Helene Fischer, Rudern und Züge ohne Bremsen: Die Fußball-WM von A bis Z
Norwegens Martin Ödegaard trommelt im Takt, während seine Mitspieler ihr Ruder-Ritual durchführen. Sogar im norwegischen Parlament wurde gerudert. Foto: Sam Hodde/AP/dpa
102 der 104 Partien sind gespielt, auf und neben dem Rasen gab es zahlreiche Geschichten: Die XXL-WM bot sportliche Höhepunkte, aber auch Kurioses. Ein Rückblick - von A wie Aura bis Z wie Zug.
Aura
Etwas abstrakter Grund, weshalb Manuel Neuer von Bundestrainer Julian Nagelsmann als Nummer 1 reaktiviert wurde. Auf die Frage, was seine Aura sei, antwortete der Bayern-Torwart: „Das müssen Sie sagen, ich bin ja gerade in den Raum gekommen.“
Balogun, Folarin
US-Stürmer, der eine Rote Karte erhielt, dann aber von der FIFA begnadigt wurde. Zuvor hatte Donald Trump seinen Kumpel Gianni Infantino angerufen, wohl nicht, um sich die Regeln erklären zu lassen („Ich wusste nicht, was zum Teufel eine Rote Karte war“).
Covered his mouth
Schiedsrichter Iván Barton zeigte die erste Rote Karte der WM-Geschichte für das Bedecken des Mundes mit der Hand während eines Spielerstreits. Seine in bestimmendem Ton vorgetragene Entscheidung wurde zum Netz-Hit: „After Review. Number 10. Paraguay. Covered his mouth. Decision is: Red Card!“
Doku, Jeremy
Belgischer Nationalspieler, der zwischendurch von der WM abreiste, um die Geburt seines ersten Kindes zu erleben.
Elfmeter
21 von 60 Elfmetern wurden bislang nicht verwandelt, darunter die von Kai Havertz, Nick Woltemade und Jonathan Tah. Das waren die ersten verschossenen DFB-Elfmeter bei einer WM seit Uli Stielikes Versuch 1982.
Fluch
Nana Kwaku Bonsam heißt der Mann, der Harry Kane ausschaltete. Der ghanaische Spiritualist kündigte vor dem Spiel der Engländer gegen Ghana an, seine Kraft gegen Kane einzusetzen. Nach einem Doppelpack zum WM-Start traf Bayerns Starstürmer beim 0:0 dann tatsächlich das Tor nicht. Nach dem Spiel meldete sich Bonsam: Er habe Kane vom Fluch befreit. Sofort traf Kane wieder.
Gruppendritten-Ranking
Acht von zwölf Gruppendritten kamen bei dieser XXL-WM weiter - aber nicht einfach so. Es gab dabei 495 Varianten, auf welche Weise sich die Gruppendritten in den Turnierbaum integrierten.
Huber, Margot
KI-generierte Sängerin eines anzüglichen KI-generierten Songs, der schon im Titel nur zwei jugendfreie Wörter enthielt („Jetzt wird...“). Wurde erst zum Netz-Hit und dann zum Fluch fürs DFB-Team.
Infantino, Gianni
FIFA-Boss, der zunächst erstaunlich unauffällig blieb. Dann rief Trump an.
Jingle
„Heute Nacht!“ Keine Sequenz bei MagentaTV ohne Helene Fischers WM-Hymne.
Klopp, Jürgen
Magentas großer Experten-Coup. Versorgte TV-Publikum und Boulevard-Medien zuverlässig mit seinen Sprüchen, fällt fürs nächste Turnier dann aber wohl erst einmal aus.
Les Bleus
Rufname des französischen Starensembles um Mbappé, Dembélé und Olise.
Messi, Lionel
Nahm den WM-Pokal 2022 in einem in den Golfstaaten traditionellen Gewand entgegen, den ihm Katars Emir umgelegt hatte. Auch eine zweite Siegerehrung dürfte besonders werden.
Noch
Kleines Adverb, das Jürgen Klopp auf fatale Weise nachschob, nachdem er als TV-Experte den Satz „Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf“ gesagt hatte. Die Aufregung war groß, Klopps Reue auch: „Ich hätte mir dafür aufs Maul hauen können.“
Oasis
Britpop-Band, deren Hymne „Wonderwall“ die Engländer endlich zum Triumph führen sollte. Hat natürlich nicht geklappt.
Pink
Die dominierende Schuhfarbe des Turniers.
Qualifikation
Langsam vom Aussterben bedrohter Wettbewerb auf dem Weg zur -> XXL-WM, weil -> Infantino eine Endrunde mit 64 Teams nicht mehr ausschließt.
Ro!
Ausruf beim Viking Row, die norwegische Antwort auf die Prozeduren aus Island (Viking Clap, „Huh“) und den Niederlanden („Naar links! Naar rechts“). Alle Norweger - im Stadion und sogar im Parlament - ruderten mit.
Siuuu
CR7-Torjubelruf. Von allen Superstars ist die WM-Geschichte von Cristiano Ronaldo am schnellsten erzählt: Dreimal machte es „Siuuu“, zweimal beim 5:0 gegen Usbekistan, einmal beim 2:1 gegen Kroatien. Danach kam nicht mehr viel.
Trump, Donald
Der US-Präsident ließ sich bislang nie im Stadion blicken. Gab sich aber interessiert, als er sich bei Infantino wegen einer Roten Karte für Balogun erkundigte.
Underdogs
Teilnehmer dank der XXL-WM, die hübsche Geschichten lieferten. Kap Verde etwa holte dank Vozinha ein 0:0 gegen Spanien und brachte Argentinien in einem epischen Sechzehntelfinale an den Rand einer Niederlage. Die DR Kongo brachte England in große Not.
Vozinha
40 Jahre alter Torhüter der Underdogs von Kap Verde, der vor der WM Zehntausende Instagram-Follower hatte. Hielt dann gegen Spanien und im weiteren Turnierverlauf so viele Bälle, dass ihn mittlerweile 27 Millionen Menschen abonniert haben.
Wetter/Werbung
Steht beides in direktem Zusammenhang mit der WM-Neuheit „Hydration Break“. Sollte offiziell bei Hitze den Spielern die Möglichkeit geben, genügend zu trinken. Und inoffiziell den TV-Stationen, mit Werbung noch etwas Geld einzuspielen.
XXL-WM
104 Spiele, eine Vorrunde mit 72 Spielen samt -> Gruppendritten-Ranking für Freunde der Mathematik. Am Ende geriet es unterhaltsamer als gedacht.
Yamal, Lamine
Mit dem Y recht alternativloser Kandidat für ein ABC. Ein Kandidat wäre auch sein dreijähriger Bruder Keyne gewesen, der im Stadion bei Spaniens Viertelfinale mit seinem „Vamooos“-Torjubel für eine herrliche Szene sorgte.
Zug, der Zug, der Zug hat keine Bremse
Mallorca-Hit, der nach den ersten DFB-Spielen im Stadion ertönte und ein Mottosong fürs DFB-Team sein sollte. Es ist nicht überliefert, ob Jürgen Klopp da ein „noch“ in sich hineinflüsterte. (dpa)
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