Eintritt für Elbphilharmonie-Plaza könnte fünf Euro kosten
Noch ist der Eintritt auf die Aussichtsplattform kostenfrei. (Archivbild) Foto: Rabea Gruber/dpa
Alles hat seinen Preis, bald wohl auch der Ausblick von der Elbphilharmonie-Plaza. Wer von hier aus einen Blick auf den Hafen und die Stadt haben will, könnte künftig zur Kasse gebeten werden.
Hamburg. Der Eintritt zur Plaza der Elbphilharmonie könnte einem NDR-Bericht zufolge künftig fünf Euro kosten. Dies berichtete der NDR unter Berufung auf mehrere Quellen, die mit der Finanzierung der Elbphilharmonie vertraut seien. Ein konkretes Datum ging aus dem Bericht nicht hervor.
Man müsse weiter die Haushaltsverhandlungen abwarten, sagte ein Sprecher der Kulturbehörde auf dpa-Anfrage. Vor rund drei Monaten hatte ein Behördensprecher gesagt: „Wir prüfen derzeit mit Blick auf die angespannte Haushaltslage, einen Eintritt zu erheben, so wie es eigentlich schon nach den ersten knapp zwei Jahren geplant war. Details stehen aber noch nicht fest.“
Kritik von mehreren Fraktionen
Die Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft kritisierte das mögliche Eintrittsgeld für den beliebten Hamburger Aussichtspunkt. „Dass hier versucht wird, aus einem Ort für alle Geld für die Stadtkasse herauszuholen, ist eine absolute Unverschämtheit“, sagte Marie Kleinert, kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion, in einer Mitteilung und verwies gleichzeitig auf die Steuergelder, die bereits für die Elbphilharmonie genutzt wurden.
Die CDU-Fraktion zeigte sich offen dafür, künftig Eintritt zu verlangen. Fünf Euro pro Person würden aber über das notwendige Maß hinausschießen, kritisierte Kulturpolitiker Dietrich Wersich. „Das geht vor allem zu Lasten von Menschen mit wenig finanziellen Mitteln, die unangemessen zur Kasse gebeten werden.“
Die Aussichtsplattform auf 37 Metern ist eines der meistbesuchten Wahrzeichen der Stadt. Im vergangenen Jahr haben mehr als 2,2 Millionen Menschen die Plaza besucht und den kostenlosen Ausblick über Hafen und Stadt genossen. Die Plaza wurde Ende 2016 eröffnet.
Eintrittsgeld auch für Kölner Dom
Erst kürzlich hatte der Kölner Dom bekanntgegeben, dass er künftig Eintrittsgeld für die wohl berühmteste deutsche Kirche verlangen will. Der Kölner Dom wird jährlich von rund sechs Millionen Menschen besucht, die meisten davon sind Touristen. Sie sollen von Juli an für den Besuch des Innenraums mit zwölf Euro zur Kasse gebeten werden. Unter anderem für Gottesdienstbesucher soll der Eintritt aber kostenfrei bleiben.