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Jobstart

TVon Airbus bis Bäcker Schrader: So locken Arbeitgeber Azubis im Kreis Stade

Hanna Stemmer erklärt einem Interessierten das Befestigen von Nieten. Eine Standardbeschäftigung im Flugzeugbau.

Hanna Stemmer erklärt einem Interessierten das Befestigen von Nieten. Eine Standardbeschäftigung im Flugzeugbau. Foto: Kress

Ob Airbus, die Polizei oder Handwerksbetriebe: Sie alle werben bei der Ausbildungsmesse in Stade um Nachwuchs. Bäcker Schrader setzt dabei auf ungewöhnliche Arbeitszeiten.

Von Kilian Kress 01.09.2026, 05:52 Uhr

Stade. Bereits zum 10. Mal fand die von der Arbeitsagentur organisierte Ausbildungsmesse statt. 45 Betriebe präsentierten ihre Berufe.

Mechatroniker bei Airbus: Ein Job mit Garantie

Mechatronik kann man beim Flugzeugbauer in einer Ausbildung oder einem dualen Studium erlernen. Zum Bildungsweg gehören verschiedene Lehrgänge. Dem Konzern ist wichtig, dass auch spätere Bürokräfte verstehen, was die Kollegen in der Werkstatt machen.

Für die Ausbildung ist mindestens ein Realschulabschluss erforderlich, fürs Studium die Fachhochschulreife. Zusätzlich seien technisches Interesse sowie logisches und kritisches Denken wichtig, erklärt Hanna Stemmer, die im vierten Semester Mechatronik studiert. Aber: „Man muss nicht zwingend schrauben können.“ Vieles könne man auch erlernen.

Teambuilding inklusive Reisen gehört zum Ausbildungsalltag. Airbus zahlt nach IG-Metall-Tarif und garantiert eine Übernahme nach abgeschlossener Ausbildung oder Studium. Im weiteren Berufsleben gibt es Weiterbildungen und interne Bewerbungen.

Kindheitstraum verwirklichen? Das duale Studium der Polizei

Rund 300 Polizisten sind auf verschiedenen Dienststellen im Landkreis tätig. Wer zukünftig mit Blaulicht und Martinshorn fahren möchte, braucht mindestens die Fachhochschulreife. Neben der formalen Qualifikation muss ein Sporttest mit Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Beweglichkeit absolviert werden. Auch Merkfähigkeit, Schlussfolgern und Rechtschreibung werden geprüft.

Die Polizeikommissare Schulze (links) und Schunk erzählen an ihrem Stand über Arbeitsalltag, Studium und Voraussetzungen. Vor der Halle parkt ein Streifenwagen.

Die Polizeikommissare Schulze (links) und Schunk erzählen an ihrem Stand über Arbeitsalltag, Studium und Voraussetzungen. Vor der Halle parkt ein Streifenwagen. Foto: Kress

Nach bestandenem Eignungstest verbessert man neben dem Studium auch Soft Skills wie Kommunikations- und Teamfähigkeit, Konfliktlösung oder Empathie. Anders als bei vielen anderen Studiengängen darf man sich bereits während der Vorlesungen über etwa 1400 Euro netto freuen. Das Berufseinstiegsgehalt liegt bei knapp 3000 Euro netto.

Die Polizei bietet zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten. Am Standort Stade gibt es den Ermittlungsdienst, Fahndung oder Hundeführer. An anderen Standorten sind Landeskriminalamt (LKA) oder Spezialeinheiten möglich. Zusätzlich lockt der Beamtenstatus.

Orthopädietechnik-Mechaniker mit Herz für Kinder

Die Firma Incort bietet verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten. Von den rund 700 Mitarbeitern sind etwa 40 am Standort Stade in der Orthopädie-Werkstatt tätig. Dort bauen sie Prothesen und Orthesen häufig für Kinder, auf die sich das Unternehmen spezialisiert hat.

Ausbildungsleiter Jan-Hendrik Blasig präsentiert gemeinsam mit den Auszubildenden Jule Sommerfeld (Mitte) und Aurélie N'Kissi zwei Prothesen am Stand von Incort.

Ausbildungsleiter Jan-Hendrik Blasig präsentiert gemeinsam mit den Auszubildenden Jule Sommerfeld (Mitte) und Aurélie N'Kissi zwei Prothesen am Stand von Incort. Foto: Kress

Für die Ausbildung benötigen Interessierte einen guten Realschulabschluss sowie biologisches Interesse, denn zu den Ausbildungsinhalten gehört die Anatomie des Menschen. „Es braucht ein gewisses Know-how im Job, denn unsere Spielwiese ist der Mensch“, sagt Jan-Hendrik Blasig, Ausbildungsleiter im Orthopädie-Bereich.

Nach der Ausbildung startet das Gehalt ab 2000 Euro aufwärts und ist individuell verhandelbar. Gerade in speziellen Arbeitsbereichen sei mehr möglich. Zudem hätten Gesellen die Chance, ihren Meister zu machen oder sich auf Nischen zu spezialisieren. Incort biete vielfältige Arbeitsbereiche, berichtet Jule Sommerfeld, die bereits im dritten Lehrjahr ist.

Old but Gold: Wie Schrader den Bäcker-Beruf attraktiver macht

Fast 300 Mitarbeiter sind für die Bäckerei Schrader mit Hauptsitz in Apensen tätig. Mit 19 Filialen ist das Unternehmen von Stade bis Neu Wulmstorf vertreten. Die Bäcker arbeiten in einem Schichtsystem, das auch tagsüber stattfindet. „Wir haben gemerkt, dass man nicht für alle Tätigkeiten in der Nacht arbeiten muss“, erklärt Celine Barg. Ein rotierendes Schichtsystem sei das Ergebnis - die Nacht gehöre aber weiterhin zur Kernarbeitszeit.

Celine Barg (rechts) erzählt Interessierten über die verschiedenen Ausbildungsberufe bei Schrader. Zudem locken ein Glücksrad und ein kleiner Stand mit Backwaren zahlreiche Besucher.

Celine Barg (rechts) erzählt Interessierten über die verschiedenen Ausbildungsberufe bei Schrader. Zudem locken ein Glücksrad und ein kleiner Stand mit Backwaren zahlreiche Besucher. Foto: Kress

Um Bäcker werden zu können, braucht man mindestens einen Hauptschulabschluss. Wichtiger seien Engagement, Liebe zum Detail und zum Handwerk, so Barg. Denn bei Schrader werde alles selbst gemacht: vom Teig bis zur Glasur.

Auszubildende verdienen zwischen 1020 und 1230 Euro, je nach Lehrjahr. Zudem wirbt der Betrieb mit Hospitationen im Ausland. So könne man beispielsweise lernen, wie Bäckereien in Spanien oder anderen Destinationen arbeiten. Nach der Ausbildung kann es weiter nach oben gehen: „Wenn man etwas erreichen will, kann man das bei uns gut“, erklärt Barg. Durch geteilte Verantwortung und flache Hierarchien gebe es verschiedenste Aufstiegschancen bei Schrader.

Die Organisatoren der Ausbildungsmesse zeigen sich zufrieden. Vertreter von Arbeitsagentur, Handwerkskammern und Stadt ziehen an einem Strang.

Die Organisatoren der Ausbildungsmesse zeigen sich zufrieden. Vertreter von Arbeitsagentur, Handwerkskammern und Stadt ziehen an einem Strang. Foto: Kress

Die Organisatoren blicken positiv auf die Messe. Dagmar Froelich von der Arbeitsagentur hofft, die Messe fortsetzen zu können.

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