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US-Unterhändler bei Putin

Russland zu neuem Dreiertreffen mit USA und Ukraine bereit

In St. Petersburg gab es etwa dreistündige Gespräche über mögliche Auswege aus dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

In St. Petersburg gab es etwa dreistündige Gespräche über mögliche Auswege aus dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Foto: Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Rund drei Stunden sprechen US-Unterhändler Witkoff und Kremlchef Putin über neue Vorschläge für eine Lösung im Ukraine-Krieg. Ein bewährtes Gesprächsformat soll wieder aufleben.

Von Ulf Mauder und Friedemann Kohler, dpa 21.10.2026, 19:00 Uhr
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St. Petersburg. Russland ist nach Kreml-Angaben bereit zu einer Fortsetzung dreiseitiger Gespräche mit den USA und der Ukraine im November. Das habe Präsident Wladimir Putin dem US-Sondergesandten Steve Witkoff bei ihrem Treffen in St. Petersburg signalisiert, sagte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. 

Angesichts des seit viereinhalb Jahren dauernden Ukraine-Kriegs solle es um „das Hauptthema“ gehen: „Das Thema betrifft den Aufbau eines Sicherheitssystems für Russland und die Ukraine“, wurde Uschakow zitiert. Als möglichen Termin nannte er die Zeit nach dem 10. November, ein möglicher Ort könne Abu Dhabi sein. 

In dem Dreierformat USA, Russland und Ukraine hatte es zuletzt im Februar in Genf Gespräche gegeben, davor zweimal in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das Weiße Haus bestätigte, Kiew und Moskau hätten den Vorschlag für ein weiteres Treffen auf technischer Ebene in diesem Format akzeptiert.

Neue Vorschläge - Bewegung bei den Europäern? 

Nach seinen Treffen mit Ukrainern und Europäern am Dienstag in Oslo überbrachte Witkoff Putin neue Vorschläge zur Beendigung des Krieges. Das Treffen im Konstantinpalast in St. Petersburg dauerte drei Stunden, wie der Kreml mitteilte. Witkoff habe berichtet, dass es „einige neue Ansätze bei den Europäern und bei Kiew“ gebe, sagte der Putin-Berater Uschakow. „Aber uns stellen diese Nuancen, um es so zu sagen, nicht völlig zufrieden.“ 

Details zu den veränderten Positionen nannte er indes nicht. Auf die Frage nach einem möglichen Ende des Krieges antwortete er: „Ich weiß nicht, wie weit wir dem näherkommen, aber es läuft darauf zu.“

Trump lobt Freilassung von US-Amerikaner

Zum Auftakt gab Putin die Freilassung eines US-Amerikaners bekannt, der 2024 zu langer Haft verurteilt worden war, weil er als Söldner an der Seite der ukrainischen Streitkräfte gegen russische Truppen gekämpft haben soll. Stephen Hubbard sei bereits auf dem Flughafen Pulkowo in St. Petersburg, sagte der Präsident. Witkoff dankte Putin für die Freilassung des über 70-Jährigen. Hubbards Familie und die Amerikaner seien froh darüber. 

US-Präsident Donald Trump lobte die Freilassung durch Putin. „Für diese Freilassung war kein „Austausch“ erforderlich“, teilte er in seinem sozialen Netzwerk Truth Social mit. Die USA hätten keine Gegenleistung erbringen müssen. Trump sprach von „einer für Russland beispiellosen Situation“. Putin hatte unlängst bereits einen anderen US-Amerikaner freigelassen, ohne - wie sonst üblich - im Gegenzug die Freilassung eines Russen zu verlangen. Hubbard sei aus humanitären Erwägungen freigelassen worden, erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow. 

Hoffnung auf neue Ukraine-Verhandlungen

Putin selbst dankte Trump erneut, dass er sich um eine Beendigung des Ukraine-Krieges bemühe. Er machte deutlich, dass er sich ein Treffen mit Trump und Pekings Partei- und Staatschef Xi Jinping im November am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im chinesischen Shenzhen im November wünscht.

Der US-Unterhändler Steve Witkoff (l) hat Kremlchef Wladimir Putin neue Vorschläge für eine Friedenslösung im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine unterbreitet.

Der US-Unterhändler Steve Witkoff (l) hat Kremlchef Wladimir Putin neue Vorschläge für eine Friedenslösung im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine unterbreitet. Foto: Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Peskow sagte im Interview des russischen Staatsfernsehens erneut, dass es Sache der ukrainischen Seite sei, die notwendigen Schritte für einen Frieden zu ergreifen. Russland fordert seit langem als Bedingung für einen Waffenstillstand, dass sich die Ukraine komplett aus dem Gebiet Donezk zurückzieht. Kiew kontrolliert dort noch strategisch wichtige Städte. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lehnt ein solches Geschenk an Putin kategorisch ab, weil es für Kiew einer Kapitulation gleichkäme. 

Putin an wirtschaftlicher Zusammenarbeit mit USA interessiert

Mit am Verhandlungstisch saßen auch Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow und sein Beauftragter für internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit, Kirill Dmitrijew. Der Kremlchef sagte, dass Russland an einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den USA interessiert sei. Nach den bereits vereinbarten Diesellieferungen könne Russland auch Dünger in großen Mengen für den amerikanischen Markt bereitstellen, sagte Putin. Der erste Tanker mit 40.000 Tonnen Diesel soll an diesem Donnerstag seine Reise starten. 

Ukraine vor neuem Kriegswinter unter Druck

Der US-Unterhändler Witkoff hatte am Dienstag in Oslo mit Selenskyj und europäischen Spitzenpolitikern gesprochen. Er kehrte am Mittwoch in die norwegische Hauptstadt zurück, um Bericht über sein Treffen mit Putin zu erstatten. „Ich glaube, dass wir uns vielleicht in einer Phase befinden, in der sich auch die Russen nach Möglichkeiten für Diplomatie umsehen“, sagte der norwegische Regierungschef Jonas Gahr Støre dem Fernsehsender NRK. 

Der ukrainische Präsident Selenskyj sagte, dass er mit dem norwegischen Regierungschef am Morgen in Oslo weitere Gespräche über Schritte zu einem Frieden geführt habe. Nun hänge viel davon ab, ob die US-Seite von Putin etwas Neues höre in Richtung Frieden. 

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als viereinhalb Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg. Die Lage hat sich für das Land in der kalten Jahreszeit angesichts massiver russischer Angriffe auf die Energieinfrastruktur verschärft, weil Kiew auch nicht ausreichend Mittel für die Flugabwehr hat. Russland hofft darauf, mit einem weiteren Kriegswinter den Widerstand der Ukrainer zu brechen. Selenskyj hatte zuletzt eine Waffenruhe für gegenseitige Angriffe auf Energieanlagen befürwortet. Putin lehnte das bisher ab.

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