Tour noch einmal spannend? Pogacar-Team angeschlagen
Der insgesamt zweite Tour-Etappensieg von Carapaz. Foto: Mosa'ab Elshamy/AP/dpa
Auf die Radprofis warten schwierige Alpen-Kletterpartien. Bei der Bergankunft in Orciéres-Merlette jubelt ein Ausreißer aus Ecuador. Pogacars Team bekommt es mit gesundheitlichen Problemen zu tun.
Orciéres-Merlette. Tadej Pogacar wirkte gut gelaunt beim Ausrollen nach der Bergankunft in Orciéres-Merlette, sein deutscher Helfer Nils Politt schien noch nicht in Alarmstimmung. Dabei beklagt das Team inmitten des heftigen Alpen-Showdowns zum Ende der Frankreich-Rundfahrt einige Krankheitsfälle. Brandon McNulty gab das Rennen sogar entkräftet auf.
„Ich weiß selber nicht, was los war“, sagte der Kölner Politt der ARD. Zum sportlichen Verlust von McNulty stellte der 32-Jährige fest: „Das ist ein herber Rückschlag für uns, fürs Team. Wir müssen jetzt noch die zwei Tage überleben. Gott sei Dank fühlen sich Isaac (del Toro) und Tadej gut“, sagte Politt und meinte, dass er und der Österreicher Felix Großschartner sich auch gut fühlten.
„Wir werden schauen, dass wir das nach Hause bringen“, fügte er hinzu. Bei Eurosport berichtete Politt noch, dass im Bus Maske getragen wird und die Fahrer getrennt essen. „Keine Rundfahrt ohne Virus.“
Die Konkurrenten des in der Gesamtwertung enteilten slowenischen Ausnahmestars dürften genau hinschauen, wie sich die Krankensituation im UAE-Team um Pogacar entwickelt. Wird die Tour noch einmal spannend?
Denn noch bestimmt Pogacar in der Gesamtwertung weiter das Geschehen. Wenn er gesund bleibt, winkt ihm der fünfte Tour-Gesamtsieg am Sonntag in Paris. Der Slowene steht weiter mit komfortablen 4:32 Minuten vor dem Belgier Remco Evenepoel auf Platz eins. Dritter ist der Mexikaner Isaac del Toro - Teamkollege von Pogacar - mit einem Abstand von 6:51 Minuten.
Carapaz gewinnt Etappe
Auf der 18. Etappe ließen es Pogacar und sein Team etwas ruhiger angehen. Der Superstar verzichtete auf Attacken. Der slowenische Ausnahmefahrer erreichte als 13. das Ziel nach dem Tagessieg von Richard Carapaz.
Der Ecuadorianer kam als Ausreißer auf der 18. Etappe ins Ziel, nachdem er vier Kilometer vorher aus einer Gruppe heraus attackiert hatte. Nach 185,2 Kilometern mit Start in Voiron wurde der Schweizer Mauro Schmid Zweiter, der US-Amerikaner Matteo Jorgenson Dritter.

Der Slowene Tadej Pogacar auf der 18. Etappe. Foto: Thibault Camus/AP/dpa
Tour-Dominator Pogacar musste seinen seinem insgesamt 26. Tour-Tagessieg vertagen. 2020 wurde er Zweiter in Orcières-Merlette hinter seinem Landsmann Primoz Roglic, der aktuell nicht bei der Tour dabei ist.
Pogacar-Team mit Problemen
Nachdem am Vortag Magenprobleme Adam Yates etwas ausgebremst hatten, zeigten weitere Pogacar-Mitstreiter Leistungsprobleme auf der 18. Etappe. Yates soll es laut Politt aber wieder deutlich besser gehen. Dafür konnte McNulty irgendwann nicht mehr folgen und stieg vom Rad. „Er war 50 Kilometer alleine“, wurde über das Team-Radio durchgesagt.
Felix Engelhardt präsentierte sich in seinem deutschen Meistertrikot wieder einmal in einer Spitzengruppe. Die Profis konnten erst lange keinen deutlichen Abstand zum Hauptfeld herstellen, ehe sich die Zahl der Minuten immer weiter erhöhte - und alles auf einen Ausreißer-Sieg hindeutete. Später fiel Engelhardt dann aber zurück. „Er hat heute wieder gezeigt, wie stark er ist. Und er hat uns wieder super den Rücken freigehalten“, lobte der Tageszweite Schmid seinen Kollegen am ARD-Mikrofon.
Die insgesamt 3.900 Höhenmeter auf 185 Kilometern waren ein dickes Brett zum Alpen-Auftakt, der am Samstag in der heftigen Gebirgshatz nach Alpe d’Huez gipfelt. Bei der Königsetappe der diesjährigen Tour warten 5.650 Höhenmeter auf die Profis - samt drei Anstiegen der höchsten Kategorie.
Am Freitag steht die erste von zwei Etappen ins Radsport-Mekka an. Nach vier Jahren geht es wieder hinauf zur legendären Skistation von Alpe d’Huez. Allerdings ist sie noch deutlich einfacher als die Königsetappe. Über 127,9 Kilometer geht es von Gap in den Wintersportort. Die Rundfahrt endet am Sonntag in Paris.

Im Team um Star Tadej Pogacar gibt es einige Krankheitsfälle. Foto: Thibault Camus/AP/dpa

Pogacars Team kämpft mit Gesundheitsproblemen. Ihm aber geht es gut. Foto: Thibault Camus/AP/dpa