindern unterbracht und rund um die Uhr von 15 Mitarbeitern betreut.

Keine Kollegin oder Kollege habe gekündigt, bestätigte Vanessa Stabel, pädagogische Leiterin: „Uns war sofort klar, wir wollen zurück an den alten Standort, jetzt erst recht ist unsere Haltung.“ Das Team werde weiterhin therapeutisch unterstützt.

Ein Schutzengel aus Keramik

„Meine Hochachtung gilt den Mitarbeitern, die dieses Miteinander haben und es zu einem guten Ort für Mütter und Kinder werden lassen“, sagte Kai Seefried (CDU), Landrat des Kreises Stade. Er überreichte Kiara Lindner symbolisch einen Keramikschutzengel: „Ihr seid Schutzengel für alle, solle er Euch immer beschützen.“

Verschärftes Schutzkonzept nach dem 29. Juni

Nach der Gewalttat, bei der der Angreifer ungehindert mit einer Waffe in das Haus kommen konnte, wurde das Schutzkonzept überarbeitet. Aus Sicherheitsgründen gibt es keine Einzelheiten zu konkreten Maßnahmen.

Der 45 Jahre alte Schütze und Vater einer dreimonatigen Tochter, die mit ihrer Mutter in der Einrichtung untergebracht war, kam nach seiner Festnahme in Untersuchungshaft. Drei Wochen später fand man ihn in der Justizvollzugsanstalt Bremervörde tot in seiner Zelle. Den Eltern war das Sorgerecht entzogen worden, weil ihr Baby eine Hirnblutung nach einem Schütteltrauma hatte. Das Kind lebt seit der Tat getrennt von der Mutter.

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