Fan-Forderung: Zeitgleicher Anpfiff am vorletzten Spieltag
Die Anstoßzeiten sind ein ständiges Fanthema. (Archivbild) Foto: Gregor Fischer/dpa
Im deutschen Profi-Fußball stehen die vorletzten Spieltage an. Weil schon Entscheidungen fallen können, erneuert die Fanorganisation „Unsere Kurve“ eine Forderung.
Berlin. Die Fanorganisation „Unsere Kurve“ setzt sich erneut für den parallelen Anpfiff aller Partien auch am vorletzten Spieltag in den drei obersten Fußballligen ein. Begründet wird die Forderung neben dem Argument der Fankultur insbesondere mit der Chancengleichheit für alle Mannschaften. Es komme immer wieder zu Konstellationen, bei denen das Wissen um vorherige Ergebnisse der Konkurrenz die eigenen benötigten Ergebnisse beeinflusse, hieß es in einer Mitteilung. „Wer schon vorher weiß, dass ein bestimmtes Ergebnis nötig ist, um die eigenen Ziele zu erreichen, hat einen Wissensvorsprung“, schrieb „Unsere Kurve“.
„Zurück zu den zeitgleichen Ansetzungen der Partien des vorletzten Spieltags in den drei Profiligen“, sagte der Vereinsvorsitzende Jost Peter. Wenn bestimmte Entscheidungen bereits gefallen seien, würde eventuell nur noch um die „Goldene Ananas“ gespielt, so die Befürchtungen der Fanorganisation. Der vorletzte Spieltag in der Bundesliga, der 2. Bundesliga und der 3. Liga findet von Freitag bis Sonntag statt. Am letzten Spieltag beginnen alle Partien zeitgleich.
„Unsere Kurve“: Pikante Konstellationen in allen drei obersten Ligen
Um ihre bereits in den vergangenen drei Jahren geäußerte Forderung zu untermauern, hat „Unsere Kurve“ Beispiele für mögliche Vorentscheidungen am vorletzten Spieltag aufgelistet. So spiele der Bundesliga-Achte Eintracht Frankfurt an diesem Freitag (20.30 Uhr/Sky) bei Borussia Dortmund noch um einen Europacupplatz. Konkurrent SC Freiburg als Siebter wisse bei einer Frankfurter Niederlage, dass ein eigener Sieg am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) beim Hamburger SV den internationalen Startplatz absichere, hieß es.
Im Aufstiegskampf der 2. Bundesliga ist die SV Elversberg laut Fanvereinigung „in der komfortabelsten Situation“, weil der Tabellenzweite erst am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) bei Fortuna Düsseldorf spiele und die Ergebnisse der Konkurrenten SC Paderborn (Freitag gegen den Karlsruher SC) und Hannover 96 (Samstag beim VfL Bochum) schon kenne. „Gewinnen beide Kontrahenten nicht, gibt es wegen der deutlich besseren Tordifferenz am Sonntag faktisch einen ersten Matchball zum Direktaufstieg in Düsseldorf“, so „Unsere Kurve“.
Ähnlich sei die Situation in der 3. Liga, wo der Tabellendritte MSV Duisburg schon am Freitag beim FC Erzgebirge Aue spiele. Die Konkurrenten Energie Cottbus, SC Verl, Hansa Rostock und Rot-Weiss Essen müssen erst am Samstag ran. „Erneut kommt es zu pikanten Konstellationen in allen drei Ligen, in denen das Wissen um die vorherigen Ergebnisse der Konkurrenz einen Vorteil oder Gewissheit bringt. Eine echte Wettbewerbsgerechtigkeit gibt es nur bei zeitgleich angesetzten vorletzten Spieltagen“, betonte die Fanvereinigung.