Opern-Spektakel

So geht es nach dem Jubiläum in Bayreuth weiter

Die Bayreuther Festspiele werden 150 Jahre alt.

Die Bayreuther Festspiele werden 150 Jahre alt. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Bayreuther Festspiele stehen vor ihrem großen Jubiläum, doch sie blicken darüber hinaus. Es soll künftig immer zwei Neuproduktionen geben auf dem Grünen Hügel - aber die Sache hat einen Haken.

Von Kathrin Zeilmann und Britta Schultejans, dpa 24.07.2026, 16:50 Uhr

Bayreuth. Wie geht es weiter nach dem großen Jubiläum? Nach der Feier zum 150-jährigen Bestehen der Bayreuther Festspiele wird sich künftig einiges ändern auf dem Grünen Hügel. 

In Zukunft wird es immer zwei neue Produktionen pro Jahr geben - mehr Geld dafür aber nicht. Künftig hat „jede Produktion nur die Hälfte der heutigen Mittel zur Verfügung“, wie Geschäftsführer Hans-Dieter Sense sagte. Es habe sich aber „herausgestellt, dass die Produktionen eine kürzere Lebensdauer“ haben. Die Publikumsgewohnheiten hätten sich geändert: „Die wollen alle ständig immer was Neues sehen.“

Wiedersehen mit Neo Rauch und Rosa Loy

Dafür will Bayreuth versuchen, die Produktionen nach Ende ihrer Aufführungszeit bei den Festspielen anderweitig zu vermarkten, wie Festivalleiterin Katharina Wagner der „Welt“ verraten hatte. Deshalb könnten Bayreuther Inszenierungen in einigen Jahren auch anderswo zu sehen sein.

Im kommenden Jahr gibt es ein Wiedersehen mit einem altbewährten Team: Künstler Neo Rauch und Dirigent Christian Thielemann bringen eine Neuinszenierung der Richard-Wagner-Oper „Parsifal“ auf die Bühne. Das teilte Wagner mit. Sie hatten bereits in der gefeierten, in Blau gehaltenen „Lohengrin“-Produktion zusammengearbeitet, die von 2018 bis 2025 auf dem Grünen Hügel lief. Rauch hatte damals schon das Bühnenbild entworfen. Wie damals soll auch beim „Parsifal“ seine Frau Rosa Loy wieder mit dabei sein. 

Neuer „Lohengrin“ und gefeierter „Tannhäuser“

„Es ist ja die letzte Oper Wagners und sie kommt in einem ganz anderen Gewand daher als „Lohengrin“. Ihr wohnt etwas Fiebriges inne, etwas Überreiztes“, sagte Rauch. Der „Parsifal“ habe „nicht diese Gassenhauer-Qualitäten, die Lohengrin hat“. Das Werk sei „spröder“. „Es ist ein Alterswerk und wir sind ja nun auch in die Jahre gekommen“, meinte der 66-jährige. 

Neben der Gralsritter-Oper soll es 2027 eine neue Interpretation des „Lohengrin“ geben, wie Katharina Wagner sagte. Außerdem kehrt die gefeierte „Tannhäuser“-Inszenierung von Regisseur Tobias Kratzer noch einmal zu den Festspielen zurück - dieses Mal soll es wirklich das letzte Mal sein. Eine zweite Wiederaufnahme gibt es mit den „Meistersingern“.

Insgesamt bekommen die Bayreuther Festspiele künftig mehr Geld von Bund und Land. Die Förderung werde dauerhaft um je bis zu einer Million Euro aufgestockt, teilte Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) mit. 

Bund und Land geben Millionen

Nach Angaben aus dem Haus von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sind für das kommende Jahr mehr als 5,2 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt für die Festspiele vorgesehen. In diesem Jahr flossen rund 4,2 Millionen Euro von Berlin nach Bayreuth, ebenso viel zahlte der Freistaat Bayern. Dazu kamen je 200.000 Euro zur Finanzierung der Feierlichkeiten zu 150 Jahren Festspiele. 

In den vergangenen Jahren hatte Festspielchefin Katharina Wagner immer wieder angemahnt, dass das Festival mehr Mittel brauche, um vor allem Tarifsteigerungen finanzieren zu können. 

Aber nun steht erstmal das große Jubiläum an: Mit einem Festakt und Beethoven feiern die Bayreuther Festspiele den Jahrestag ihrer Gründung: Vor 150 Jahren veranstaltete der Komponist Richard Wagner (1813-1883) zum ersten Mal sein heute weltbekanntes Opern-Festival. 

Zum Festspielauftakt wird es keine Operninszenierung geben: Das Orchester spielt unter der Leitung von Christian Thielemann Beethovens 9. Symphonie. Sie erklang auch zur Grundsteinlegung des Bayreuther Festspielhauses am 22. Mai 1872 - damals dirigiert von Wagner selbst im Markgräflichen Opernhaus.

Wagners Urenkelin Nike Wagner, langjährige Chefin des Kunstfestes Weimar und des Beethovenfests Bonn und Cousine von Bayreuth-Chefin Katharina Wagner, wird den Festvortrag halten. Die erste Neuinszenierung der Saison feiert dann am Sonntag Premiere - das Wagner-Frühwerk „Rienzi“ wird zum ersten Mal überhaupt im Festspielhaus aufgeführt.

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