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TZahl der Unfälle steigt: 13-Jährige auf E-Scooter in Stade angefahren

Eine E-Scooter-Fahrerin ist am Mittwochmorgen in Stade angefahren worden.

Eine E-Scooter-Fahrerin ist am Mittwochmorgen in Stade angefahren worden. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Am Mittwochmorgen fährt eine 13-Jährige auf ihrem E-Scooter in einer für Autos gesperrten Straße in Hahle. Dennoch erfasst sie ein Auto - der Verursacher flieht.

Von Redaktion Mittwoch, 04.03.2026, 20:32 Uhr

Stade. Am frühen Mittwochmorgen ist es gegen 7.30 Uhr in Stade zu einem Verkehrsunfall gekommen, bei dem zwei Personen leicht verletzt worden sind.

Wie Polizeisprecher Rainer Bohmbach berichtet, ist ein unbekannter Autofahrer „mit einem weißen Kombi mit runden braunen Aufklebern auf dem Heck“ mit offenbar überhöhter Geschwindigkeit durch den Brunnenweg gefahren. Die Straße ist für Autos gesperrt.

Autofahrer fährt 13-Jährige an und flieht

Dabei sei er dann mit einer 13-jährigen E-Scooter-Fahrerin aus Stade kollidiert. „Diese kam dabei zu Sturz und fiel auf ein neben ihr auf dem Gehweg gehendes 13-jähriges Mädchen“. Die beiden Jugendlichen wurden bei dem Unfall leicht verletzt.

Der Autofahrer habe sich nicht weiter um den Unfall gekümmert und sei weitergefahren. Die Polizei ermittelt gegen ihn wegen fahrlässiger Körperverletzung und Unfallflucht.

Hinter dem Verursacher sei eine Frau auf dem Fahrrad mit einem Kind in einem Anhänger gefahren. Die Polizei bittet diese, sich als wichtige Zeugin zu melden.

Auch andere Zeugen, die Hinweise zu dem Unfall oder dem Verursacher geben können, werden gebeten, die Stader Wache unter 04141/ 102215 zu kontaktieren.

So häufig kommt es im Kreis Stade zu Unfällen mit E-Scootern

E-Scooter sind im Kreis Stade immer wieder in Unfälle verwickelt. Polizeisprecher Rainer Bohmbach bestätigt dies anhand von Zahlen: Im Jahr 2024 kam es 50 Mal zu Unfällen mit E-Scooter-Beteiligung und 36 Verletzten.

2023 wurden 20 Unfälle mit 14 Verletzten gezählt, 2022 waren es 21 Unfälle und 18 Verletzte. 2021 gab es im Landkreis Stade acht Unfälle mit E-Scootern; sieben Menschen wurden verletzt.

Für das Jahr 2025 wird die Statistik im März vorgelegt, allerdings geht Rainer Bohmbach von einer weiter wachsenden Zahl aus. Auch weist er daraufhin, dass das Verletzungsrisiko bei Unfällen mit Zweirädern besonders hoch ist.

Hinzu kommt, dass das Mindestalter für E-Scooter-Fahrer in Deutschland mit 14 Jahren sehr niedrig liegt. Auch gibt es keine Helmpflicht. In anderen europäischen Ländern wie Italien und Dänemark ist das Tragen eines Helms dagegen Pflicht. Zudem gilt mancherorts ein höheres Mindestalter: In den Niederlanden müssen E-Scooter-Fahrer beispielsweise 16, in Dänemark 15 Jahre alt sein.

Auch bundesweit steigen die Unfallzahlen

Etwa 990.000 E-Scooter waren laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) 2023 auf Deutschlands Straßen unterwegs – fast 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Unfallzahlen haben bundesweit zugenommen.

Das Statistische Bundesamt veröffentlichte Zahlen zu Verletzungen im Jahr 2024: Die Polizei registrierte in Deutschland 11.944 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden – das waren 26,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor (9425 Unfälle). Dabei kamen insgesamt 27 Menschen ums Leben, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt.

Die Zahl der Todesopfer ist damit gegenüber 2023 ebenfalls gestiegen, damals starben 22 Menschen bei E-Scooter-Unfällen. 1513 Menschen wurden im Jahr 2024 bei solchen Unfällen schwer verletzt und 11.433 leicht.

(tom/sh/pm)

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